Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 5 (1.1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.5 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 7 eine Anzahl gibt, die dringende Aufforderung, ihren Verpflichte tungen gegen die jüdische Winterhilfe für das abgelaufene Quartal baldigst nachzukommen. „Seid Euch Eurer sittlichen Pflicht zum wirklichen Opfer bewußt! Bekennt Euch durch den Einsatz Eurer Person und Eurer finanziellen Kraft zu unserer Gemeinschaft! Spendet für die Jüdische Winterhilfe!'- Die Leitung. Jüdischer Kulturbund für die Pfalz, Ortsgruppe Pirmasens. Wie aus der Anzeige in der heutigen Nummer des Gemeinde» blattes ersichtlich, steht uns die große Freude bevor, am Mittwoch, den 19. d. Mts., die beliebte Meisterin der Vortragskunst, Frau Edith Herrnstadt»Octtingen, als 'Vermittlerin wertvoller jüdischer Rezitationen aus alter und neuer Zeit zu hören. Programme werden den Besuchern des Vortragsabends am Saaleingang ange* boten werden. Nur Kulturbundmitglieder haben gegen Vorzeigung ilvrcs Ausweises Zutritt. Wir bitten alle unsere Mitglieder, auf diesem Wege von der Veranstaltung Kenntnis zu nehmen, sich den Termin vorzumerken und den Abend freizuhalten. Wir. rechnen in Anbetracht der hohen kulturellen Mission der Künstlerin und ihrer Darbietungen mit einem vollzähligen Erscheinen. — Da Frau Else Alexander Pirmasens verläßt, muß aas Inkasso einer anderen vertrauenswürdigen Person aus unserer Gemeinde übertragen werden; wir werden dieselbe mit einem Ausweise verschen. Der Wegzug von Frau Else Alexander, den wir aufrichtig bedauern, veranlaßt uns, ihr für die treuen Dienste, die sie unserer Orts« gruppe jederzeit bereitwilligst geleistet hat, unseren wärmsten Dank öffentlich auszusprechen. Der Bildungsausschuß. Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau. Es ist unseren Gemeindemitgliedern noch nicht zur Genüge bekannt, daß der Zentralausschuß v für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland die Zentralstelle für die gesamte soziale und wirtschaftliche Ililfsarbeit der Juden in Deutschland ist, das Gremium, zu dem sich alle maßgebenden jüd. Organisationen zusammengeschlossen haben. Der Zentralausscnuß leitet die -gesamte Hilfstätigkeit, sorgt dafür, daß die Arbeit aller Stellen im Einklang miteinander steht, und verteilt die zur Ver» fügung stehenden Mittel .nach den sachlichen Bedürfnissen. Im Auftrage dieses 'Ausschusses hat Herr Martin Gerstel am 16. und 17. Dezember hier eine Sammelaktion durchgeführt. Bei der Kürze seines Aufenthaltes hierselbst hat er mehrere Gemcindcmitglieder "nicht oder nicht noch einmal besuchen können. Einmalige größere Spenden oder Beiträge für das neue Jahr 1938 können auf das Post« scheckkonto des Preuß. Landesverbandes jüd. Gen:eind:n Nr. 70577, Berlin, Sonderkonto Zentralauschuß für Hilfe und Aufbau überwiesen werden. Im übrigen verweisen wir auf die „Blaue Beitrag» karte", die" von Frau Bertha Beiersdorf, Exerzierplatz-13, erworben werden kann. Der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau blickt im Jahre 1958 auf «ine Tätigkeit von. 5 Jahren zurück und beabsichtigt daher, in diesem ijahre seine Werbung unter der einheitlichen Parole „5 Jahre Hilfe und