Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 5 (1.6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
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Werke das geben, was ihnen als der kosmische Reichhum des Sinngehalts der Bibel erscheint. Ter zweiten selbstgestellten Forderung sind sie gerecht geworden. Sie sind allerdings nicht die ersten, die es versucht haben, den Rythmus der Bibelsprache nachzudichten. Seitdem Sievcrs und andere die Strophik und Rythmik der Bibel als ein wesentliches Mittel zu ihrem Verständnis erkannt, hat es an ähnlichen Versuchen nicht gefehlt. Buber und Rosenzweig haben sich mit großer TreNe an die Neginoth der Bibel gehalten. Tas neue Zeile^bild, das sie dem Leser bieten, ist tatsächlich eistn>ttfreuliche Neuerung zum Erfassen des uralten WoneS. Die dritte Fordmung: elementare Treue gegen den Wortlaut ist/icher erstrebt. Im „Morgen" (2V Jahrg. haben sich die beiden Versa sser^gegkn-chken Kritiker Richard Koch mit der feierlichen Erklärung gewandt, daß ihre Ueber seyung „aus der Bemühung um genauste Wie dergabe dessen, was dasteht, also aus der Schrift selber, aus ihrer Rede, aus Laut, Herkunft und Bedeutung der Wörter, aus Tonfall, Bau und Gehalt der Wortfügungen hervorgegangen ist." Sie erklären, daß ihre Uebersetzung „wie keine frühere um Treue bemüht" gewesen. Aber eben das ist nicht der Fall! Dafür nur einige Beispiele! Grammatisch falsch ist die Uebersetzung des Wa des Imperfekts durch „und". Wajehi aur heißt nicht: Und Licht ward, sondern Es ward Licht; wajar elauhim eS-hoaur heißt nicht: Und Gott sah, sondern Gott sah daS Licht. 1,27: „Männlich, weiblich schuf er sie", der hebräische Text liest: Männlich und weiblich schuf er sie. ' 4,13: „Allzu groß zum Tragen ist meine Schuld", der hebräische Text liest: „Größer als zu tragen ist meine Schuld". 4.25 Scheth ist nach der Deutung der Schrift selbst Ersatz, aber nicht Setzling. 4.26 vergleiche 12,8: „damals begann man den Namen zu rufen"; es muß nach der Schreibsweise der Uebersetzer mindestens heißen: „Damals begann man SEINEN Namen zu rufen." 6,9 „Noach war ein bewährter und ganzer Mann", der hebräische Text liest: „Noach war ein vollbewährter oder ein bewährter ganzer Mann." 22,5 „bleibt hier"; der hebräische Text liest: „verweilt euch." 23,9: Sadeh ist unübersetzt geblieben. 30,27: „Ich Habs erbeutet"" statt „Ich fühls bei mir." In der Benamung der Söhne Jakobs ist Rüben 29,32 „Sohnessicht" statt „Schau einen Sohn", Ascher 30,13 „Wohl" statt „Glück auf!", Jssacher 30,15 „Soldempfang" statt „Er wirds lohnen" usw. übersetzt. Diese Beispiele sind nur ein« kleine Lese aus den ungenauen Uebertragungen. Die vierte Forderung, „die Bibel in edelster Form unserer Tage"" wiederzugeben, ist sicher für weite Strecken erfüllt worden. Und doch müssen auch hier ernsthafte Einschränkungen gemacht werden. Hierfür einige Beispiele: 1,2 Ruach ist durch „Braus"" übertragen. Was ist das überhaupt? Ich kann mir bei bestem Wollen darunter nichts vorstellen. 1,14 Mauadim „Gezeiten"" ist eine falsche Anwendung des Wortes, das nur für Ebbe und Flut verwendet werden kann. 1,2 „Gevögel"" ist ein Neuwort - ob es aber ü>el ist? 2,23 Jscha Weib statt des markigen Lutherischen „Männin" ist schwach. ULM A. Jls & Sohn, Möbelfabrik ULM a. D. Wengenstraße 9 Telefon Nr. 349 liefert komplette Wohnungs-Einrichtungen Nur eigene Fabrikate! Beste Qualitätsarbeit! Ludwig Wörz, Ulm a. 1>. Tneh- und Xaßgesehäft Schuhhausgasse 7 * Telefon Nr. 1286 Empfehle midi für die kommende Saison im Anfertigen sämtlicher hleidangsßücke za mäßigen Preisen aadt von gebradden Stoßen Ständiger Eingang von Stoß-Neuheiten l Adler- und Phoenix- Nähmaschinen — STO EW E R — Schreibmaschinen D. Schleicher, Ulm Frauantr. 38 QcgrQndat 1867 TtUfon Nr. 572