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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1937-10-06 · 2 (6.10.1937) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
2 (6.10.1937)
Date
1937-10-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHES GEMEINDE BLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 2 Jüdischer Kulturbund für die Pfalz / Ortsgruppe Landau. Am 2. September fand eine Mitgliederversammlung der Orts* gruppc Landau des jüdischen Kulturbundes für die Pfalz statt. Durch besondere Umstände waren nur sehr wenige Mitglieder erschienen, denen aber durch den ausgezeichneten Vortrag des Geschäftsführers des jüdischen Kulturbundes für die Pfalz, Herrn Theo Ericdländcr aus Pirmasens über das Thema: „Was bedeutet und bezweckt jüdische Kulturarbeit?" ein seltener Genuß be« schieden wurde. Durch Abdruck dieses Referates sollen die darin ausgesprochenen grundlegenden Gedanken jüdischer Kulturarbeit allen Juden der Pfalz zugänglich gemacht werden. Durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe Landau wurde ^ein Jahres* und Kassenbericht erstattet. Da durch die Abwanderung die Einnahmen sehr gesunken sind, soll die für den Etat 1937/38 fehlende Summe durch eine besondere Sammlung aufgebracht werden. Rcichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Landau. Die silberne Ehrcnnadel des Bundes wurde mit einem Glück« wunschschreiben des Landesverbandes und des Vorstandes der Ortsgruppe Landau den Kameraden Siegfried Stern und Willy Scharff verliehen. Für Schachspieler. Interessenten an regelmäßigen Spielabenden im jüdischen Kaffee wollen sich bei Frau Sternwciler melden. — Unsere Bitte um leihweise Ueberlassung oder Stiftung von Schachspielen hatte leider wenig Erfolg und müssen sie deshalb nochmals wiederholen. \ Bibelkurs. Wer beteiligt sich an einem Bibelkurs, in welchem die Bibel gelesen und erklärt werden soll? Zeitpunkt wird gemeinsam fest« gesetzt. Anmeldungen wollen schriftlich\an das Bezirksrabbinat gerichtet werden. Jüdisches Kaffee (Rufnummer .3434). Das jüdische Kaffee ist am Mittwoch abend, Samstag und Sonn« tag nachmittag und abend geöffnet. Der Samstag abend hat sich in schöner Weise als Familienabcnd eingeführt. Abschied: \ Anläßlich meiner Auswanderung nach U.S.A. rufe ich allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl zu. Doris Weil, Landau. Edenkoben. Ein von Herrn Lehrer Bär ins Leben gerufenes und gelei« tetes Hoschano»rabboh*Lcrnen fand am Samstag, den 25. Sep£ abends 8 Uhr statt. Die Beteiligung war wider Erwarten sehr groß und der hierfür sehr geeignete Schubaal war restlos besetzt. Nach Abschluß des ersten Teiles der Psalmen stellten sich sogar die Damen ein. Alles folgte dem ausführlichen Vortrag von Herrn Lehrer Bär über das .Kaddischgebet mit größter Aufmerksamkeit. Zum Abschluß dieses Vortrages sprachen die Owelim das Lern« Kaddisch, worauf der zweite 'Teil der Psalmen rezitiert wurde. Hieran schloß sich ein gemütliches Beisammensein, das sich sehr lange ausdehnte. Für Speise und Trank war aufs beste gesorgt und an dieser Stelle sei herzlicher Dank den edlen Spendern ausgesprochen. Die Ehre des Benschens wurde an den Meistbie« tenden versteigert; diese Summe und der Ueberschuß aus den Kosten dieses Abends wurden zu einem Fond für die jüdische Winterhilfe bestimmt. Diese Veranstaltung zeigt wieder, daß auch in den Kleinge« gemeinden bei gutem Willen etwas geleistet werden kann, und beweist, daß auch im engsten Kreis der jüdischen Gemeinschaft noch fruchtbares jüdisches Lebeh zu pulsieren 'vermag. Wie alljährlich so fand auch in diesem Jahr an Simchas Thorah unsere Kinderfeicr statt. Trotz der geringen Kinderzahl verlief die Feier dennoch sehr erhebend und schön. In der von Kinderhand in Form einer Sukkoh geschmückten Synagoge erfuhren die Kinder durch die Ansprache des Lehrers wieder einmal den Sinn und Zweck des Festes. Traditionsgemäß erhielten die Kinder ihre sehnsüchtig erwarteten Tüten nebst Beilage und 'einer wertvollen Sonder« zulage eines Kinderfreundes. D. B. " Rülzheim. \ ' ' Jomim nauroim in Rülzheim. Die Synagoge bot das gewohnt'festliche Bild. Araun hakau* desch und Almemor weiß, weiße Tücher auf den Pulten der Beter, und die Herren mit dem Sargenes angetan. Der Abendgottesdienst wurde durch den Vorbeter in feierlicher Weise eröffnet; die alt« bekannten Nigunim erklangen, und bald wurde auch der letzte Beter von der Stimmung der Jomim nauroim erfaßt. Jeder einzelne versteht mehr den Sinn der Gebete denn je. Eine Ansprache des Lehrers