Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 9 (1.5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 9 Rabbinatsbezirk Landau/Pfalz Amtliche Mitteilungen des Bezirksräbbinats. Die Sprechstunden finden am Dienstag und Donnerstag wucils von 10 Ms 11 Uhr in meiner Wohnung, Glacisstraße 9 — Fernsprecher 2128 — statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach vorheriger Vereinbarung zu sprechen. v Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefall: 8. April: Herr Karl Lcvy aus Thaleischweiler (verst. in Klih» genmünster), 51 Jahre. Auswanderung: Nach USA: Fräulein Irene Schwarz, Frau Paula Michel, beide aus Landau: Herr und Frau Max1 Lorch aus Niederhochstadt. Fraulein Else, Gertrud und Rosel Lippold aus Edenkoben. Wegzug. Nach Frankfurt: Frau Clementine Siegel. Nach Saarlautern: Familie Siegfried Weil. Aus den Gemeinden. Landau. v (Diamantene Hochzeit.) Am 2. Mai begehen die Eheleute Sally Rosenberg das ■ seltene Fest der diamantenen Hochzeit Die ganze Gemeinde hat besonderen Anlaß diesen Tag mit dem Jubelpaare zu feiern. Denn über 40 Jahre war Herr Rosenberg als Sekretär und 2. Kantor in unserer Gemeinde tätig. Noch heute bewundern wir die Rüstigkeit dieses Ehepaares, die durch keinerlei Beschwerden des Alters in ihrem alltäglichen Leben behindert sind. Frau Rosenberg versieht noch heute ihren Haushalt und Herr Ro» senberg geht noch immer seinen seit Jahren gewohnten Gepflogen» heiten nach. Noch an jedem Schabbath»Mofgen ist das Jubelpaar ZU jeder Jahreszeit eine der ersten in unserem Gottesdienst. Diese Bewunderung lür eine so seltene Rüstigkeit ist aber getragen von der allgemeinen Beliebtheit, die sich Herr Rosenberg durch seine Korrektheit als Beamter und durch sein jüdisches Wissen und Frau Rosenberg durch ihre Bescheidenheit und Gewissenhaftigkeit erworben haben. Im Rahmen des vergangenen Schabbath»Morgen» gottesdienstes wurde das Jubelpaar durch eine kleine Feier beson» ders geehrt. Wir möchten aber nochmals den Wunsch aussprechen, daß dem diamantenen Hochzeitspaar in voller Rüstigkeit noch viele Jahre des Lebens im Kreise ihrer Kinder beschieden sein mögen. M. 70. Geburtstag von Herrn Oberkantor a. D. Willy Steinern. Am 18. Mai feiert Herr Oberkantor a. D. Willy Steinern seinen 70. Geburtstag. Die gesamte Gemeinde wird diesen Ge» burtstag ihres früheren Kantors mit besonderer Anteilnahme und Dankbarkeit begehen. Wie viele denken an die Rcligionsstunden zurück, in welchen sie so reiches Wissen'« über das Judentum emp» fingen. Ganz besonders aber wendet sich die Erinnerung der kan» toralcn Tätigkeit zu. die unser Jubilar 45 Jahre in unserer £yna» goge ausgeübt hat. Mit seiner wunderbaren Stimme, die mit einem ganz besonderen Schmelz begabt ist, hat er alle Besucher des Got» tesdienstes in Freud und Leid erhoben und ihnen tiefe Andacht vermittelt Als Zeugnis seiner Beliebtheit sei schon allein die Tat» sache erwähnt, daß vor Jahren die Mehrzahl der Gemeinde die Bitte an ihn richtete in Landau zu bleiben, als er einem Ruf in eine bayerische Großstadt folgen sollte. Diese Beliebtheit in gesunden Tagen ist dem bis zuletzt pflichtgetreuen Beamten auch bis in die Tage erhalten geblieben, in denen Krankheit und auch so manche Sorge seinen wohlverdienten Ruhestand trüben. Wir dürfen wohl im Namen der gesamten. Gemeinde den Wunsch aussprechen, daß unser I lerr Steinern seiner Gattin, seinen Kindern wie seiner Enkelin und auch uns allen noch lange erhalten bleibe und ihm im Kreise seiner Lieben und vielen Freunde hoch recht viel Freude beschieden sein möge njK? DHüTST iT^Ö ~" H Verwaltung der isr. Kultusgemeinde Landau. Unserer Toten zu gedenken, ihre Grabstätten in schlichtem und würdigem Zustand zu halten, war immer eine der höchsten Auf» gaben und Pflichten im Judentum. Aus diesem Empfinden heraus laßt z. Z. die Verwaltung der isr. Kultusgemeindc besonders auf den älteren Teilen unseres Friedhofs, die aus den verschiedensten Sprechende Zeitung Tl ,T" Landau^Pfalz, Gemeindesaal. Dienstag, den 3. Mai, abends 8.30 Uhr. ' Aus dem Inhalte: Umschau aus der jüdischen Welt Aus der Jüdischen Gemeinde Jüdische Winterhilfe Landau 1937 38 Zur Auswanderung | Filmbericht aus Palästina! Wir laden zu dieser Veranstaltung die Mitglieder der hiesigen Kultusgemeindc und der Bczirksgcmcinucn herzlichst ein; besondere Einladungen werden nicht mehr versandt. Eintritt frei. Zionistische Vereinigung Landau Pfalz. Kurt Metzger Artur Schwarz. Karl Ocstreicher. Ernst Sender. Gründen von Hinterbliebenen nicht mehr betreut werden können, die Grabstätten, für die Stiftungen gemacht worden sind, durch! fachmännische Hand ausbessern, mit Immergrün bepflanzen, die Grabsteine gerade stellen u. a. m. Auch die Wege werden z. Z. von ihrem Winterschmutz befreit — Manche unserer Glaubens» genossen, die liebe Verstorbene auf unserem Friedhof liegen haben, mögen jetzt auch den Weg dorthin finden und ihrerseits nach dem Zustand der Ruhestätten ihrer Angehörigen sehen, um durch die Betreuung dieser Gräber ihr Teil zur Aufrechterhaltung der Würde und Ordnung unseres Friedhofs beizutragen.. Schwarz. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendeten: . Herr »Fritz Brunner, Berlin als Dank für Zusendung des Gemeindeblattes. Herr Saiomön Weiß, Basel für die isr. W.»St. Frau Clementine Siegel anläßlich ihres 70. Geburtstages und anläßlich ihres Wegzuges nach Frankfurt a. M. Frau Klara Mayer Wwe. anl. der Verlobung ihres Sohnes Karl. Herr Karl Roos und Frau anl. ihrer goldenen Hochzeit. N. N. aus gegebenem Anlaß. Den Spendern unser herzlichster Dank. Gemeindebibliothek. Die Bücherausleihe findet jeden Dienstag von 17.15 bis 18.15 Uhr im Bibliothekzimmer des Gemeindehauses, Schützengasse 4, statt. Die Ausleihe ist kostenlos und für jedes Gemeindemitglied des Rabbinatsbezirks Landau bestimmt. Neuanschaffungen: Vor der Berufswahl; Herz, Die Juden in der Pfalz. Synagogenkonzert des Karlsruher Synagogenchors am 3. April. Das Konzert des Karlsruher Synagogenchors unter Leitung seines Dirigenten Curt S'.crn darf wohl zu einem Ereignis in unserer Gemeinde gezählt werden, an das man sich noch lange und mit besonderer Freude erinnern wird. War es an sich schon ein beson» deres Erlebnis wieder einmal einen bis in die letzten Feinheiten geschulte» Chor zu hören, so war es doch erstaunlich, welche Lei' stungen Herr Stern aus diesen Laiensängern herausholte und zu welch klangvollem Instrument er diesen Chor bei der Wiedergabe der einzelnen Stücke zu gestalten wußte. Dafür sei dem Dirigenten, aber auch dem Chor selbst größte Anerkennung gezollt. Der Orgel» part wurde bei den meisten Stücken von Fräulein Ruth Poritzki aus Karlsruhe mit schönem Können und guter Einfühlungskraft ver» sehen. Für die erkrankte Sopranistin Fräulein Else Eis sprang in liebenswürdiger Weise Fräulein Oppenheim »Mannheim ein, die Tochter des früheren Landauer Rabbiners Dr. G. Oppenheim. Mit ihrer geschulten und ganz besonders in den hohen Lagen herrlich zur Geltung kommenden Stimme sang sie ua. auch die früher hier in der Synagoge so oft gesungene Seelenfeier von V. Lachner. Mit tiefer Beseeltheit gab Herr Oberkantor Julius Kraemer»Heidel» berg die von ihm kombinierten, herrlich schönen Lieder >„Der Traurige und Gott" und ferner das „Dudele" und außerdem das in iunserm Gottesdienst nicht unbekannte „Haschkiwenu" von Birnbaum wieder. Zu einem besonderen Erlebnis aber wußte Herr Dr. Karl Mayer»Karlsruhe mit seiner großen, raumfüllenden Baß« stimme den Vortrag der Solis: Die Arie des Kaleb aus „Josua", das Largo „Ombra ma fui" von Händel und aus dem Psalm 117, der von dem jugendlichen W. Rosenberg aus Karlsruhe komponiert wurde, zu gestalten. Es ist unmöglich die ganze Leistung in ihren Einzelheiten zu würdigen, aber soviel sei noch gesagt, daß dieses Konzert für alle Zuhörer eine unvergeßliche Feierstunde gewesen ist und wir hoffen, daß uns bald wieder einmal Gelegenheit gege» ben sein wird, unsere Karlsruher Freunde bei uns zu hören. Danksagung. Für die zahlreichen Aufmerksamkeiten, die mir anläßlich meines 70. Geburtstages erwiesen wurden, danke ich herzlich. Frau Clementine Siegel. Nachtrag. , Gelegentlich des Vortragsabends von Herrn Dr. Leo Scherek» Berlin im Jüdischen * Jugendbund umrahmte Herr M. Kimmel« mann in stimmungsvoller Weise die Veranstaltung durch den Vor» trag zweier hebr. Lieder, von denen eines durch Frau Alice Weiß auf dem Klavier begleitet wurde. Veranstaltungskalender für Landau. 3. Mai: Sprechende Zeitung (20.30 Uhr). 8. Mai: Vortrag des Hilfsvereins der Juden in Deutschland 10. Mai: Kulturbundabend (20.15 Uhr). (16.30 Uhr). Aus Edenkoben. -' '.' Am 1. Mai tritt Herr Benno Kesstecher sein Amt als Lehrer und Kantor in unserer Gemeinde an. . Berichtigung. Am 9. März wurde Herr Theodor Fromm mit Fräulein Gertrud (nicht Rosel) Lippold getraut. Persönliche Nachrichten. Dreizimmer«Wohnung mit Küche zu mieten gesucht. Angebote wollen an das Bezirksrabbinat gerichtet werden. Dreizimmerwohnung zu mieten gesucht.. Eventl. kann auch eine größere Wohnung '"in Betracht kommen unter der Voraus»1 setzung, daß ich ein oder zwei Zimmer an einen Untermieter abtreten kann. Es könnte auch Pension gestellt werden. »• Näheres beim Bezirksrabbinat.