Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 36 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- Seite 559 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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559 Sammlung der Menschen, beten zu Ihm um die Errichtung Seines Weltencheiligtums, um den Triumph der Guten und den Untergang des Schlechten, um die Zeit, da Er allein anerkannt und verehrt werden wird von allen, die Er in Seinem Ebenbild geschaffen. So führt uns unser Sehnen vom niPn PXi bis zum iiv'2 Dl' über ten Tag wehmütigen Gedenkens an frevlen Mord, der unS nationales Unglück gemehrt, über den mip mp hinweg, an dem wir im ernsten Streben nach vertiefter Selbsterkenntnis den Rückweg zu unserem G'tt und den von uns so oft verlaffenen Idealen suchen und finden sollen, um am llv'2 Dl' die Friedensbotschaft zu vernehmen, die den Fernen wie den Nahen zu Ihm -rufet, der alle Wunden heilt, die die Zeiten uns geschlagen und ihre Strömungen und Wandlungen, denen wir nur allzu gern gefolgt. Und wenn wir den ganzen Tag in ftommer Andacht vor G'tt die Summe der Gedanken der voransgegangenen Tage und Wochen gezogen und -die Läuterung und Sühne gefunden haben, dann scheiden wir von der Heiligkeit des Tages mit den NWLt, die uns immer aufs neue bewegen und erheben, erkennen Ihn an als den Einzig-Einen, dessen Herrschaft und Herr, lichkeit Segen ist und Segen verbreitet, der liebevoll ist und streng zugleich und in den verschiedensten Gestaltungen unseres Lebens als König des Gerichts und Vater des Erbarmens sich uns erwiesen hat und erweist. Mit diesen map schließen wir das Leben ab, das nun hinter uns liegt, um ein neues, ein besseres zu beginnen. Wie wenn wir vom Leben dieser Erde -scheiden und, alles Irdische zurücklassend, darüber uns erheben, so schwindet alles Niedrige ans dem Kreise unseres Denkens und Handelns, und neue -Menschen mit neuem Willen beginnen wir neues Streben und neues Vollbringen im Geiste des Höchsten. Doppelt ergreifen uus die map in diesem Jahre. Wir gedenken der -Brüder und Söhne, die in den jüngsten Wochen, ohne mitfühlende Hörer bei sich zu wissen, diese map gesprochen oder die sie kaum zu sprechen vermocht, da des Feindes Geschoß sie plötzlich getroffen, und die auf dem Felde der Ehre» ihr Leben beschlossen fern von den Ihren, fern von den Brüdern und Genossen. Für sie sprechen wir dies Bekenntnis von G'ttes Erhabenheit hier nochmals aus, empfehlen Ihm ihre Seele, daß über ihnen sich breite Seiner Gnade herrliches Zelt und die schirmende Wolke G'ttes sie schüt. zend geleite zu den Höhen, wo sie ihres Opfermutes Lohn vor dem Richter» ftnhl des Vaters aller Menschen empfangen werden. Dann ziehen wir heitern Sinnes in unsere miD, und unser Schmerz Löst sich in dem frohgemuten Bewußtsciu der allüberall uns schützenden Lie-