Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 2 (6.10.1937)
- Date
- 1937-10-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 5 Aus dem Reich. Wissenschaftliche Lehramtsprüfungen. Durch Erlaß des Herrn Reichs« und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 2. 7. .1937 ist angeordnet, daß einzelne jüdische Studierende, die das vorge» schriebenc Hochschulstudium abgeleistet haben, zur Ablegung der wissenschaftlichen Prüfung für das höhere Lehramt, zur Prüfung für das Handelslehramt sowie zur Prüfung für das künstlerische Lehramt auf besonderen Antrag zugelassen werden können. Ebenso können nach diesem Erlaß von Fall zu Fall jüdische Kandidaten und Kandidatinnen, die die wissenschaftliche oder künstlerische Prüfung für das höhere Lehramt abgelegt haben, zur Ablegung der pädagogischen Prüfung zugelassen werden. Meldungen zu diesen Prüfungen bitten wir unter Beifügung der notwendigen Unterlagen an die Schulabteilung der Reichsvertretung einzureichen, die sie dann ihrerseits weitergeben wird. Aus der Pfalz Auswandererberatung. Die Sprechstunde des Auswandererberaters findet für die -Juden in der Pfalz in Mannheim, E 7, 28 Dienstags und Freitags von ValO bis V:>13 Uhr statt. Vertretung des Verkaufs von Erzeugnissen der jüdischen Blinden' anstatt für Deutschland e. V. Unser Vertreter, Herr S. Bloch, bereist in der nächsten Zeit die Pfalz. Wir bitten, ihn im Interesse unserer blinden Arbeiter durch Ahnahme der in unserer Blindenwerkstätte hergestellten Bürsten« und Besenwaren unterstützen zu wollen. Jüdische Blindenanstalt für Deutschland e. V. Rabbinatsbezirk Landau/Pfalz Amtliche Mitteilungen des Bezirksrabbinats. Die Sprechstunden finden von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 11 Uhr in meiner Wohnung, Glacisstraße 9 — Fernsprecher 2128 — statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach vorheriger Vereinbarung zu sprechen. Material für die Chanukkahfeier. Auch in diesem Jahre veranstaltet der jüdische Jugendbund Landau eine Chanukkahfeier. Neben den Mitgliedern der Gemeinde Landau werden die Mitglieder der Bezirksgemeinden hiermit aufgefordert, sich an der Ausgestaltung dieser Feier zu beteiligen. Ich bitte deshalb die für die Darbietungen vorgesehenen Texte und sonstigen beabsichtigten Programmnummern in doppelter Aus« fertigung bis zum 22. Oktober d. Js. dem Bezirksrabbinat Landau einzusenden. Es wird jedoch gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß nach diesem Termin keine Einsendungen mehr angenommen werden. v Das Bezirksrabbinat. Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefall: 17. Sept.: Frau Fanny Michel aus Landau, Mahlastr. 4, 80 Jährt. \ Auswanderung: Nach U.S.A.: Fräulein Doris Weil, Tochter von Herrn Sieg« fried Weil; Herr und Frau Edgar Levy, sämtliche aus Landau; Frau Lilly Marx und Sohn Ernst aus Albersweiler; Fräulein Gertie Lämle, Herr Kurt Vollmer aus Hagenbach; Herr Bernhard Becker, Tabakhändler aus Billigheim. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendeten: Herr Josef Weiler anläßlich seines 70. Geburtstages. Herr und Frau Edgar Levy anläßlich ihrer Auswanderung. Heer Paul Bencdick<BcrIin, anläßt, seines Besuches in Landau. Aus den Gemeinden. Landau. Gemeindebibliothek. Die Bücherausleihc findet jeden Dienstag von 17.15 bii 18.15 Uhr im Bibliothekzimmer des Gemeindehauses, Schützengassc 4, statt Die Ausleihe 'ist kostenlos und für jedes Gcmeindcmitglied des Rabbinatsbezirks Landau bestimmt. Neuanschaffungen: 1 Wertheimer, Dienst auf den Höhen; Berliner, Aus dem Leben der Juden Deutschlands im' Mittelalter. Spenden in Form von Geld und guterhaltencn Büchern werden dankbarst angenommen. Frau Otto Weiß stellte der Bibliothek einige Bücher zur Verfügung. Der Spenderin herzlichen Dank. Lieder- und Arien-Abend des Baritons Hans Assenhelm Kaiserslautern am Dienstag, den 12. Oktober abends 8.15 Uhr in der Synagoge. Pirmasens am Mittwoch, den 13. Oktober abends 8.30 Uhr im Gemeindesaal, Turnstraße 11. Landau am Donnerstag, den 14. Oktober abend« 8.15 Uhr im Gemeindesaal, Schützengassc 