Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-02-01 · 6 (1.2.1938) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
6 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4903956-4931894-4931929--068-4904017
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 6 JODISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 7 Rabbinatsbezirk Ludwigshaffen Bewegung des Rabbinatsbezirks: iBarmizwah. \ (Nachtrag.) 22. Jan.: Martin Glietenberg, Sohn von Herrn Ludwig Glietenberg, Speyer. Sterbefälle: 14. Dez.: Frau Ernestine Schloß, Ludwigsharen a. Rh., Wrcde» Straße 16, 70 Jahre, bestattet in Wachenheim. 16. Dez.: Frau Henny Birnfeld, Ludwigsharen a. Rh., Schanz» straße 26. 52 Jahre. 26. Dez.: Frau Flora Süßel, Mannheim, 75 Jahre, bestattet in Speyer. 27. Dez.: Herr Emil Mayer, Neustadt/Weinstr., Jahnstr. 22, 59 Jahre. 29. Dez.: Herr Nathan Moos, Ludwigshafen a. Rh., Bismarck» straße 21, 65 Jahre. 1. Jan.: Frau Julie Friedmann, Weisenheim a. Sand, 75 Jahre. 12. Jan.: Herr Isaak Vollmer, Frankcnthal, Neumayerring 25, 80 Jahre. Verlobung: Erika Elkan Jacob Kaufmann Speyer a. Rh. Stuttgart Empfang: 5. und 6. Februar. Eberstadt/Baden. Auswanderung. Nach USA: Frau Alfr. Mayer geb. Weis mit ihren Knaben Bernhard und Hans, Speyer. (Toledo — 21. Febr.) Aus den Gemeinden. Ludwigshafen. > Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendeten: Frau Therese Moos und Töchter anläßlich des Ablebens von Herrn Nathan Moos. Herr Eugen Zivi anläßlich des Ablebens seiner Mutter. Jüdische Winterhilfe Ludwigshafen/Rh. Ausgabe der Kohlengutscheine am Montag, den 14. Februar, 10 bis 12 Uhr Vormittags. Sammlung der Pfundspende, Montag, den 21. Februar. Lebensmittelausgabe, am Mittwoch den 23. Februar, 10 bis 12 Uhr vormittags. Die Leitung. „Liederkranz e. V." (Jüdischer Kulturbund Mannheim) (Mitglied d. Reichsverbands d. jüd. Kulturbünde in Deutschland.) I. Auf die Opernveranstaltung folgen zwei weitere musika» lische' Darbietungen von erlesener Art. Sonntag, den 20. Februar, 20.15 Uhr, trägt das Frankfurter Orchester der Jüd. Kulturbünde unter Generalmusikdirektor Prof. Julius Pruwer Werke von Mozart, Rossini und Lalo vor. Solist ist Theo R a t n e r (Violine). Samstag, den 12. März, 2045 Uhr, spielt der hervorragende Berliner Pianist Erich Landerer einige der schönsten Tänze von Chopin, sowie die „Bilder einer Ausstellung" von Mussorsky, die Fantasie op. 15 von Schubert und die Sonate h»moll von Liszt. II. Für die Purimzeit ist der humorvolle Berliner Zauber* künstler und Bauchredner Jani B a 11 a n gewonnen worden. Er wird nachmittags eine Vorstellung für die Jugend geben und abends die Erwachsenen unterhalten und erheitern. \ III. Die Veranstaltungen finden im großen Saal Q 2, 16 statt. Es werden auch numerierte Plätze ausgegeben. Schriftliche Be» Eine Betrachtung zum Wochenabschnitt Kl tlssa. In dem Wocl\enabschnitt Ki tissa hat u. a. auch das Gebot des sinaitischen Zehnworts, das Gebot, das zur Schabbatheiligung auf» ruft, allerdings in einer anderen Formulierung wie im Deka log, seine Stelle. Man versucht zuweilen in der Bibclwissenschaft der Gegenwart dem biblischen Schabbatgebot seine Ursprünglichkeit abzusprechen, indem man sich aut Ausgrabungen in Babylonien beruft, die er» kennen lassen würden, daß es eine ähnliche Einrichtung wie die biblische Schabbatfeier auch in Babylonien bereits gegeben habe. Der biblische Schabbat wäre also, so folgert man, von Babylonien entlehnt. Dagegen ist vor allem das eine anzuführen, »worauf auch angesehene Vertreter der Bibelwissenschaft hinweisen. >Es ist richtig, daß in den babylonischen Texten — in den sogen. Keilschritttexten — das Wort schabbatu im Sinne von Feiertag sich findet, an dem keine öffentliche Handlung vollzogen werden dürfe. Es ist aber unsicher, wie weit wir es hier mit festen und über Baby» lonien hinaus verbreiteten Einrichtungen zu tun haben, und ebenso unsicher ist es, ob die Bibel daran angeknüpft hat. Wenn dies aber zutreffen würde, so würde die schöpferische, umgestaltende Kraft der Bibel erst recht offenbar werden. Denn in Babylonien hat der Schabbat eine ganz andere Bedeutung wie in der Torah. In Baby» lonien