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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-02-15 · 11 (15.2.1925) · p. Seite 266

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
11 (15.2.1925)
Date
1925-02-15
Page
Seite 266 (sequence 40)
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mmmjpm Mund und saugte ihm die Seele aus dem Leibe, daß er starb. Dann war das Weib verschwunden. 8. Dahimmlische Hemd. Die beiden großen Meister, Rabbi Elieser und Rabbi Josua, pilgerten einst nach dem Tempel in Jerusalem. Auf dem Zionsberg schauten beide einen Engel. Der trug in der Hand ein weißes Hemd, leuchtend wie die Sonne, fein wie der BtzffuS des Priesters. Sie fragten den Engel, sür wen das Hemd bestimmt wäre. Der Engel antwortete: „Für Joseph, den Gärtner in Askalon." Die beiden Lehrer hätten diesen Joseph nur zu gern kennen gelernt. Kurz, sie beschlossen, nach Askalon zu wandern. Sie kamen vor die Pforte seines Gartens und sahen den einfachen Mann im Sonnenbrand arbeiten. „Wir möchten bei dir zu Gaste bleiben", sagten die beiden. „Da seid ihr vor die falsche Tür geraten; in meinem Hause gibts nichts besseres als Gerstenbrot und Brunnenwasser." Da meinten die Weisen: „Gib uns, was du hast, uns ist eS genug." So saßen die drei beim kargen Mahle. So sehr die beiden Meister sich aber mühten, zu erfragen, was sein Wesen und seine Tugenden wären, sie erfuhren nicht mehr von ihm, als daß er von reichen Eltern war, dann später verarmt und sich von seinen letzten Groschen diese Hütte «lud diesen Garten gekauft hätte. „Ich lebe von Xlem, was mir der Garten trägt; die Hälfte dapon gehört den Armen, die andere genügt für mich unv die Meinigen." Da sprachen die beiden Frommen: „Es sind viele Menschen auf Erden, die ebensoviel Gutes tun wie du. Das kann es nicht sein, weshalb dich Gott besonders liebt. Denke doch einmal nach, ob du nicht einmal in deinem Leben etwas getan hast, was nicht jeder tun könnte." Da fing der Gärtner an zu erzählen: „Es ist schon einige Jahre her, da stand ich in meinem Garten uud grub, wie es die Gärtner tun. Auf einmal erhob sich lautes Lärmen auf der Straße. Ich sah einen Haufen römischer Söldner, die trieben mit vielem Geschrei Gefangene durch die Stadt. In ihrer Mitte war ein Mädchen, das bitterlich weinte. Ich trat auf sie zu und fragte, warum sie so jammerte. Da erzählte sie mir, daß sie ein jüdisches Kind wäre, geraubt auS dem Hause der Eltern. Und nun sollte sie über das Meer in das Land der Heiden gebracht werden. Da kam das Erbarmen über mich. Ich fragte den Führer der Rotte nach dem Preise des Mädchens. Er nannte eine große Summen Ich erschrak, denn der Preis für das Mädcken war so groß wie mein ganzes Hab und Gut. Kurz entschlossen trat ich in mein Haus, sprach mit meinem Weibe und dann kaufte ich das Mädchen frei. Sie kam in mein Haus und wuchs bei mir auf. Ich hatte aber einen Sohn, der inzwischen zum Manne gereift war. Er war mein Stolz und mein Glück. Und da ich das Mädchen nicht weniger liebte als meinen Sohn, sprach ich zu ihm: „ich wünsche, daß du dieses Mädchen ehelichst." Darauf mein Sohn: „Wenn du es für recht hältst, so tue ich, wie du mir sagst." Da war ich fröhlich. Ich besorgte alles, was die Brautleute bedurften und ließ eS an nichts fehlen. Dann rüstete ich ein reichliches Hochzeitsmahl und lud die Freunde ein, daß sie. sich mit uns freuten. Die Gäste kamen und waren guter Dinge. Rur einer saß am Tisch, ein junger Mann, der aus der Fremde stammte und der nach ASkalon gekommen war und hier sich schlecht und recht ernährte. Und dieser Eine aß von meinem Brote nicht und nipte nicht an meinem Weine. Stumm saß er unter den lachenden und lärmenden Gästen, sodaß ich zu ihm hintrat: „Hat man dich gekränkt, daß du so traurig beim Festesmahle bist?" Ich drängte in ihn, da ich fühlte, daß geheimes Leid ihn quälte, bis er mir gestand: „Ich bin vom Orte, aus dem das Mädchen stammt, das du heute deinem Sohn zum Weibe gibst. Sie ward mir angelobt, als wir beide Kinder waren. Hier ist das Blatt, auf dem du lesen kannst, daß ich die Wahrheit spreche. Dann kam die KriegSzeit, und sie ward gefangen. Ich folgte ihr, um wenigstens am gleichen Ort zu leben wie die angelobte Braut." Henninger Stuttgart-Kaiserbau O. m. b. H. bedeutendstes Malergesehüft am Platze ftlr Lokale in kflnstlerischer und rationeller Ausführung Wälder & Pfeiffer Schwadftr!36ll und d - Telefon Ilr. tirr» J&nmtüre ftnlctgcn Jödpoemraknnntifntion WIIIIIIII>IIIIIIIIIIIII>II>IUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII,I,II,IUIII,I,»IUII,II,IIIU,,I,,II»U»,,III,„IUIIIIII,IIIIW |OSKAR DECHANGE j | STUTTGART | m TELEFON S.-A. 707 39 : PAULINENSTR. 32 J | Salon | I für feine Damengarderobe | | nach den neuesten | 1 Modellen 1 ZU»I»»»»UI»UIIIUIIM»IWIUIW»I>MIMIUWII«UIWIIIIUII«M«M«IUWIM

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