4. Lieder von Dvorak, Grieg, Rosenblüth, Rothschild, Arien von Verdi und* Händel, aus der Oper „Margarethe" von Gunod. Begleitung: Herr Dr. Willy Salomon'Frankfurt a. M. . Pressestimmen: C. V. Zeitung. Juli 1936. Hans Assenheim brachte die Kultur und Klangschönheit seiner Stimme voll zum Ausdruckt..... Isr. Familienblatt. August 1936. .... Hans Assenheim, dessen ungewöhnlich klangschönes Material besonders in ungarischen Volksliedern ansprach ... JUd. Rundschau. Januar 1937. (Winterhilfs»Konzert mit dem Kulturbundorchester in Frank« furt a. .M )i .... Hans' Assenheim brachte mit höchst leben« digem Vortrag, stimmlich ausgezeichnet, zwei Lieder von Kowalski mit Orchesterbegleitung .... Isr. Familienblatt. März 1937. (Großes Konzert der „Jüdischen Tonkünstler Frankfurts") .... die von Hans Assenheim vorgetragenen Sekles'Liedcr gefielen so offensichtlich, daß der Künstler garnicht wieder vom Podium gelassen wurde .... Kulturbund• Ausweise nicht vergessen! Ohne Ausweis wird niemand zugelassen! Die Feiertage des Jahres 5698. Man darf ruhig sagen, daß die diesjährigen Herbstfeiertage für alle Besucher unseres Gottesdienstes ein starkes Erleben he« deuteten. Denn die Form des Gottesdienstes, die Predigten des Rabbiners und die stets vorherrschende weihevolle Stimmung ver« mitteilen dem andächtigen Beter die Kraft, um dann im Alltag die Aufgaben meistern zu können und die Sorgen nicht in so drückender Weise empfinden zu müssen. Daß die Menschen eine \ solche Kraftquelle suchten, beweist der gute Besuch der einzelnen Gottesdienste. Hervorgehoben sei nur der Festgottesdienst am Ho« schana»Rabba»Tag, der durch seine feierliche Ausgestaltung zu einem eindrucksvollen Erlebnis für alle Besucher wurde. Auch der Ver» such, die Mitglieder der Bezirksgemeinden zu diesem Festgottes« dienst heranzuziehen, darf als durchaus geglückt betrachtet werden, In erfreulicher Weise waren zahlreiche aus den Bezirksgemeinden und auch aus der Landauer Gemeinde der Einladung gefolgt, für viele war der Gottesdienst an diesem Tage etwas ganz neues, für alle aber bedeutete diese Feier eine wirkliche Situnde der Erhebung und Erbauung. Solch schönes Gelingen der Gottesdienste war aber nur dadurch mqglich, daß alle mitwirkenden Kräfte ihr Bestes hergaben. Die Gebete wurden in würdiger Weise von den Hcrrcn»Metzgcr, Zeil« berger, und an Jörn Kippur zu Minchah durch Herrn Emanuel Kern vorgetragen. Frau Toni Maier gestaltete durch das tröstende Lied „Seele, was betrübst du dich?" die Seclenfcicr zu einem Höhe» punkt des Gottesdienstes, durch das Solö „Haschiwcnu" gab sie dem Einheben jedesmal einen feierlichen Abschluß. Man konnte mit Freude beobachten wie ihre Stimme von Gottesdienst zu Gottesdienst sich entfaltete und ille die sie hören durften, in ihren Bann zog. In vollendeter Weise spielte Fräulein Else Mayer in diesem Jahre die Ncilah»Phantasic von Julius Kaufmann, die als Ausklang der Scelenfeier und Hinführung zum Ncilahgottcsdicnst heute zu einem Bestandteil unseres Gottesdienstes geworden ist und bei deren aufrüttelnden und doch wieder tröstenden Führung ein jeder, losgelöst von der strengen Bindung des vorgeschriebenen Gebct.sstoffes seinen eigenen Gedanken und Empfindungen nach« gehen kann. 'Es muß gesagt werden, daß beide Organistinnen an den Feiertagen ihr Bestes gaben um den Gottcsdienstt in musi» kalischcr Beziehung schön und würdig zu gestalten. Nicht ver» gessen sei der Segen, den Suse Levy am ersten Ncujahrsabcnd mit ihrer anmutigen Kinderstimmc sang. Wie alljährlich hielt auch die Chewrah KaddLschah ihr Ho» schana»Rabba»Lcrncn ab, das gut besucht war und manche Anregung vermittelte. An den Festabenden des Hüttenfestes, sowie an Sehe« mini Azcreth wurde in der von der Familie Hirsch zur Verfügung gestellten Sukkah Kiddusch gemacht. Der Simchath»Thorah«Abend war wieder der Jugend gowidmet, die sich an diesem Abend sehr stark am Gottesdienst beteiligte und durch eine süße Gabe seitens der Gemeinde erfreut wurde. Den Ausklang Jder Festtage bildeten frohe Stunden im Gc« meindekaffee. \