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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1937-10-06 · 2 (6.10.1937) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
2 (6.10.1937)
Date
1937-10-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 7 Einladung zur Einweihung des neuen Gemeindeheims. Die Einweihung unserer Gemeinderäume, Turnstraße 11, findet am Samstag, den 9. Oktober 1937, abends 8«2 Uhr, mit folgendem Programm statt: I. Teil: Akademische Feier. Musik, Gesangsvorträge, Ansprachen des Vertreters des Synagogenrates und des Herrn Bezirksrabbiners. II. Teil: Buntes Allerlei. Humor, Gesang, Sportliches, Einzelattraktiontn, Sketsche und Lokales. Wir laden hiermit alle Gemeindemitglieder ein, auch sind auswärtige Gäste herzlich willkommen 1 Der Synagogenrat: Marx Dannheisser, 1. Vorsitzender. Gelegenheit zu Uebungen in Leichtathletik, Gymnastik und Turnen, sowie zum Tischtennisspiel geboten ist. Die Uebungsstunden waren bisher nicht gleichmäßig gut besucht. Herr Ernst Baer legte in der Generalversammlung sein Amt als Vorsitzender, das er in vorbildlicher Weise verwaltet hatte, zum allgemeinen Bedauern nieder. Die Wahl eines neuen Vorsitzenden ist vertagt, die vor» läufige Geschäftsführung dent Schriftführer Herrn Fritz Gerson übertragen worden. , N. In einer 2. Generalversammlung am '29. September wurden Herr Karl Kahn zum ersten Vorsitzenden, Herr Karl Alexander zum geschäftsführenden Vorsitzenden und Herr Erich Haas zum Sportieiter gewählt. Wohlfahrtspflege und jüdische Winterhilfe. Der Synagogerirat gibt hiermit bekannt, daß Herr Landgerichts' rat i. R. Dr. Th. Schohl neben der Wohlfahrtsstelle auch die Leitung der Jüdischen Winterhilfe Pirmasens übernommen hat. Herr Dr. Schohl hält ab Oktober in allen die Jüd. Winterhilfe betreffenden Angelegenheiten zu folgenden Zeiten Sprechstunde im Gemeindezimmer, Turnstr. 11 ab: Montag, Mittwoch und Frei» tag von 11 bis 12 Uhr. Trotz Rückganges unserer Wirtschaftskraft und der^nfolge vergrößerter Arbeitslosigkeit immer weiter um sich greilenden Verarmung in unserer Gemeinschaft war es der hiesigen Wohl* fahrtssteile möglich, auch während des Sommerhalbjahres dan an sie gestellten gesteigerten Anforderungen gerecht zu werde« und allen Hilfsbedürftigen unserer Gemeinde beizustehen. VonX^anz wenig Ausnahmen abgesehen, konnte dieser Erfolg nur erzielt den durch die vorbildliche Erfüllung der Verpflichtung jedes zelnen gegenüber der Gemeinschaft. Es ist mir ein ganz besondere? Bedürfnis, allen Spendern für ihre Opferwilligkeit und Hilfsbe* reitschaft am Ende dieses Zeitabschnittes den aufrichtigsten und herzlichsten Dank auszusprechen. Ich bin davon überzeugt, daß auch bei der nunmehr einset» zenden Winterhilfe sich dieser Opfersinn und diese Nächsten« liebe der hiesigen Gemeindemitglieder aufs neue bewähren wird. Darum glaube ich auch keine Fehlbitte zu tun, wenn ich an alle bisherigen Spender die höfliche und dringende Bitte richte, neben ihren Leistungen zur Winterhilfe ihre monatlichen Beiträge an die Wohlfahrtsstelle auch während des Winterhalbjahres in der bisherigen Weise zu entrichten. Denn die Not ist groß, und nach den von der Reichsregierung vorgeschriebenen Richtlinien können den von der Winterhilfe betreuten Hilfsbedürftigen nur Sach* leistungen gewährt werden, während andererseits diejenigen He dürfnisse der Spendenempfänger, welchen die Wohlfahrtsstelle vor allem durch Barleistungen zu genügen sucht (wie Zuschuß zur Wohnungsmiete), auch während der Wintermonate weiter bestehen. Der Vorsitzende der Wohlfahrtsstelle der israel. Kultus' gemeinde Pirmasens: Dr. Schohl, Landgerichtsrat i. R. