Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 5 (1.1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 5 Noch ein Wort über die hiesige jü'dische Jugend. Sie war einst der Sonnenschein unserer Gemeinde, zwei Knaben besuchen die jüdische Volksschule Mannheim, ein jüdischer Schüler sitzt noch in der hiesigen Realschule (vormals eine jüdische Lehranstalt!) und drei Kinder fahren nach Neustadt, zur Sonderklasse. Von «incr Chanukka*Fcicr müssen wir leider .absehen, doch '.sollen die wenigen Kinder mit einem kleinen Chanukka»Geschcnk be* dacht werden. Ludwig Strauß. Chanukka in Bad Dürkheim. Eine bescheidene, improvisierte Feier inmitten der Dürkheimcr Gemeindcfamilic. Sie fand beim Ausgange des Schabbos*Chanukka im Gemeindezimmer statt Männer und Frauen hatten sich um die Cnanukka*Flammchcn geschart und auch die Kinder fehlten nicht. Denn was wäre eine Chanukkafcicr ohne Kinder? Leider sind ei nur noch wenige in unserer Gemeinde. Nach dem Abend* gottesdienste sprach ich für uns Alten einige einleitende Sätze, gedachte unserer glücklichen Jugendzeit, in der wir neben Vater und Mutter an Chanukka die mit Oel gefüllten und mit einem Dochte versehenen Nußschalen anzündeten und wie diese Flamm* chen Jahr für Jahr bis zum heutigen Tage uns geleuchtet und jüdischer! ('.eist und jüdische Tat uns gekündet haben. — Vier Kinder .trugen hierauf Chanukkah*Gedichte vor, eine Menorah ließ die Chanukk.vllymne erklingen und darauf folgte der all* gemeine Gesang: Moos zur!" Mit einer Beschcnkung der Kinder durch den Fraucnvcrcin schloß die einfache und doch stimmungs* volle Feier. E- St. Neustadt a. d. Weinstraße. Anfangs November verschied nach kurzem Krankenlager im patriarchalischen Alter .von 78 Jahren der langjährige Kantor, Religionsichrer und Rechner unserer Kultusgcmcindc, Hermann Dottenheimer. Derselbe weilte seit seiner Pensionierung bei seinen Töchtern in Budapest, nachdem zum Herzeleid der Familie der einzige, hoffnungsvolle Sohn ein Opfer des Weltkriegs geworden war. In einer tiefempfundenen Ansprache im Gotteshause, wto ja so oft der vorzügliche Scholiach Zibbur seine prächtige Stimme zur F.hrc Gottes und der Menschen Erbauung ertönen ließ, würdigte I lerr Vorstand Gustav Weil nach Beendigung der sabbath*> liehen Thorahvorlesung das überaus segensreiche Wirken dieses pflichtgetreuen Beamten während seiner 25 jährigen Amtstätigkeit hier. In Freud und Leid, so führte der treffliche Redner weiter aus, habe sich dcV nun Verklärte mit .seinen Kultusmitgliedern aufs engste verbunden gefühlt und bis zum letzten Atemzuge dessen treues Herz für die ehemalige Heimat in voller Wärme geschlagen. Tiefe Rührung übermannte Redner wie Zuhörer als er im Schluß« worte in seinem und der Gemeinde Namen das feierliche Gelöb* nis ablegte, das Gedächtnis des Verklärten allezeit zu ehren und in dankbarer Erinnerung hochzuhalten. Am 2b. November erfüllten wir die traurige Pflicht unsern lieben Mitbruder Leopold Mayer im Alter von 84 Jahren das letzte Geleite auf unsern ehrwürdigen Friedhof zu geben. Aus kleinen Anfängen hatte der nun Verstorbene durch eisernen Fleiß und seltene Tüchtigkeit sein Geschäft zu einem der angesehendsten der Pfalz erhoben und sich durch seine Leutseligkeit und Hilfst bercitschatt einen Namen geschaffen, der weit über die Grenz» pfähle hinaus ihm allezeit ein gutes Gedenken sichert. Möge der nun Entschlafene, dessen Werdegang ein an Erfolgen reich ge* kröntcr war, in Frieden ruhen! ' 60. Geburtstag. Am 25. Dezember feierte Herr Kantor Rödels* heimer seinen 60. Geburtstag. Speyer. Abschied. Nach meiner Auswanderung nach USA rufe ich allen Freun. den und Bekannten in der Pfalz auf diesem Wege noch ein herzliches Lebewohl zu. Reinhold Herzt In diesen Tagen wanderte 1 lerr Reinhold Herz nach USA aus um dort sein Studium fortzusetzen. In jungen Jahren ver* öffentlichte er zahlreiche Aufsätze in verschiedenen jüdischen