Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 35 (8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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SSfri »ü Grgan der Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Frankfurt a. M., Aw 5674. 1914. No. 35. ü« - der Monat der Crauer und des Dorier. Der Doppelcharakter des Monats Aw kommt am besten zum Ausdruck in der Art der beiden Sabbate, die den 9. Aw umrahmen. Sie sind genannt nach den Anfangsworten der an ihnen zur Verlesung kommenden nrntscn. pin narr —, an dem die letzte der wnijniei ■: verlesen wird, der drei Haftoroth, welche die selbstverschuldeten Ursachen des Verfalls aufdecken. Worte schwerer, vorwurfsvoller Rüge ruft uns der Prophet Jesaia zu. Ergreifend führt er uns die Tiefe der Gesunkenheit des jüdischen Staates vor die Seele. Die Propheten Gottes hatten vergeblich zu dem fündigen Volke geredet. Ihr Drohen und Mahnen, ihr Warnen und Klagen hatte kein Gehör gefunden. So sank die Gottesstadt in Trümmer, so verfiel der Tempel mit seiner Pracht und Herrlichkeit, so mußte Israel hinausziehen in die Verbannunginferne Länder zu fremden Völkern. Doch nicht darüber klagen und weinen wir, daß die Stadt, ehedem »die Freude der ganzen Erde", zerstört und verödet wurde. Wir klagen über die Gründe, weshalb das Heiligtum fallen mußte. Und so ergibt sich für uns, daß von den Worten des strafenden Gottesmannes die Gegenwart mitgetroffen wird. Die mwen am firn narr klingt aus in die Worte: vvrnsa jnr npixa .Tarn men. „Zion wird durch Gerechtigkeit erlöset und die zu ihr Zurückkehrenden durch Pflichttreue/ Jerusalem mußte in Trümmer