Aufbau" durchzuführen. Aus diesem Anlaß veröffentlicht die Reichsvertretung eine Broschüre, die über die in diesen Jahren erzielten Leistungen Aufschluß geben soll. Diese Schrift, die dem Gemeindevorstand und dem Bczirksrabbinat zugeleitet worden ist, soll dazu beitragen, bei den in der Gemeinde» arbeit Stehenden das Verständnis für die Arbeit der Rcichsvcr» tretung und des Zentralauschusses zu vertiefen. N. Kirchgeld. , Den Gemeindemitgliedern ist im vorigen Monat eine Kirch« 'geldordnung sowie ein Rundschreiben betr. Erhebung des Kirch» geldes durch den Synagogenrat zugesandt worden., Die Zahlungen sind pünktlich an dert vorgeschriebenen Terminen zu leisten, und zwar in den ersten 8 Tagen der Fälligkeit eines jeden Monats bei der Geschäftsstelle der isracl. Kultusgemeindc, Bitschcrstr. 29, nachmittags von 2 bis 6 Uhr, oder in diesen Tagen, wie auch, späterhin beim Post: :hcckamt Ludwigshafen, Konto Nr. ,14258, Steuerkonto der isracl. Kultusgemeindc Pirmasens. Die erste Rate ist am 1. Januar, die zweite am 1. Februar, die letzte am 1. März 1938 fällig. Alles Weitere wie Abgabepflicht, Höhe der Kirchgeld-* fonderung, Reklamationen usw. ist aus der Kirchgeldordnung und dem Rundschreiben ersichtlich.'. < Der Synagogenrat. 90. Geburtstag. A-tn 27. Januar ist es der Seniorin unserer Gemeinde, Frau Wwe. Eduard Schohl, Landauerstr. 30, mit götttlicher Hilfe vergönnt, das 9. Jahrzehnt ihres arbeitsreichen Lebens zu vollenden. Mit einer für dieses hohe Alter außergewöhnlich großen Rüstige Iceit des Geistes und des Körpers sieht Frau '.Schohl der Feier ihres 90. Geburtstages entgegen. Unsere ganze Gemeinde nimmt an diesem seltenen Feste aufrichtigen Anteil und würischt der allverchrten Jubilarin von Merzen einen weiteren gesegneten Lebensabend. "jl c^üt nm ~; Danksagung. Für die zahlreichen Bcilcidsbckundungcn aus Anlaß des Hin» Scheidens unserer geliebten Schwester und Schwägerin Frau Berta Eichengrün in Witten Ruhr sagen wir hiermit unsern innigsten Dank. Pirmasens, 15. Dezember 1937. A. Michel. Oberlehrer und Kantor i. R., und' Frau. Persönliche Nachrichten. Ein großes, freundliches Zimmer, leer oder möbliert, evtl. mit Küchenbenützung üt preiswert abzugeben. Aelteres Ehepaar sucht 1—2 Zimmerwohnung mit Küche, evtl. Küchenbenützung in gutem Hause. Moritz Alexander, Landauerstr. 29. Die Trauung von Frl. Lotte Stern, Pirmasens und Herrn Ernst Frohwein, Mainz findet am Sonntag, den 9. Januar in Baden» Baden, Hotel Tannhäuscr statt. Max Stern und Frau. Rabbinatsbezirk Ludwigshafen Bewegung des Rabbinatsbezirks: Geburten: 30. Okt.: Isi Adolf Pflanzer. Sohn des Herrn Viktor Pflanzer, Ludwigshafen. 19. Nov.: Franz Herbert Neubauer, Sohn des Herrn Fritz Neubauer, Ludwigshafen, Grünerstr. 7. Sterbefälle: 25. Nov.: Frau Ida Cohn geb. Salomon, Ludwigshafen Rh., Prinzrcgentcnstr. 45, 56 Jahre.. 26. Nov.: Herr Leopold Maver aus Neustadt a. d. W., 84 Jahre. 