ist dieser Tag ein Tag der Angst und der Furcht, an welchem die Dämonen ihr iZcrstörungswerk verrichten, an welchem aus diesem Grunde keine Arbeit getan werden darf. In der Torah aber ist der Schabbat, wie aus dem Wochenabschnitt Ki tissa deutlich JÜDISCHER KULTURBUND FÜR DIE PFALZ Mitglied des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland. 5. Kulturbundveranstaltung: „In Kostüm und Maske" ein heiterer Kleinkunstabcnd mit: EDITH EISEN'HEIM ER, Berlin BERT BAER, Berlin Begleitung: Max Firnberg, Frankfurt a. M. in Pirmasens am Mittwoch, den 9. Februar, abends 8.15 Uhr im Gemeindesaal in Landau am Donnerstag, den 10. Februar," abends 8.15 Uhr im Gemeindesaal Programme am Saaleingang! Einlaß nur gegen Mitgliedsausweis 1 Jüdischer Kulturbund für die Pfalz. Die Ortsgruppen Kaiserslautern / Landau , Pirmasens. Stellungen werden an den Schrittführer des Vereins, Alfred Lieb» mann, Mannheim, Kaiserring 40 erbeten. Mutterstadt. In unserer Gemeinde hat nun auch in den letzten Wochen die Auswanderung begonnen. Der Anfang wurde durch Herrn Ludwig Dellheim gemacht, der mit einer befreundeten Familie nach Argen» tinien als Siedler ist. Herr Emil Löb ging ebenfalls dahin und hat in Bucnos»Aires eine befriedigende Stellung in einem Eisengeschäft gefunden. Der Bäckermeister Hermann Maas und Frau sind dieser Tage erst nach NewYork ausgewandert. Fräulein Gerda Neumann ist ebenfalls mit dieser Familie dorthin. Seit der Pensionierung unseres hochverehrten Herrn Lehrer Rosenstiel, wurde die Vbrbeterstellc ehrenamtlich von Herrn Fer» dinand Löb I. übernommen, wodurch die Durchführung eines schönen Gottesdienstes auch künftighin ermöglicht wird. Neustadt a. d. Weinstraße. Gefunden wurden anläßlich der Beerdigung des sei. Emil Mayer aut dem Friedhofe 3 zu einem Bund vereinigte Aluminiumschlüssel. Abzuholen sind solche bei Frau Emil Mayer, Witwe. Jüd. Jugendbund Speyer. Am 11. Januar sprach Herr Lehrer Marx im Jugendbund über die „Geschichte der Juden in Rumänien". — Jeden Dienstag Heim» abend. Persönliche Nachricht. Julius Kohlmann, Neustadt a. d. Weinstraße, Gustav Böhmerstr. 47 empfiehlt sich in Vc rs i c h c r u n g e n aller Art. Besonders mache ich auf meine günstige Krankenversicherung aufmerksam. Herr Oscar Bender in Schifferstadt sucht für sofort einen Lehrling bei freier Kost und Logis für sein Manufakturwarengeschäft. Der Eintritt könnte eventl. auch später erfolgen. Reflektanten können sich direkt mit Herrn Oscar Bender in Schifferstadt in Verbindung setzen. Bczirksrabbinat Ludwigshafen. hervorgeht, ein Zeichen des Bundes zwischen Gott und Israel: dieser einzigartige Tag der Weihe und der Erhebung soll die Kinder Israel erkennen lassen, daß Gott sie heiligt („ladaatn ki ani haschem mekaddischchem", 2. B. Mose, 31. 13).. Der Schabbat ist also nach jüdischer Lehre — und hierin tut sich wie in so vielem ihre Origi» nalität kund — kein Tag der Angst und der Furcht vor den Dämo» nen, sondern ein Tag der Weihe und der Heiligung, der die jüd. Gemeinschaft von Woche zu Woche an Gott und an seinen. Bund mit Israel erinnert, der uns daher nicht Schaden zufügt wie der Schabbat der Babylonieis sondern uns vielmehr im eigentlichsten Sinne des Wortes fördert, uns tröstet und aufrichtet, uns zur Füh» rung eines heiligen, makellosen, wahrhaft vorbildlichen Lebens verpflichtet. > > Mögen die Segnungen dieses heiligen Tages, der ja durch die Tochterrcligionen seinen Siegeszug durch die ganze KultUrycit angetreten, auch uns stets zuteil werden! Wir wollen diesen Tag der Weihe und der Ruhe feiern in unseren Synagogen und in un» Seren Familicnhäuscrn, damit auch uns die Erbauung und die Er» hebung, die religiös»sittlichc Stärkung und Festigung gespendet werden möchten, die schon Jahrtausende hindurch dieser fest» liehe Tag zu gewähren imstande war. Oncg Schabbat, jenes Wort, das Bialik in Anlehnung an den Jesajanischen Vers „wekarata laschabbat oncg, Du sollst den Sab» ath eine Lust nennen" geprägt hat, sei unser Losungswort be» sonders in diesen trüben, sorgenvollen Tagen. . . Rabbiner Dr. Ernst Stcckclmacher, Ludwigshafen a. Rh. \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.