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Jüdischer Volksbote · 1915-09-01 · 37 (9.1915) · p. Seite 580

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1915
Issue
37 (9.1915)
Date
1915-09-01
Page
Seite 580 (sequence 6)
Language
German
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580 nahmen zur Sicherung der Volksernährung. Zunächst erachteten wir es als unsere Aufgabe die Bemühungen der Regierung, die;a im ersten Stadium an die Freiwilligkeit appellierten, durch auf- Närende Rundschreiben kräftig zu unterstützen, wobei uns allüberall die Rabbinate und Gemeinden hilfreich zur Seite standen. Dabei war uianche juristische und religionsgesetzliche Zweifelfrage hinsichtlich der Herstellung der Sabbathbrote etc. zu lösen. AIS dann die Bundesratsverordnung vom 25. Jan. d.J. erging, die Beschlagnahme aller Getreide- und Mehlvorräte erfolgte, und die Ausfuhr fertiger Backware ans den Kommunalbezirken verbotm wurde, schien dieVersorgungderdeutschenGemeinden mit M a z z o s zuni Pefsachfeste aufs ernstlichste gefährdet. Allerdings war ein großer Teil der Mazzosvorräte bereits hergestellt — allein recht erhebliche Mengen von Mehl harrten dennoch der Ablieferung an die Bäcker, unj) diese wiederum waren nicht imstande, ihre außerhalb des Kommunalbezrrkes wohnenden Kunden zu befriedigen. Wochenlange Verhandlungen, in denen sich die zuständigen Reichs¬ und Staatsbehörden redlich abniühten, die vorhandenen Schwierigkeiten zu überwinden, führten endlich zum Erlaß der Verfügung des preußischen Ministeriums des Innern vom 5. März, die durch analoge Verfügungen der großherzoglich badischen und großherzoglich hessischen Regierungen ergänzt wurde. Der preußische- Erlaß setzte die „Freie Vereinigung" als Zentralstelle für den Bezug beschlagnahmefreien Mehles für Mazzoszwecke ein, gab die Ausfuhr von Mazzos aus den Kommunalbezirken frei und verfügte nur, daß als Entgelt die auf die Zeit des Osterfestes entfallenden Broischeine von den Mazzosverbrauchern zurückgeliefert werden müßten. Damit war die plötzlich aufgetretene Kalamität glücklich beseitigt. Als sollte der Weltkrieg sich auf allen Gebieten des jüdischen Lebens als der große „Hinderer" erweisen, so schien auch dieVersorgung mit ESrogim schon zum vorigen Hüitenfeste stark erschwert; hier gelang es unserem Eingreifen, den Konsumenten durch unsere Vermittlung eine Kontrolle der Preise zu sichern und damit einer ungebührlichen Verteuerung vorzubeugen. In diesen! Jahre ist die Lage infolge der völligen Einstellung des Dampferverkehrs zwischen Palästina, Griechenland und Oesterreich eine erheblich schwierigere. Wir haben schon frühzeitig alle Schritte getan, um die Einftihr eines gewissen Quantums von Esrogim und Lulowim nach Deutschland zu sichern, haben unter starkem Risiko den Transport eines größeren Quantunis von Esrogim aus Palästina auf den, Landwege über Kleinasien in die Wege geleitet und auch sonst mit wohlwollender Unterstützung des „Auswärtigen Amtes" die Einfuhr von Esrogim aus Griechenland zu erleichtern gesucht. In wie weit allen diesen Masmahmen Erfolg beschieden fein wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es selbst bei rechtzeitigem Eintreffen

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