Zeif» hingen. Außerdem hat er sich für die jüdische Jugendbewegung in der Pfalz und im Reich sehr verdient gemacht. Er verfaßte eine „Gedenkschrift anläßlich des ,100 jährigen Bestehens der Synagoge in Speyer" und eine geschichtliche Darstellung „Die Juden in der Pfalz". Wir wünschen ihm alles Gute auf seinem Lebenswege. Persönliche Nachricht. Säckefabrik und Großhandlung M. Bergmann, Ludwigshafen'Rh., Oggersheimerstraße 36, Fernruf Nr. 61378 kauft jede Sorte und Menge Säcke, Sacklumpen, Tabak« und Manufaktur Kmballagen, sowie Tabak' und sonstige Matten, ab jeder Station gegen Kasse und bittet um gefl. Angebot. Reparaturen an Säcken werden, prompt ausgeführt. Rabbinatsbezirk Kaiserslautern Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefall: 3. Dez.: Fräulein Rosalic Gottlieb aus Ebernburg, 85 Jahre. Auswanderung: V . Nach Luxemburg: Familie Max Marum, Alsenz. Nach USA: Herr Max Kern und Frau; Frau Frank aus Lau* terecken: Familie Sally Kahn aus Eisenberg. Nach Uruguay: Walter Straß aus Sembach. Nach Frankreich: Familie Eugen Aron Jsrael aus Kaiserslautern. Aus den Gemeinden. Jüdischer Kulturbund für die Pfalz, Ortsgruppe Kaiserslautern. Im Rahmen des Kulturbundes Kaiserslautern, hielt Herr Dr. Julius Bab, Berlin, einen Vortrag über das Thema: „Der Widerhall der Bibel in der europäischen Dichtung". Wenn auch die Zuhörerzahl klein war, so war die Art des Vor*1 trags um vieles größer, denn der Redner brachte in einer ganz wunderbaren Art und Weise, die Momente, die den einzelnen europäischen Dichtern Veranlassung gab, die .Bibel vom ersten Jahrtausend der heutigen Zeitrechnung bis in die neueste Zeit, zu verherrlichen. Wie Herr Dr. Bab, die Themen: das neue Paradies, das Hirtenlied, Josua, u. a. m., schilderte, war für die Zuhörer, wirklich eine Stunde der Erbauung, an der die Teilnehmer noch lange zehren werden. An dieser Stelle sei dem Redner, Herrn Dr. Bab, nochmals herzlicher Dank ausgesprochen. N. M. Kusel. An Schabbos*Chanukka fand in der gut besetzten Synagoge Gottesdienst statt. An Chanukka wurden seitens der jüdischen Winterhilfe Wäsche und Lebensmittel ausgegeben. Die Lehrerswitwe, Frau Math, Loeser, vollendet am 15. Januar ihr 75. Lebensjahr. Möge die Jubilarin noch viele Geburtstage in Gesundheit erleben pyjg ÜY-jjpyi HNO "y Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu Kaisers« lautern Landau Ludwigs» Pirmasens I hafen 3. Jan.: Neumondstag (Sch'wat) 7. Jan.: Schabbath«Eingang 8. Jan.: Morgens (Bo) Minchah Ausgang 14. Jan.: Schabbath»Eingang 15. Jan.: Morgens (B'schallach) Minchah' Schabbath Schirah Ausgang 17. Jan.: Chamischah aßar bisch'wat Neujahrsfest der Bäume 21. Jan.: Schabbath'Eingang 22. Jan.: Morgens (Jithro) Minchah Ausgang 28. Jan.: Schabbath'Eingang 29. Jan.: Morgens (Mischpatim) Neumonds weihe. Minchah Ausgang 1. Febr.: 1. Neumondstag 2. t'tbr .: 2. Neumondstag (Adar I) 16.45 16.45 16.45 17.00 9.00 9.00 S 9.00 9.00 15.30 17.05 L 15.30 17.30 17.30 17.30 17.35 17.00 17.00 16.45 17.00 9.00 , 9.00 S 9.00 9.00 15.30 15.00 Jg 15.30 17.40 17.40 17.40 17.45 17.15 17.00 17.00" 17.00 9.00 9.00 S 9.00 9.00 15.30 17.25 L 15.30 17.50 17.50 u 17.50 17.55 17.15 17.15 17.15 17.15 9.00 9.00 9.00 P 9.00 (Barmizwah) 15.30 17.35 L 15.30 18.00 18.00 18.00 18.05 Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn* tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf besond. Anordnung; abends 17.30. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn* , tagen 8.30 Uhr) auf besondere An* Ordnung; abends regelmäßig 18.30 im Gemeindezimmer. Ludwigshafen: Morgens 7.15 Uhr (an Sonntagen 8 Uhr); abends 19.30. Kaiserslautern: Gottesdienst findet nur auf besondere Anordnung hin statt. Die Bezirksrabbinatc Landau, Pirmasens, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Zeichenerklärung: P * Predigt S « Schrifterklärung L * Lehrvortrag Jg ' Jugendgottesdienst Druck: Heinrich Wildm a n n, Philippsburg/Baden.