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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-10-16 · 14 (16.10.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
14 (16.10.1926)
Date
1926-10-16
Page
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mmm .. — 297 — Dingen rein erhält. Ich bitte hierzu in der Zeitung Stellung zu nehmen. Ulm, den 17. Sept. 1926. Mit vorzüglicher Hochachtung 'Rechtsanw. Dr. Robert Hirsch l. 2) ES ist richtig, daß in Württemberg und in einem großen Teile Deutschlands die o-Lesung der drei hebräischen Vokalzeichen Komez, Chaulem magnum und Chaulem üblich ist. Es ist aber eine irrige Annahme, daß die au-Lesung der beiden letzten Vokalzeichen polnisch ist. Sie ist vielmehr in Hannover, Westfalen, Schlesien, Hamburg und Bayern üblich, während in Polen dafür äu ge-, lesen wird. Allein die Tatsache, daß für drei hebräisch« Vokalzeichen in Württemberg eine Lesung herkömmlich ist, weist darauf hin, daß hier eine dialektische Lässigkeit vorliegt. Der Doppellaut au ist in allen orientalischen Sprachen gebräuchlich. Der Schluß ist also gerechtfertigt, daß auch das hebräische Vokalsystem diesen Doppellaut besitzt. Außerdem hat die hebräische Bokalisierung für jeden Selbstlaut eine Doppelschreibung, je nachdem er kürz oder lang gesprochen werden soll. Das lange o wird durch das Komez, das kurze durch das Komez chattu f ausgckrückt. Damit werden die beiden Chaulemlaute überflüssig, wenn sie nicht au gesprochen werden. Das lange au wird dann durch das waw mit dem Punkt gekennzeichnet, das kurze au durch den Punkt über dem Buchstaben. Eine scheinbare Bestätigung der o-Lesung ist die sephardische oder spaniolische Aussprache des Chaulem als o; in dieser Aussprache wird aber das Komez als langes a gesprochen. Es ist aber wichtig, daß z. B. die arabische Judenheit, die einen wesentlichen Teil der sephardischen Juden bildet, den au-Laut beibehalten hat. Will man die sephardische o-Lesung vertreten, so muß kon sequenterweise die a-Lesung für das Komez und im Gefolge das ganze sephardische Lautsystein eingesührt werden. Wenn tatsächlich die o-Lesung für die beiden Chaulem in Württemberg bisher gewesen ist, so ist das noch kein Grund sie beizubehalten, da ihre Unrichtigkeit mit guten Gründen bchauptet werden kann. Es handelt sich doch nur um eine dialektisch« Lässigkeit, gegen die schon aus unterrichtlichen Gründen Einspruch erhoben werden muß. Es ist besonders für den grammatikalischen Unterricht notwendig, die drei Laute zu unterscheiden. Daß diese Unterscheidung aus Norddeutschland eingeführt worden ist, darf dabei nicht geltend gemacht werden. Stuttgart, den 27. September 1926. Mit vorzüglicher Hochachtung Die Schristleitung der Jsr. Gemeindezeitung. 3) Vorstehende Ausführungen mögen vom philologisch-grammatikalischen Standpunkt aus richtig sein. Gleichwohl hat di« Bchörde seit 100 Jahren es für angemessen geheckten, am Altgewohnten festzuhalten und quieta non mtwere. Eine Neuerung wäre sicher unpopulär und der Versuch einer Aenderung vielleicht ebenso erfolglos, wie derjenige mancher neueren Philologen, welche die Aussprache der lateinischen Worte Cäsar,' Cicero, Cäsur in gräcisierender Weise mit Käsar, Kikero, Käsur einsühren wollten. Lasse man uns unseren schwäbischen Rosch. Ulm, den 29. September 1926. Mit vorzüglicher Hochachtung Rechtsanw. Dr. Robert Hirsch 1. Eine furchtbare Statistik. Das württembergisch« Kultministerium veröffentlicht soeben die Statistik des Unterrichts« und Erziehungswesens in Württemberg für die Jahre 1921 bis 1925. In der Abteilung „Schülerverhältnisse" werden die Schulkinder nach Bekenntnissen geschieden. Jüdische Knaben besuchten desnnach die Unteru. Mittelllaffe» dteLderNassen gymnasialer Schulen zusammen 1922 123 33 156 1923 101 [35 136 1924 74 24 98 1925 66 22 88 1926 52 26 78 Unteru. Mittelklassen die Oderklstssen realgymnasialer Schulen zusammen 1922 112 42 154 1923 105 36 141 1924 79 37 116 1925 57 31 88 1926 54 25 79 Unterit. Mittelklassen dt« Oderkidssen realistischer Schulen zusammen 1922 264 33 297 1923 265 24 239 1924 245 17 262 1925 219 18 237 1926 224 18 212 Jüdische Mädchen besuchten Mädchenoberreal. Schulen M'real- M'gymn. Nriv.hobschulen Stuttgart l ^'schulen zusammen 1922 32 254 15 48 349 1923 28 214 13 53 308 1924 22 197 12 51 232 1925 20 165 13 51 252 1926 21 171 17 59 238 Höhere Schulen besuchten demnach in Württemberg : Jüdische Knaben Jüdische Mcsdchen zusammen 1922 297 349 646 1923 289 308 . 597 1924 262 282 544 1925 237 252 489 1926 242 268 510

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