Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1915
- Issue
- 37 (9.1915)
- Date
- 1915-09-01
- Page
- Seite 596 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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596 - i Ziele, die herrlichsten Ideale» leuchten aber auch hinab und.hinein in J bie Tiefen des Menschentums, in die Irrwege des Menschenherzens, übergehen keine Schmach und Sünde, zeigen G'ttes Thron nnd Macht, i Schöpfung, Leitung und Vollkommenheit, aber auch des Menschen I Nichtigkeit, Schwäche und Hinfälligkeit und endlich den Weg zur Höhe,! zur Erlösung, zur wahren Freiheil. Sie behandeln eingehend, was des i Menschen Herz bewegt in guten und in bösen Tagen, verheißen den Lohn bei rechtschaffenem Lebenswandel, der G'tt und Menschen erfreut und das unausbleibliche Strafgericht beim Wandeln des Sündenweges j und über alles aber Gttes unendliche Barmherzigkeit und Milde und j Liebe über den reuigen Sünder und über die ganze, zu ihm zurück- : findende Menschheit. —! Da muß sich der Vorbeter doch bewußt werden, welch hohes Amt ihm übertragen ist, der Sprecher seiner Gemeinde zu sein vor diesem : G'tte, für solche Ziele zu beten, für solche Güter zu känipfen und muß sich bewußt werden, daß es mit dem Singen allein nicht getan sein kann, i daß er mehr mir dem Herzen als uiit der Kehle seinen ernsten Auftrag : zu erfüllen suchen muß. Darum findet er für sich allein die nm ri'brb nben, die ihm die Wucht seines Auftrages, Sachwalter und Vorbeter seiner Gemeinde zu fein, eindringlich vor Augen hält und ihn in sein Amt einführt. : Perle auf Perle reiht sich im Kranz der Gebete des Machsors : vom Neujahrsfeste und von. Versöhnungstage, welch letzterer nur itnnier! zu kurz ist, zu schnell verzieht. Mit zu dem Schönsten, was das Machsor enthält, und unzweifelhaft einer seiner Höheptinkte, ist das herzbewegende und ergreifende Skto' rra "[Dy 'mbe> nro'c Dy rrn u m gerade dasjenige, welches für den Vorbeter selbst, sein heiliges, ernstes und verantwortungs-; volles Amt, eingesetzt ist. Nur unter heiligen Schauern, unter größter : Erschütterung kann ich dieses Gebet vortragen, sodaß selbst die Gemeinde : ergriffen ist von dem Ernst der Stunde. Unmittelbar nach der .Tray, eingebettet in das Olenu-Gebet liegt diese einzigartige Fürbitte allein für ihn selbst und das Gelingen seines Auftrages, hier hört der Vorbeter die Bitte der Gemeinde: riojnp ne dth, daß Gott ihn/lehren möge, was er zu sagen habe, vot» >iv Dran, ihn verstehen lasse, was er fordere und ihm willfahre; daß er nicht strauchle im Ausdruck, nicht irre im Reden, daß er nicht beschämt werde vor seinen Auftraggebern und diese nicht durch ihn, und daß sein Mund kein Wort ausspreche, was G'tl mißfallen könnte. In nb-m« bittet er dann nochmals für sich persönlich um prb ,uya, j um vor G'tt gefallenden Vortrag .ps>b njyo 7101,3b' 3iya Di«b. Was sich der Mensch in seinem Herzen auch zurechtlege, der Ausdruck kommt von G'tt. — Die sv"vn rura des mir vorliegenden alten Machsors spricht drastisch von diesem Gebetsinhalt: „daß sein brn hoffe und gelüste, daß