Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 35 (8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 538 (sequence 4)
- Language
- German
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538 — gehen, daß Zian befreit werde, der Staat und der Tempel vernichtet werden, damit Israel für seine ewige Bestimmung gerettet werde. Pflichttreue und Rückkehr, das stnd die Heilmittel für Israel, der Prophet verkündet eben nicht bloß Strafgerichte; er fordert uns auf, mitzuwirken an Zions Erlösung. Wenn als eine der Ursachen des Untergangs der Gottesstadt die Vernachlässigung des Unterrichts genannt wird: *6« o’toiv nmn xS s2i no bv mpirn .13 ibaw Sobo „die Gottesstadt ist zerstört worden, weil der Jugend die Lehre entzogen worden", so ist damit ein Fingerzeig auch für die Gegenwart gegeben, zu bedenken, daß es mit dem göttlichen Geiste in Israel zu Ende gehen muß, wenn die Vererbung der Gotteslehre auf die Kinder aufhören würde. In solcher Auffassung des Prophetenwortes wird der Trauer das Niederdrückende und Lähmende genommen. Die Trauer um Zion ist nicht derart, daß wir verzweifeln müßten und in dumpfem Brüten nur stille zu dulden hätten — nein, wir sind mit dem Leben verbunden und können hoffen. Die Aussicht auf die Wiedererhebung ist uns geboten. So folgen den xrrojnicn '3 sieben Haftoroth, die die Trauernden trösten sollen. Die erste dieser xneron nynv beginnt mit den Worten: 'vx ivn3 icrn. Nach dem Anfangswort der Haftoroh heißt der tob» nach 3X3 'D — 10m JOB». Der Gottesmann Jesaia malt uns das Bild einer holden Zukunft mit lichter Klarheit. Wenn alles verfällt und verwittert, „das Wort unseres Gottes bleibt ewig bestehen." Mächtige Völker und Nationen haben wie Blumen geblüht, aber sie stnd verwelkt und verdorrt, nichts ist übrig geblieben von all ihrer Macht und Stärke, von ihrer Pracht und ihrem Glanze. Israel, dem schon oft die Sonne untergegangen, dem schon manchmal das Lebenslicht zu verlöschen drohte, es besteht noch als lebender Zeuge für jenes hehre Prophetenwort. So will uns der Trostsabbat erheben, dem Rufe Gottes freudig und unverzagt zu folgen, den Weg Gottes zu bahnen, wo der Pfad auch rauh und unwegsam. Wir sollen uns nicht irre machen lassen von jenen, die uur Verwüstung und Verwesung in Israel schauen, die uns abtrünnig machen und den Mut uns rauben wollen auf dem Wege zum Lichte. Wir brauchen uns nicht zu fürchten; denn wir haben die Gewißheit: obyb mp" "i -dtu „Das Wort unseres Gottes besteht ewig." 0.