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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-03-01 · 7 (1.3.1938) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
7 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 5 » Sprechstunden der Auswanderer Beratungsstelle des Hilfsvereins für die Juden in der Pfalz. 1. Am Sitz der Beratungsstelle in Mannheim E 7, 28 jeweils Dienstag und Freitag Vormittag von VslO bis '/»U Uhr. 2. In Landau Pfalz am Montag, den 14. Marz von 10—12 Uhr vormittags Im Gemeinde' saal, Schützengassc 4. 3. In Saarbrücken am Dienstag ,dcn 8. März von I L>11 bis ' 21 Uhr im Gemeindehaus, Futterstraße 25, zugleich für die dem Saargebiet benachbarten Ge» meinden für die Pfalz. Jüdischer Kulturbund für die Pfalz. (Mitglied d. Reichsverbandes d. jüd. Kulturbünde in Deutschland) Rezitationsabend von Edith Herrnstadt=Oettingen in den Kultur« bünden Kaiserslautern, Pirmasens und Landau im Januar 1938. Der Vortragsabend" der bekannten Rezitatorin war sehr gut besucht. Frau Herrnstadt bewährte sich wiederum als die ausgc zeichnete Vortragskünstlerin, deren Beruf ja in den Kreisen der Juden in Deutschland keiner Bestätigung mehr bedarf. Alles vereinigt sich bei dieser Künstlerin zur reifen Meisterschaft: der sprachliche Ausdruck, die Geste und die seelische Erfassung des Dichterwerkes. So erscheinen ihre Leistungen als schlechthin voll' endet. Ob sie nun die zarten und doch so erschütternden Verse des Gedichtes „Die toten Bäume" von Martha Wertheimer vortrug oder ob sie die herbe und doch versöhnende Erzählung „Bonze Schweig" von Perez las, wenn sie Jaschek Schepsels' Briefgeschichte formte oder wenn sie das erschütternde Gedicht „Wir ziehen" von Weiß»Blumcnthal rezitierte, immer wurde der tiefste Gehalt dieser gewiß verschiedenen Schöpfungen von ihr erfaßt und mit allen Mitteln der vortragenden Kunst lebendig .gestaltet. Der Abend war für alle Zuhörer, mehr als ein Genuß, er war eine seelische Be< reichcrung. Wir können unsere Anerkennung für Frau Herrnstadt wohl am besten dadurch ausdrücken, daß wir sie versichern, daß der Eindruck ein nachhaltender sein wird. Kleinkunstabend von Edith Eiscnheimer und Bert Baer in Pirma* sens und Landau im Februar 1938. Dieser heitere Abend vereinte eine recht zahlreiche Zuhörer« Schaft und es kann gesagt werden, daß dieselben auf ihre Kosten kam,. Fräulein Eiscnheimer erwies sich als eine charmante, sprü' hendc Soubrette, sie verfügt über eine ansprechende Stimme, ihre Mimik ist graziös und beweglich, sodaß alles, was sie an diesem Abend bot, recht gut gefallen konnte. Herr Bert Baer ist ein vor' züglicher Ansager und recht guter Komiker*. Es ist wohl nicht nötig einzelne Teile des Programms hervorzuheben. Es waren zwei vergnügte Stunden, die von anständigem Humor getragen dem Publikum eine frohe Ausspannung gewährten. Wir würden uns freuen die Künstler und mit ihnen den vorzüglich bcglci« tenden Herrn Firnberg wieder einmal hier zu hören. Eines freund' liehen Empfanges dürfen sie sicher sein. Persönliche Nachrichten. Julius Kohlmann, Neustadt a. d. Weinstraße, Gustav Böhmerstr. 47 empfiehlt sich in Vc r s i c h e r u n g e n aller Art. Besonders mache ich auf meine günstige Krankenversicherung aufmerksam. Ich offeriere Natur>Flaschenweine aus guten und besten Lagen des berühmten Weinortes Wachenheim. < Weingut J. Reichardt'Mehlinger. Aelteres jüdisches Ehepaar findet bei mir Wohnung, vollständige (Verpflegung und ruhigen, angenehmen Aufenthalt. Frau J. Reichardt'Mehlinger. Erfreuen Sie Ihre Lieben im Ausland durch ein gutes Bild! Wir empfehlen Ihnen unser seit 36 Jahren bestehendes Atelier zur Anfertigung Ihrer sämtlichen photographischen Arbeiten, wie Portraitaufnahmen, Paßbilder für alle Zwecke, Vergröße: rungen, Reproduktionen auch nach alten vergilbten Bildern Grabaufnahmen, sowie zür Ausführung aller Amateurarbeiten. Aufnahmen auf Wunsch auch im eigenen Heim. Zeitgemäß billige Preise, bei erstklassiger Arbeit. Gebrüder Hirsch, Karlsruhe, Kaiserstr. 199, Fernruf 434. Einziges jüdisches Photo*Atelier in Baden. — Das Atelier ist auch Sonntags von 11—1 Uhr geöffnet. Rabbinatsbezirk Landau/Pfalz Amtliche Mitteilungen des Bezirksrabbinats. Die Sprechstunden finden von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 11 Uhr in meiner Wohnung, Glacisstraße 9 — Fernsprecher 2128 — statt. Zu änderer Zeit bin ich nur nach vorheriger Vereinbarung zu sprechen. Bewegung des Rabbinatsbezirks: Geburt: 3j Febrr.: Mathilde Gersmann, Tochter der Eheleute Israel und Irma Gersmahn aus Landau, Birnbaumstraße. Trauimg: '."" 