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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-02-01 · 6 (1.2.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
6 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 6 Rabbinatsbpzirk Kaiserslautern | Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefälle: I. Jan.: Frau Mina Bender geb. Lövinger, Kaiserslautern, v 82 Jahre. 4. Jan.: Frau Mina Sonnheim geb. Süß, Neuhemsbach, 82 Jahre. 5. Jan.: Frau Mathilde Frank geb. Frank, Rockenhausen, 88 Jahre. Auswanderung: Nach US A: Frau Sclma Hclfgott und Kinder; Frau Thea Frank und Sohn; Fräulein Gerdi Straß, Tochter von Herrn Isaac Str.ih. samtlich aus Kaiserslautern. Frau Berta Rheinstein geb. Schwarz, Obermoschel. 1 lerr Leo Krämer und Fr.m Betty geb. Rheinstein, Obermoschel. Nach Holland: Familie Mayer Krämer aus Kaiserslautern. Geburtstage: 26. Jan.: Herr Simon Becker, Kaiserslautern, 85 Jahre. 6. Febr.: Herr David Mai, Kaiserslautern, 80 Jahre. - - ' * ' WW*.,*.* — v. » . i uGr _ -,. nwe Aus den Gemeinden. Kaiserslautern. Am Mittwoch, den 16. Februar d. J., nachmittags 16.30 Uhr, veranstaltet Frau Lotte Levy*Baer, Wiesbaden im Heim der Z. O. G. eine Jugendstunde, abends 20.30 Uhr für die Mitglie* der der Gemeinde in der Synagoge\einen Vortrag „Wanderung und Wandlung". Das neue jüdische Buch. Mitteilungsblatt des jüdischen Buchhandels. Mit Genehmigung des Herrn Sonderbeauftragten des Reichs» ministers für Volksaufklarung und Propaganda betr. Ucberwachung der geistig und kulturell tätigen Juden im deutschen Reichsgebiet erscheint im Joachim Goldstein Verlag, Berlin»Wilmersdort, Uh« landstr. 110 111 ab l. Dezember 1937 das „Mitteilungsblatt des Jüdischen Buchhandels". Das Blatt ist geschaffen um den Kontakt zwischen Buchhändler und Verlag einerseits und dem Publikum andererseits zu stärken. Neben Verlegeranzeigen wird es eine voll» Zur jüdischen Winterhilfe. Mit Genehmigung des Schocken*Verlages bringen wir den Abdruck einiger Geschichten aus den „Chassidischen Büchern" von Martin Buber, die das Thema „Helten" behandeln. Die Redaktion. Imitatio Dei Der Sassowcr gab einmal einem übel berüchtigten Menschen sein letztes Geld hin. Die Schüler warfen es ihm vor. „Soll ich", sagte er, „wählerischer sein als Gott, der es mir gegeben hat?" Wie der Sassower die Liebe lernte Rabu' Mosche Leib erzählte: Wie man die Menschen lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit anderen Bauern in einer Schenke und trank. Lange schwieg er wie die andern alle, als aber sein Herz vom Wein bewegt war, sprach er seinen Nachbarn an: „Sag du, liebst du mich oder liebst du mich nicht?" Jener antwortete; „Ich liebe dich sehr." Aber er sprach wieder: „Du sagst: ich liebe dich, und ständige Biographie der jüdischen Neuerscheinungen, eine Rubrik angebotene und gesuchte Bücher sowie ein Bücherreterat aus der Feder des Herrn Dr. Lutz Weltmann bringen. Jeder Bücherinte* ressent kann das Blatt kostenlos bei seinem Buchhändler verlangen. Jacobsohn Hirsch, „Jüdische Mütter", Vortrupp»Verlag, Berlin 1936. In der Weise, wie dieses Buch sich durchgesetzt hat, darf man annehmen, daß es bereits einem breiten Kreise bekannt ist. Es verlohnt sich immer wieder diese wunderbare Darstellung des Lebens bedeutender jüdischer Mütter zu lesen. Sie zeigt aber auch wie diese Mütter den Weg ihrer Kinder in entscheidender Weise beeinflussen und ihm Richtung geben, und was die jüdischen Mütter für ihre Kinder bedeuten. Der Mutter der Zwölttausend ist das Schlußkapitel gewidmet, als Denkmal für all das Leid, das Tausende von Müttern erlitten haben. Fritz Cohn, ,.Von Pinsker bis Weizmann, Im Kampf für eine Idee". Berlin 1937, Joachim Goldstein»Verlag. Will man sich in kurzer Zeit einen klaren Ueberblick über die bedeutendsten Köpfe des Zionismus verschaffen, so greife man zu diesem Büchlein. In dem engen Raum von 104 Seiten unter« nimmt der Verfasser den gewagten Versuch dem Leser 16 markante