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Ortsgruppe Pirmasens. Als Auftakt zu der Tischri»Campagne 5698, welche der Keren Keiemeth Leiisrael unter die Parole „Erlösung des Bodens von Obergaliläa" gestellt hat, hielt Herr Rabbiner Dr. Rothschild, Saarbrücken am Mittwoch, den 22. Sept. in unserer Gemeinde einen Vortrag über das Thema „Um den jüdischen Staat" Ende einer Illusion oder neue Wirklichkeit? Der Redner schilderte die Stellungnahme der britischen Regierung, der Mandatskommission und des Völkerbundes zu dem Peel'Bericht und dem darin ent» haltenen Plan der Teilung Palästinas und befaßte sich vor allem mit der Revolution, in welcher die Zion. Organisation auf dem Züricher Kongreß im August d. Js. der Exekutive Vollmachten zu Verhandlungen mit der Mandatarmacht erteilt hat. So sehr auch das jüd. Volk an der Idee Erez Israel festhält, und so wenig auch das .nach dem Teilungsplane ihm für die Errichtung eines jüd. Staates zugewiesene Gebiet dem Wunschbildc entspricht, so darf doch nicht die große Chance verkannt werden, die sich hier dem jüd. Volke bietet, seine Fähigkeit zu kolonisatorischer Arbeit, zu kulturellem Aufbau und zu selbständiger Verwaltung erneut zu beweisen, die Chance, wieder einmal Subjekt des Geschehens und der Geschichte zu werden und ein Zentrum jüdischen Lebens zu schaffen, das der ganzen Judenheit zur Ehre und Anerkennung gereicht. Auf jedem einzelnen Juden ruht die Verantwortung und die Verpflichtung, an der Lösung der Aufgaben mitzuwirken, die heute dem jüdischen Volke für die Gestaltung und Konsoli* dierung seiner Zukunft in Palästina und in der Diaspora gestellt sind, gerade in dieser Zeit politischer Entscheidungen, die eine neue Epoche in der Geschichte der Judenheit einleitet, sich durch ideelle und materielle Förderung als Teilhaber an dem bisher von aller Welt anerkannten Aufbauwerk zu bewähren. Wir hoffen, daß die Ausführungen von Herrn Rabbiner Dr. Rothschild sowie der Aufruf, den der Verband der Isr. Kultus* gemeinden der Pfalz zur Rosch Haschanah*Aktion 5698 des K. K. L. veröffentlicht hat, dazu dienen werden, daß auch unsere Gemcindcmitglieder sich bereit finden, diese Aktion zu unter» stützen und damit der Parole des gesamten deutschen Judentums „Solidarität mit Erez Israel" Folge zu leisten. N. Dank. Für die mir anläßlich meines 80. Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich herzlichst. ' •\ . S. Marcus, Pirmasens. Wir sagen hiermit herzlichen Dank für die liebevolle Teil* nähme beim Heimgang unserer geliebten Mutter. Familien Frank und Rosenwald. Persönliche Nachricht und Dank. In Frankfurt/Main verschied im gesegneten Alter von 82 Jahren die früher in Leimersheim und Hagenbach wohnhaft gewesene Frau Emma Lamm s. A , Mutter von Herrn Haüptlehrcr Julius Lamm, Pirmasens. Herr Hauptlehrer Lamm bittet für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Verluste seiner Mutter auf. diesem Wege seinen verbindlichen Dank entgegennehmen zu wollen. Zweibrücken. Frau iH. Altschüler feierte am 5. Oktober ihren 80. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin einen weiteren gesegneten Lebens* abend. nJtS? DPTßW HNO 15? Rabbinatsbezirk Ludwigshaffen Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefälle: 19. Sept.: Herr Alfred Jacobi aus Ludwigshafen, Ludwigspl. 1. 64 Jahre. 19. Sept.: Herr Richard Weil aus Straßburg i. E. (früher in Ludwigshafen wohnhaft) in Wachenheim bestattet, 58 Jahre. 21. Sept.: Herr Joseph Oehlbert aus Schauernheim, 83 Jahre. 26. Sept.: Herr Moses Schwarz aus Frankcnthal, 61 Jahre. Aus den Gemeinden. Ludwigshafen. Bericht über die außerordentliche Rabbinats>Versammlung des Rabbinatsbezirks: Frankenthal>Bad Dürkheim• Ludwigshafen am 29. September im Gemeindezimmer der Synagoge zu Bad Dürkheim. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden Svnagogcnvorstand Ludwig Strauß«Bad Dürkheim begrüßt. Ins* besondere entbietet er den beiden Vorsitzenden unseres Gemeinde» Verbandes: Kommerzicnrat Albert Joseph »Landau und Herrn Landgerichtsrat a. D. Dr. Roscnberg»Frankenthal ein hcrzli* ches: „Scholom alechem". 13 Rabbinatsgemeindcn haben zur Vcr* Sammlung ihre Vertreter entsendet, nämlich: Bad Dürkheim, Grün« Stadt, Haßloch, Iggelheim» Böhl, Kirchheim a E., Ludwigshafen. Mutterstadt, Neustadt, Rheingönheim, Roxheim, Ruchheim, Schiffer* Stadt, Speyer. Den Herren Philipp Adler, vormals Synagogen* vorstand in Frankenthal, Berthold Jacobi, vormals Synagogen« vorstand in Grünstadt und Ehrenvorstand Emil Bchr in Neustadt spricht der Vorsitzende warmen Dank aus für ihre seitherige und ersprießliche Mitarbeit innerhalb unseres Rabbinatsbezirks. Nach der einleitenden religiösen Ansprache des Vorsitzenden erstattet der Rabbinatsrechner Herr Synagogenrat Julius Kälber» mann«Ludwigshafen Bericht über die finanzielle Lage des Rabbinatsbezirks, insbesondere die Deckung seiner Verbindlich»1 keiten gegenüber der Pfälzischen Pcnsionsanstalt. Der Rabbinats« rechner hält es für unumgänglcih erforderlich, daß er zur Sanic» rung neben den dreiprozentigen Rabbinatsumlagcn pro 1937/38 noch ein weiteres Prozent von den Rabbinatsgemeindcn nach« erheben müsse. Eine rege Debatte schließt sich an diesen Antrag an. Es sprechen: Der Verbandspräsident Albert Joseph, die Synagogcnvorständc Gustav Weil»Neustadt, Lcq Löh»Haßloch, A. Müh lhauscr»Spcycr, Professor Kobu rgcr»Ludwigshafcn und Landgerichtsrat Dr. Rosenberg. Die Nachcrhabung von . 1 "» wird von sämtlichen Rednern im Hinblicke auf die mißliche finanzielle Lage der Gemeinden als recht schmerzlich empfunden, aber schließlich doch genehmigt, da die Rabbinats* kasse wohl oder übel ihren Verpflichtungen nachkommen müsse. Der Verbandsvorsitzende Kommerzicnrat Joseph will auch fer* nerhin den Rabbinatsrechner dahin unterstützen, daß diesem die säumigen Rabbinatsumlagcn aus Kirchensteuern der betreffenden Gemeinden vom Verbände zugeführt werden. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten schloß der Vorsitzende mit war* men Worten des Dankes die zweistündigen, von treuer Verbunden»

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