27. febr.: Herr Ludwig Speier aüs Melsungen (Bezirk Kassel) mit Fräulein Berta Gertrud'Lippold aus Edenkoben. Barmizwah: 5. März: Gerd Locb. Sohn der Eheleute Arrur und Flora Loeb aus Albersweiler. 12. Marz: Paul Mayer. Sohn der Eheleute Richard und Johanna Mayer aus Böchingen. (Die Barmizwahfeier findet in der Synagoge zu Landau statt). Auswanderung: Nach USA: Familie Adolf Mayer und Otto Mayer, beide aus Landau. Familie Alfons Feibelmann und Fräulein Rosel Pulver aus Rülzheim. Nach der Schweiz: Familie Max Bloch aus Landau. Aus den Gemeinden. Landau. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendeten: Frau Pauline Mayer, anläßlich ihres 80. Geburtstages. Frau B. Moritz«Ingenhcim anläßt, der Verlobung ihrer Tochter. Herr Otto Mayer, Ostring 16, an)äßl. seiner Auswanderung. N. N. aus gegebenem Anlaß. Herr und Frau Siegfried Weil anläßlich des Heimgangs ihrer Mutter. Den Spendern sei hiermit herzlich gedankt. Gemeindebibliothek. Die Büchcrausleihe findet jeden Dienstag von 17.15 bis 18.15 Uhr im Bibliothekzimmer des Gemeindehauses, Schützengassc 4, statt. Die Ausleihe ist kostenlos und für jedes Gemeindcmitglicd des Rabbinatsbezirks Landau bestimmt. Herr August Schönfcld stellte der Bibliothek Bücher zur Ver» fügung. Dem Spender sei hiermit bestens gedankt. Neuanschaffungen: j Seligmann, Rcligiös'liberalcs Judentum, Rückschau und Aus» blick; Zu Martin Bubcrs 60. Geburtstag; Martin Bubcr und sein Werk. Reichsbund jüd. Frontsoldaten, Ortsgruppe Landau Pfalz. Gefallenengedenkfeier. Wie alljährlich, findet auch die ses Jahr wieder eine GefalIencn»Gedcnkfcier statt. Diese wird in Verbindung mit dem Samstagsgottesdienst am 12. März, vormittags 9 Uhr abgehalten. Ich bitte alle Kameraden sich zu diesem Gottes« dienst freizumachen und durch ihr Erscheinen zu beweisen, daß sie unsere gefallenen Kameraden nicht vergessen haben und ihnen den ihnen gebührenden Dank dadurch abzustatten. S. Günzburger, 1. Vorsitzender. Jüdischer Jugendbund Landau (Makkabi hazair). Aussprache über Berufsniöglichkciten mit Frau LcvyZobel. Am Nachmittag des 1. Februar sprach Frau LcvyZobel mit der jüdischen Jugend über die verschiedenen ßcrufsmöglichkcitcn in Palästina und daran anschließend auch über diejenigen in den andc ren Ländern. Sic zeigte an der ungünstigen Berufsgliederung der Juden in Deutschland die Notwendigkeit einer Berufsumschichtung ür junge Menschen. Das Interesse der Jugendlichen ging gemäß den Auswanderungstendenzen ihre Kitern mehr auf die Berufs« möglichkcitcn für außerpalästinensische Länder. Auch diese Fragen versuchte Frau LevyZobcl ausreichend zu beantworten. Infolge der geschickten pädagogischen Fragestellung von Frau LevyZobel war der Nachmittag auch über die praktischen Ikrufsfragcn hinaus sehr anregend und fand das lebhafte Intcicsse aller Teilnehmer. I. G. Anläßlich eines Heimabends sprach Frau LcvyZobel aüs Her Im über Berufsberatung und Umschichtung in der Aeltcren«Gruppc des Jugendbundes. Die Rcdncrin schilderte in anschaulicher Weise die Möglichkeiten der Berufsumschichtung in Lehrwerkstätten und auf Lehrgütern. Die Voraussetzung für eine gründliche Bcrufsum« Schichtung ist vor allen Dingen auch die Liebe zum neuen, gewählten Beruf und verlangt die Aufgabe der bisherigen Lebensweise. — In einer etwa eincinhalbstündigen Aussprache wurden alle Fragen, die Menschen im Alter der Gruppcnmitglicdcr interessieren, eingehend besprochen. E. K. Vortragsnachmittag von Frau Lotte LevyBacr- Am Samstag, den 19. Februar gab Frau Lotte LevyBaer einen Nachmittag für die Jugend. War es an sich schon eine pädagogische Leistung, die verschiedenen Altersstufen für die einzelne Dinge zu interessieren, so hat sie es großartig verstanden Groß und Klein in ihren Bann zu ziehen, sodaß nach 11 '■• Stunden" allgemeines Be« dauern, darüber entstand, daß alles schon zu Ende war. In bunter Abwechslung gab es Rätsel zu knacken, sann man über Scherzfragen ■"hach, führte die schöne Geschichte von der Zaubcrdrachcnschnur ins Land der Märchen und die Erzählung vom „Schofar in der Wüste" zum Nachsinnen über jüdisches Leben. Wir wünschen, daß Frau LevyBaer bald wieder einmal hierher kommt und auch im Kulturbund ihre meisterliche Erzählungskunst uns genießen läßt K. K. Spende. Von Herrn Otto Haas wurde ein Gardcrobchaltcr und von Frau Babcttc Mayer ein Stehpult der Gemeinde1 zur Verfugung gestellt. Den Spendern wird hiermit herzlicher Dank ausgesprochen. Todesfall. In Wiesbaden verstarb die früher hier wohnhafte Frau Korn» merzienrat Victor Weiß.

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