Führer der zionistischen Bewegung in ihrer Bedeutung für die zionistische Idee zu umreißen. Man kann in einer solchen knappen Üebcrsicht keine tiefschürfende Abhandlungen verlangen. Aber das, worauf es ankommt, ist gesagt, ist kurz und prägnant gesagt, und der Ansatz zu einer Vertiefung in das Leben und in die Ideen» gänge der großen geistigen Führer des Zionismus ist gegeben. Der Arbeit in den Bünden und allen denen, die sich mit der geistigen Entwicklung vertraut machen wollen, sei dieses wohlteile Büchlein bestens empfohlen. v Ludwig Strauß, „Kleine Nachtwachen". Schocken»Verlag, Berlin 1937. In visionärer dichterischer Schau gibt Ludwig Strauß die Stirn» mung und Mentalität des Palästina der Unruhen wieder. Die Ge< dichte sind auf der Wache entstanden, als es galt jüdisches Leben und Gut zu schützen. Die Einsamkeit des Wachenden vermittelt durch die Losgelösthcit vom brandenden Leben mit seinen Sorgen und Nöten erst recht die Ueberschau über all die Fragen des Alltags, läßt zu einem gewissen Abstand von den Dingen kommen. Aus solchen sind diese besinnlichen und manchmal satirischen Gedichte entstanden. Man wird an diesen Spruchzyklen eine große Freude erleben und die Lektüre derselben wird einen köstlichen Genuß be> reiten. weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebtest du mich in Wahrheit, du würdest es wissen." Der andere vermochte kein Wort zu er* widern, und auch der Bauer, der gefragt hatte, schwieg wieder wie vorher. Ich aber verstand: das ist die Liebe zu den Menschen, ihr Bedürfen zu spüren und ihr Leiden zu tragen. Die gute G o 11 e s 1 e um n u n g Rabbi Mosche Leib sprach: Es gibt keine Eigenschaft und keine Kraft am Menschen, die umsonst geschaffen wäre. Und auch alle niedern und verworfenen Eigenschaften haben eine Erhebung zum Dienste Gottes. So etwa der Hochmut, wenn er erhoben wird, wandelt er sich zu einem hohen Mut in den Wegen Gottes. Aber wozu mag wohl die Gottes» leugnung geschalten sein? Auch sie hat ihre Erhebung in der hilfreichen Tat, denn wenn einer zu dir kommt und von dir Hilfe fordert, dann ist es nicht an dir, ihm mit frommen Munde zu empfehlen: „Habe Vertrauen und w,irf deine Not auf Gott", son* dem dann sollst du handeln, als wäre da kein Gott, sondern auf der ganzen Welt nur einer, der diesem Menschen helfen kann, du allein. Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu ii. 12. 15 1. Febr.: 1. Ncumondstag 2. Febr.: 2. Neumondstag (Adar I) 4. Febr.: Schabbath'Eingang 5. Febr.: Morgens (Tcrumah) Minchah Ausgang Febr.: Schabbath'Eingang Febr.: Morgens (Tczawch) Minchah Ausgang Febr.: Klcin»Purim 18. Febr.: Schabbath'Eingang 19. Febr.: Morgens (Ki tissa) Minchah > Ausgang 25. Febr.: Schabbath'Eingang 26. Febr.: Morgens (Wajakhcl»Para» schath Schckalim) Ncumondswcihe Minchah1 Ausgang . Ludwigs* Kaisers' Landau Pirmasens hafen I lautern 17.30 17.30 17.15 17.30 9.00 9.00 S 9.00 9.00 15.30 17.45 L 15.30 18.10 18.10 18.10 18.15 17.45 17.30 17.30 17.45 9.00 9.00 S 9.00 9.00 15.30 17.55 L 15.30 18.20 . 18.20 18.20 18.25 17.45 17.45 17.45 18.00 9.00 9.00 S 9.00 9.00 15.50 18.05 L 15.30 18.30 18.30 18.30 18.35 18.00 18.00 17.45 18.15 9.00 9.00 P 9.00 P 9.00 15.30 18.20 L 15.30 18.45 18.45 18.45 18.50 * Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.15 Uhr (an Sonn» tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf besond. Anordnung; abends 17.30. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn* tagen 8.30 Uhr) auf besondere An* Ordnung; abends regelmäßig 18.30 im Gemeindezimmer. Ludwigshafen: Morgens 7.15 Uhr (an Sonntagen 8 Uhr); abends 19.30. Kaiserslautern: Gottesdienst findet nur auf besondere Anordnung hin statt. Die Bezirksrabbinate Landau, Pirmasens, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Zeichenerklärung: P * Predigt S « Schrifterklärung L * Lehrvortrag Jg ' Jugendgottesdiens^ Druck: Heinrich Wildmann, Philippsburg Baden.

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