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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-01-15 · 10 (15.1.1925) · p. Seite 194

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
10 (15.1.1925)
Date
1925-01-15
Page
Seite 194 (sequence 4)
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lehnung an dreißig Orten, zuerst in Talheim öffentlich verlesen (C. Jäger, Heilbronn II. 158). Eine größere Gemeinde scheint aber in Talheim niemals bestanden zu haben. Die Juden ernährten sich als Viehhändler schlecht und recht. 1729 verbot der Vogt von Flein seinen Bürgern, mit Juden von Sontheim und Talheim Viehhandel zu treiben. Die Talheimer Juden bildeten eine Filialgemeinde von Sontheim. Erst 1835 wurde von ihnen die Errichtung einer eigenen israelitischen Schule und einer Vorsängerstelle erstrebt. Bis dahin hatte der Sontheimer Vorsänger Stern den dortigen Kindern Religionsuntereicht erteilt. Der Wunsch wurde den Talheimern erfüllt, und der am 15. September 1815 in Oberdorf geborene Jsaac Sänger im November 1836 zum provisorischen Vorsänger ernannt. Er ist bis zum 20. Ju li 1857 hier in dieser Stellung tätig gewesen. Während seiner Amtsführung ist in der alten Burg, dem sogenannten Judenschloß, 1850 die Synagoge und das rituelle Tauchbad eingerichtet worden. Als Schulamtsverweser waren dann hier tätig: Friedberger, Emil Marx, Gabriel Kohn, Henle, Joseph Hirsch Stern, Preßburger, Haymann, llfl. Weil, Simon Weinstock, Samuel Löwenstein, Seligmann Pappenheimer, Bernhard Sahm, Julius Adler, Max Straßburger, Max Eichberg, Jsaac Oberndörfer, Felix Wolff, Samuel Rosenberger, Jandorf, Moses Maier, Theodor Rothschild, Berthold Leoi, Moritz Kulb, Hugo Rödelsheimer, Samuel Metzger, Jakob Schloß, Milton Sahm vom 1. November 1905 bis 21. April 1914, Bernhard Lehmann vom 6. Oktober 1919 bis 9. März 1923. In den Zwischenzeiten 194 — hat bis jetzt Lehrer Kulb-Sontheim die Talheimer Kinder unterrichtet. Die bisher unständige Lehrerstelle ist jetzt in eine ständige umgewandelt und dem Lehrer Jsaac Strauß aus Michelbach a. L. übertragen werden, der am 15. Dezember 1924 seine dortige Tätigkeit begonnen hat. - Geschichte der Juden zu Neckarsulm. > Die älteste Nennung eines Neckarsulmer Juden enthält die Märtyrerliste von Heilbronn. Am 19. Oktober 1289 wurde hier während der Verfolgung durch den Ritter Rindfleisch Rabbi Vives von Sulmen, seine Frau Meitin und seine gleichnamige Enkelin ermordet. In der Stadt selbst fand ein grausiges Judenmorden im Jahre 1349 statt'. (Salfeld, Memor-! buch in Quellen III. 254).! In einer besonderen Vertrauensstellung stand? Sampson zu Sulm bei Gras Eberhard von! Württemberg. Der Graf wandte sich am 26. Juni 1474 für ihn an den Heilbronner Rat. und I Sampson (Samson) schrieb selbst zur Vertretung seiner Angelegenheiten einen noch erhaltenen intereffanten Brief an den Rat am 25. Februar j 1483 (Württemb. Geschichtsquellen V. 523, XV. i 117, 287 f). Daß er nicht der einzige Jude damals in Neckarsulm gewesen, beweist das Vorkommen eines Juden Jakob von Sulm (12. Oktober 1477, Württemb. Geschichtsquellen XV. 117). Diese Juden waren Flüchtlinge aus Heilbronn. Ihnen teilte der Rat im Jahre 1483 einen Ratsbeschluß mit, daß fortan kein Heilbronner Bürger verpflichtet sei, einem Juden seine Schuld zurückzuzahlen. Sie sollten sich also danach richten > (Carl Jäger, Geschichte von Heilbronn l. 260 f). Vereinsanzeigen. An die Mitglieder der Wohlfahrlsvereine richten wir hiermit die höfliche Bitte, die ihnen zugegangene Aufforderung zur Bezahlung der Beiträge für l'J25 sofort zu erledigen, da wir die Gelder dringend zur Versorgung unserer Armen benötigen. Jsr. Fürsorgeamt, Hospitalstraße 38 Postscheckkonto: 18493. Israel. Männerverein für Krankenpflege '' und Leichenbestattung E. V. «Erp &ron Die in den letzten Wochen eingezogenen und noch direkt von uns in den nächsten Tagen zum Einzuge kommenden Mitgliedsbeiträge find Rückstände aus dem am 31. Dezember 1924 abgelaufenen Bereinsjahr. Das Bereinsjahr läuft satzungsgemäß vom 1. Jan. bis 31. Dez., nicht wie in den Quittungen irrtümlich angegeben vom l. April bis 30. März. Die durch das Fürsorgeamt zum Einzuge kommenden Beiträge gelten bereits für das neue Bereinsjahr und bitten wir unsere verehrl. Mitglieder den Beitrag für das Jahr 1925 an daS Fürsorgeamt abzuführen, was wesen tlich zur Vereinfachung der Kassengeschäfte beitragen, auch Ersparnis der Einzugskosten bedeuten würde. Der Kassier. Israelitischer Landes-Asyl- und Unterstützungs-Verein für Württemberg E. V. :-:—*- ist UNS unmöglich, ülle» Freunden, welche y durch künstlerische Darbietungen, durch persönliche Mitarbeit oder durch Naturalspenden zum Gelingen des von uns am 13. Dezember veranstalteten!. Wohltätigkeitsabends zu Gunsten des Altersheims „Wilhelmsruhe" in Sontheim beigetragen haben, unseren Dank persönlich auszusprechen. — Wir bitten deshalb alle Mitwirkenden, unseren Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. J JsraelitischeckLandeS-Asql«. Unter stützungS-Bereiu für Wütttbg. E. B. Der Ausschuß.

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