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Jüdischer Volksbote · 1914-10-01 · 36 (10.1914) · p. Seite 570

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
36 (10.1914)
Date
1914-10-01
Page
Seite 570 (sequence 16)
Language
German
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570 ob es wahr ist, daß Du an den Gästen, die Du gastfrei bewirtest, zum Abschiede die Geißelung vollziehen lassest. — Ja, sagte Schimeon, ich habe das schon oft getan. — Und warum, fragte ich, hast Du mich damit verschont? — Rabbi, entgegnete er. Du hast bei mir gegessen und getrunken bis zur Sättigung; als Du aber gesättigt warst, da nahmst Du nichts mehr, trotz allen Zuredens. Nicht so machen es die törichten Leute. Sie weigern sich zu effen und zu trinken, und wenn man ihnen zuredet, da schwören sie, daß sie nichts mehr zu sich nehmen können, und nachher essen und trinken sie trotz ihres Schwures. Da lasse ich denn, ehe sie fortgehen, die Strafe der Geißelung an ihnen vollziehen, damit sie die Sünde der falschen Schwüre büßen. — Du tust ganz recht, entgegnete ich ihm, und wenn Dir wieder solche Leute Vorkommen, so bitte ich Dich, lasse sie zweimal geißeln, einmal zur Sühne ihrer falschen Schwüre, und das andere Mal für die Angst, die ich ihretwegen ausgestanden habe." Die Weisen erreichten den Wohnort Rabbi Doßas. An der Türe empfing sie eine Magd, welche ihm Rabbi Josua und _ ^ülMMeldete. Als sie eintraten, befahl Rabbi Doßa semerMenerin, daß sie Rabbi Josua einen Stuhl hinstellen sollte. Rabbi Josua setzte sich und sprach: Rabbi, gestatte, daß auch ein anderer Deiner Schüler sich niedersetze. — Wer ist es? fragte der Hausherr. — Es ist Elasar, der Sohn des Asarjah. — Ah, hat mein alter Freund Asarjah einen Sohn hinterlassen, der groß ist in der Gotteslehre? So ist denn erfüllt die Verheißung Davids: Ich bin jung gewesen und alt geworden, und habe nicht gesehen den Frommen verlassen und seine Nachkommen Brot suchend. — Rabbi, sprach Rabbi Josua, gestatte auch einem andern Deiner Schüler sich niederzusetzen. — Wer ist es? fragte Rabbi Doßa. — Es ist Akiba ben Joseph. — Ah, rief Rabbi Doßa erfreut. Du bist Akiba ben Joseph, besten Ruf sich erstreckt von einem Ende der Welt bis zum andern! Setze Dich, mein Sohn, wie Du möge es Viele geben in Israel. Die Weisen fingen nun an, mit ihrem Wirte von der Thora sich zu unterhalten, bis sie die Rede brachten auf Zoras Habasz (die Nebenfrau des Sohnes). Und sie fragten ihn, wie verhält es sich mst Zoras Habasz? — Und er sprach: Es ist eine Streitfrage zwischen der Schule Schammais und der Schule Hillels Und wie entscheiden wir? — Wie die Schule Hillels. — Man

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