Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 36 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- Seite 560 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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560 be G'ttes. Wohin Er uns führen mag, wir fühlen uns geborgen; mag die Sonne strahlend uns den Lebensweg erhellen, mag sie sengend uns zu verderben drohen, die Hütte schützt uns, wir wissen, daß Er unseres Glückes Schöpf fer und Erhalter ist und meiden dadurch die Gefahren, die der Erfolg denen bringt, die das schwache Geschöpf für den kraftvollen Vollbringer der von ®'tt geschaffenen Werke halten. Und im Dunkel der Nacht, wenn »Sonne und Mond sich verfinstern", leuchtet uns durch das dichte Gewölk, das den Himmel verhüllt. Seiner Sterne sanftes Licht und läßt uns hoffen auf den Tag, der mit seines Lichtes Segensfülle dies Dunkel ablösen und Lebenskraft und Lebensfreude uns wiederbringen wird, Lebensfreude, die uns Koheleth lehrt an des Festes Ende, die aus Gottesfurcht und Treue gegen sein Gebot erwächst, Lebensfreude, die für uus nichts anderes sein kann als der Schlußakkord unserer Festeskläuge, als min nnoiP, als Dank und Stolz, die wir empfinden, weil G'rt unser Erdendasein mit so reichem Inhalt auszufiillen uns gelehrt. Dessen, was Er uns gegeben, gedenken wir dankend und huldigend mit den D'l’o nyans, und der Zukunft gilt unsere Bitte, wenn wir des aus Seiner Hand Empfangenen uns freuen dürfen, tu ytPin ist unser Ruf, der in diesen Tagen mit besonderer Innigkeit emporsteigt aus unserer Her» zen Tiefe. Hilf denen, die ihre Teuren beklagen; sei Tröster kummervollen Eltern, die den Verlust ihrer Söhne beklagen, hilf den Witwen, die den Tod ihres Gatten beweinen, den unmündigen Waisen, denen ihres Schnierzes Größe und Berechtigung erst später zum Bewußtsein kommen wird. Hilf denen, die in der Ferne für die Heimat kämpfen, die dein Vaterland ihr Leben weihen und in treuer Pflichterfüllung es zu opfern freudig bereit sind; gib ihnen Kraft und Ausdauer und führe sie gesund und »»geschwächt zurück an die Stätten friedlichen Schaffens. Laß den Erkrankten und Verwundeten bald die ersehnte Genesung werden und gib^ daß nicht mehr fern sei die Zeit, da sich uns erfüllt Deiner Verheißung Wort: »Einst w^den sie ihre Schwerter «mfchmieden zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebenmefsern, nicht wird ein Volk mehr gegen das andere das Schwert erheben, und nicht werden sie ferner das Kriegshandwerk erlernen"^ die Zeit, da »di« Erde voll sein wird der Erkenntnis G'ttes, wie die Waffen des Meeres Boden bedecken.