Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 35 (8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 540 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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540 den wenigsten Füllen als darstellen, so werden ste Dasselbe merkt alsbald hl Zeit und Umstände 31t seiner Freiheit und die verbrüchlichen Gehorsam. Da die Eltern in verkörperte Ideale der Erziehungskunst fick auch in der Tal vielfach nach Laune und Willkür gebieten, verbieten, -ermahnen und strafen. Der scharfen Beobachtungsgabe des Kindes entgeht die Wahrnehmung hiervon nur selten, die elterlichen Schwächen und weiß sehr wl unterscheiden, welche auf die Beschränkung Ahndung seines Widerstrebens Einfluß üben Diejenigen Gebote aber, welche rein religiöser Natur sind, schließen diese Mißstände absolut aus. Der Wille als Produkt eigener Willkür hervor. Die eigenen Namen, sondern im Namen Gottes kleine Veränderung. Sie mögen mißgelaunt ruhig fein, die religiöse Verpflichtung ist die zu deren Befolgung unterliegt keinem Wech verständlich nur diejenigen Ellern im Auge, des Erziehers tritt nicht Litern befehlen nicht im Ihr Ausspruch erleidet oder heiter, erregt oder gleiche, und die Mahnung el. Ich habe hier selbstelche selbst den religiösen Vorschriften unbedingten Gehorsam leisten und nicht etwa den Kleinen eine Uebung auferlegen, von der sie sich selbst frei gemacht. Hier sieht das Kind den Gebieter zugleich als den Gehorchenden, und zwar mit sich selbst auf gleicher Linie. In jedem apdern Falle kann sich das Kind sagen: die Mutter oder der Vater ist erwachsen, und ich bin klein; die Eltern tragen gar kein Verlangen nach dem, was mir begehrenswert erscheint: sie legen mir eine schwere Entsagung auf, deren Härte sie gar nicht ermeffen können; sie wollen, daß ich gleich ihnen gesetzt und überlegt handle, und das vermag ich doch nur dann, wenn ich herangewachsen bin. Man sage nicht, daß Kinder nicht also reflektieren; fie sind klüger, als manche Eltern vermeinen, und dergleichen Vorstellungen leben häufiger, mehr oder minder k ar, im kindlichen Gemüte. Der Vater nimmt am Sabbath keine Zigarre, obgleich er sonst regelmäßig zu rauchen pflegt; die Mutter r ihrt nicht die Nadel an, obgleich fie am anderen Tage solche fleißig h mdhabt; die Eltern geben kein Geld aus, zünden kein Licht an, nehmen keinen Stock und Schirm usw. Sie üben diese Entsagungen nicht will es ihnen keine Opfer kostet» well sie kein Verlangen nach der Zigarre, der Arbeit usw. tragen, sondern weil es Sabbath ist und Gottes Willen ihnen heilig und unverbrüchlich gilt. Das Kind sieht seine Eltern in Betreff der religiösen Pflichten nicht gebieten, sondern gehorchen, und zwar gehorchen, »sie sie sonst Gehorsam von dem Kinde verlangen, mit Ueberwindung des eignen Triebs und der sonstigen Gewohnheit. Sie gewähren ihm das mustergültige und zur Nachahmung veranlaffende Beispiel eines unbedingten Gehorsams, und das Beispiel ist das wirksamste Mittel dir Erziehung. Das Kind folgt gern dem elterlichen Beispiel; es fühlt sich gehoben in dem Bewußtsein, gleich den Eltern dem göttlichen Willen sich unterzuordncn und Gott den Zoll der Ehrfurcht und des Gehorsams zu weihen. Es gebietet der überschäumenden Jugendlust