drückte die Gedanken und Empfindungen der Gemeinde« mitglieder, zusammengefaßt aus. Im Schacharisgebet fungierten am ersten Tag Herr Julius Feibelmann, am zweiten Herr Dr. Kahn. Sie verstanden ihn so gut zu leiten, daß, obwohl alle Piutim, die dem Gottesdienst eine Länge von insgesamt 5 Stunden verleihen, gebetet wurden, sich der Gemeinde keine Müdigkeit oder Langeweile emächtigte. Unermüdlich sangen wechselweise Chasan und K'hilloh. Beim Aus* und Einhcben trat der vierstimmige Männer« chor abwechselnd unter dem Dirigentenstab von Herrn Julius Haas ' I und Herrn Landsberg in Funktion, upd unterstrich die Bedeutung dieser Höhepunkte des Gottesdienstes. Jedem der Baale T'filloh ertönte ein lautes, ehrlich gemeintes Schkoch seitens der Gemeinde entgegen,.wenn er nach dem mit Kawonoh vorgetragenen Gebet den Almemor verließ, ganz besonders aber nach Vortrag des N'ilohgebetes von Herrn Julius Haas I, dem das Fasten an Schön« heit und Gewalt des Vorbetens keinen Abbruch tat. Jeder ein« zelne empfand die Schönheit des Gottesdienstes, sei es durch die Nigunim, sei es durch die erhebende Seelenfeier am Jörn Kippur, und mancher dachte: Wer weiß, ob es nächstes Jahr wieder so sein wird? Darauf kann man nur antworten: D&n mrr dn l. Persönliche Nachrichten. \ Im Gemeindesaal wurde ein Damenschirm verwechselt. Es wird gebeten, sich deswegen an Fräulein Erna Meier, Oberlustadt, zu wenden. Gut erhaltenes Kinderbett zu kaufen gesucht, Angebote werden durch das Bezirksrabbinat weiter geleitet. < Meiner 'gesch. Kundschaft zur gefl. Kenntnis, -daß ich Bestel' lungen auf Mazzen wie bisher entgegennehme. j Eugen Mayer, Landau, Gerberstr. 10. Rabbinatsbezirk Pirmasens Bewegung des Rabbinatsbezirks: Bar Mizwah: 16. Okt.: Fritz Neuberger, Sohn des Herrn Moritz Neuberger aus Rodalben. i. Trauung: 16. Sept.: Fräulein Bertel Strauß aus Pirmasens mit Herrn Karl Reininger aus Wiesbaden. 7. Okt.: Fräulein Hanna Stern aus Pirmasens mit Herrn Arthur Blaut aus Frankfurt a. M. Sterbefälle: 30. Aug.: Frau Katharina Eskeles geb. Simon aus Zweibrücken, 70 Jahre. ■ 16. Sept.: Frau Lina \ Ledermann geb. Berl aus Pirmasens, 75 Jahre. 25. Sept.: Frau Frieda Herz geb. Dreifus ,aus Pirmasens.x Auswanderung: Nach U.S.A.: Familie Ludwig Dreifus aus Pirmasens; Herr Erwin Weis, Fräulein Marie Reilinger aus Zweibrücken; Her:* Ludwig Katz und Frau Irma aus Rodalben. Nach Argentinien: Herr Fritz Mayer aus Pirmasens; Herr Fritz Reilinger aus Zweibrücken. Wegzug: Nach Frankfurt/Main: Herr Sanitätsrat Dr. JCern und Frau aus Pirmasens. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. •» Es ist eine alte jüdische Sitte bei freudigen und, ernsten An« lassen unserer Armen zu gedenken und anläßlich einer Feier, oder zum Andenken an liebe Verstorbene, der Wohlfahrtsstelle der Gemeinde für die Bedürftigen einen Betrag zu uberweisen. Es spendete: Familie Marx Stern zur Ablösung von Gratulationen und Be» suchen anläßlich des Neujahrsfestes. Den Spendern wird bestens gedankt. Aus den Gemeinden. Pirmasens. / Jüdischer Kulturbund für die Pfalz, Ortsgruppe Pirmasens. Die Mitglieder werden hiermit gebeten, uns für einige Tage ihre Mitgliedskarten zu überlassen, damit wir ein Doppelblatt zum Einkleben der Beitragsmarken einheften können. Frau Else Ale* xander wird die Mitgliedskarten einziehen; dieselben können ab 10. Oktober wiedcV voh Frau Alexander, Landauerstr. 29 abgeholt oder am Abend der ersten Veranstaltung, d. i. Mittwoch, den 13. Okt., vor dem Eintritt in den Gemeindesaal in Empfang ge< nommen werden. Der Beitrag für Oktober, sowie der Sonderbeitrag für den Lieder« und Arienabend Hans Assenheim am 13. Oktober ist bei Einziehung der Mitgliedskarten zu entrichten. Für den Sonderbeitrag wird jedem MitgUed ein Programm mit den Lieder« texten ausgehändigt. Der Bildungsausschuß. Jüdischer Turn» und Sportverein (Itus). Am 1. September fand eine außerordentliche Generalversamm« lung des Itus statt, in welcher der Vorsitzende Herr Ernst Baer über seine organisatorische und erzieherische Tätigkeit, sowie über die sportlichen Veranstaltungen und Erfolge, an denen der Verein, bzw. einzelne Mitglieder im Laufe eines Jahres beteiligt waren, berichtete. Der Verein hat infolge Auswanderung mehr als 30 aktive Sportler verloren. In dem neuen Gemeindeheim, um dessen Beschaffung sich Herr Baer in besonderer Weise bemüht hat, Ist seit Juni d. Js. auch ein Turnsaal eingerichtet worden, in welchem den Erwachsenen und der Jugend zu festgesetzten Zeiten

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