13. Dez.: Frau Schloß. Auswanderung: Nach USA: Herr Rcinhold Herz aus Speyer; Fräulein Auguste Mayer aus Neustadt: Her Ernst Mai aus waUhalben. Aus den Gemeinden. Ludwigshafen. Jüdische Winterhilfe Ludwigshafen Rh. Wir wenden uns erneut an unsere Gemcindcmitglieder mit der Bitte um tatkräftige Unterstützung durch die Hej-gabc von Sach« spenden. Wir benötigen dringend: eine Matratze, Bettwäsche, Herrenbekleidungsstücke, Herren» und Damenunterwäsche. Wir sind jederzeit bereit, die Spenden abholen zu lassen. Rufen Sie uns ^bitte unter der Telefonnummer 60803 an. Die Leitung, Liederkranz e. V. -1- Jüd. Kulturbund Mannheim. (Mitglied d. Reichsverbandes d. Jud. Kulturbünde in Deutschland) Der Vortrag von Rabbiner 0)r. Max Grunewald „Aufklärung und Romantik in der jüdischen Neuzeit" findet Samstag, den 8. Januar 1938. 20.15 Uhr, im großen Saal Q 2. 16 statt. Karten für Mitglieder eines Kulturbundes an der Abendkasse. Die heitere Oper von Gimarosa „Die heimliche Ehe" wird Samstag), den 22 Januar, 20.15 Uhr, Sonntag, den 23. Januar, 16.30 Uhr, und Montag, den 24 Januar, 20.15 Uhr, auf der Dreh» v bühnc des großen Saales Q 2, 16 aufgeführt. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Max Sinzheimer, die Inszenierung besorgt Ernst Kudolt Mayer, die reizvollen Bühnenbilder hat Erich Marx hergestellt Schriftliche Bestellung von Karten wird an den Schriftführer des Vereins, Alfred Liebmann in Mann* heim, Kaiserring 40. erbeten. Dci Preis (3.— RM. für die 1. Abt., 1.50 KM. tur die i Ah|., I - KM. für die 3. Abt. nicht numeriert)! ist gleichzeitig dem Postscheckkonto Ludwigshafen 9909 „Lieder* kränz e V . Mannheim," zu überweisen. Lichthildausweis eines auswärtigen Kultuihimdcs genügt Bad Dürkheim. Seit meinem letzten Berichte in Nr. 4 dieses Gcmcindchlattcs — ein pfalzischer Rabbiner nannte ihn einen Hesped. eine Trauerrede — ist in der Auswanderung kein Stillstand eingetreten. Das Verhängnis ist nicht abzuwenden. Herr Willy Reiß, Sohn des vor neun Monaten verstorbenen,' Adolf Reiß, ist mit Frau und Kind vor wenigen Tagen nach Krefeld abgewandert, um von dä aus in einer Maschinen-Werkstätte in Duisburg sich für den Handwerkerberuf umzustellen. Wiederum ein schweier Verlust für unsere Gemeinde, denn wir verlieren in Willi Reiß einen wahren und aufrechten isch jehudi, einen Mann, der seither sieh unserer Winterhilfe selbstlos zur Verfügung stellte und die Buchführung derselben in musterhafter Weise besorgte. - Ihm wird schon in den nächsten l agen der 22 jahrige aus WaUhalben stammende Ernst Mai folgen, seit längerer Zeit in der Metzgerei Emil Scheuer im benachbarten Wachenheim tätig. Der junge Mann hatte mehrmals in eier Woche bei unseren Dürkheimer Glaubensgenossen cu tun und nahm dann auch regelmäßig an unserm Gottesdienste teil. Unsere besten Wünsche .begleiten den Scheidenden nach Nordamerika. Schon wirkt sich die starke Abnahme unserer Gemeinde beim Gottesdienste aus. Ein spärliches Min jan I Und wenn einmal kein Minjan Zustandekommen kann, dann soll doch unser gemeinsames Gebet nicht fehlen. Wir beachten dann die lottcsdicnstordnung für Gemeinden ohne Min jan". herausgegeben von der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" zu Frankfurt a. M. Anknüpfend daran will ich nur noch sagen und das wird wohl über den Techuin (Grenze) der hiesigen Gemeinde hinaus zu beachten sein : Wer heute '.us Lässigkeit oder Bequemlich« keit dem Gottesdienste fern bleibt und dadurch das Zustandekommen eines Minjan vereitelt, begeht ein schweres Unrecht gegen das Gottesgesetz und gegen seine Gemeinde. \