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Jüdischer Volksbote · 1915-09-01 · 37 (9.1915) · p. Seite 585

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1915
Issue
37 (9.1915)
Date
1915-09-01
Page
Seite 585 (sequence 11)
Language
German
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585 und Verkehr, wenn er militärische Zwecke und Ziele, kurz alle diejenigen Anliegen zum Gegenstände hätte, die heute die Voraussetzung aller staatlichen Vereinbarungen bilden. An Stelle des Völkerkrieges würde dann der noch grausamere Bürgerkrieg treten. Wenn es aber die Furcht vor G't t sein wird» die alle Völker zusammenführte und das redliche Bestreben chv 33S3 -pnn riryb dessen Willen mit ganzem Herzen zu erfüllen, dann wird diese Völkerverbrüderung aufhören ein leerer Wahn zu sein. Vieles ist zur Erreichung dieses Zieles bereits geschehen, vieles bleibt der Zukunft noch Vorbehalten. G'lt und die Furcht vor Ihm wird von Fürsten und Völkern von Lenkern der Schlachten und der politischen Verhandlungen als der erste, einzige entscheidende Faktor erkannt und ausgesprochen, daß sie außer G'tt nichts fürchten. Aber dieses Bewußtsein ist vielfach noch ein bloßes Wisse», aus dem noch nicht.die rechte Konsequenz gezogen wird So gewiß dieses Wissen einen großen Fortschritt bedeutet, so gewiß fehlt ihm die Bliite, so lange die Kluft zwischen Gedanke und Tat, zwischen Theorie und Praxis klafft. Daß diesem Wissen auch die verwirklichende Ausführung folgen möge, ist der Sinn unseres Gebets, wenn es an den zur Erfüllung des g'ttlichen Willens gestifteten Völkerbund die Worte. knüpft, er .möge sich so durch die Tat verwirklichen 103, wie wir es wiffe n, daß jede Herrschaft von Dir ausgeht, jeder Sieg, jede Macht in Deiner Hand, in Deiner Rechten ruht und Dein Name ehrfurchtgebietend maltet über allem, was Du geschaffen. Wenn diese Wahrheiten von Fürsten und Völkern anerkannt und durch die Tat besiegelt werden, dann wird daraus auch die Erfüllung der Bitte um Anerkennung »Deines Volkes" erblühen, 'px') ',11133 |n p3i. Das jüdische Volk hat ja seit Jahrtausenden diese Wahrheiten, die dann die Menschheit beglücke», in tiefstem Innern gehegt und gepflegt und ihnen das Wort geredet auch in Zeitenin welchen der große Troß sie noch als Gegenstand der Rückstänvigkeit und Ueberspanntheit belächelte. Dann fallen die konfessionellen Schranken und Scheidewände, und nicht Jude», nicht Christen und Jslamiten, sonde.n o'p'Uc pm die Gerechten, die Redlichen aller Zonen und Zungen, wird ein Blick auf diese neue Zeit zu einem lauten Jubel'begeistern, vor dem die Gewalt verstummt und jede Schlechtigkeit wie Rauch zerstiebt. Es liegt in ihrer ganzen Natur, daß sich solche Welten umspannendc Wahrheiten nur schwer und langsam Bah» brechen. Aber Kriege, so furchtbar wie derjenige, der jetzt die Menschheit heimsucht. sind die Wehemütler und Geburtshelfer einer neuen Zeit. Der Feuerschein aus den Brandstätten vernichteten Menscheuglückes wird auch der lichten Wahrheit, die unsere Feste verkünden, den Eingang eines Strahls in die Geister und Gemüter der Menschheit sichern. Mit seinem Rosch Haschonoh- Pjalm reicht Israel seit Jahrtausenden allen Völkern der Menschheit zu einem Friedensbuud die Hand. Wenn aber ein blutiger Weltkrieg mit seiner ehernen Sprache in lausend Schicksalszungen sein sp lypn o'oyn Ss „Alle Völker schlaget ein" durch die Menschheit ruft, dann wird solche

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