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Jüdischer Volksbote · 1914-06-01 · 34 (6.1914) · p. Seite 530

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
34 (6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 530 (sequence 16)
Language
German
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530 Allein es sollte anders kommen. Domitian vertraute seinen eigenen Dienern nicht mehr. Er ließ den Präfekten des Palastes und der Leibwache, CaSperiuS AelianuS, festnehmen, und einige seiner Delatoren, die ihm verdächtig geworden waren, hinrichten. Schrecken und Angst erfaßten seine ganze Umgebung. Da geschah es rines TageS, daß ein Knabe Namens Ganymed, welchen der Kaiser nach.römischer Unsitte sich hielt, eine Schrribtafel fand, die der Tyrann unter seinem Kopfkifftzn verborgen hatte. Auf dieser waren wiederum neue O^er nottrt, unter ihnen Domitians eigene Gemahlin, unh Parthenius, sein vertrautester Diener. Ganymed zeigte seinen Fund der Kaiserin. Diese ließ Parthenius und die andern Präskribierten zu sich entbieten und zeigte ihnen die Notizen, die Domitian mit eigener: Hand gemacht hatte. „Wir müssen ihm zuvorkommen/ rief Parthenius. „So ist es', .sagte die Kaiserin, „Doch wen betrauen wir mit der Ausführung?' „Ueberlasse das mir, Herrin,' sagte Parthenius. „Ich kenne einen Männ von großer Körperkrast, der sich glücklich schätzen wird, den Todesstoß führen zu dürfen. Dü Domitian selbst sehr stark ist und stets nur einen Diener vor sich 'läßt, so muß derjenige, der uns von ihm befreien soll, ihm an Körperkraft mindestens gleichkommen.' Nicht lange nachher begab sich Parthenius in das verlassene Haus des Flavius Clemens und begehrte den Haushofmeister desselben, Stephanus, zu sprechen. Da dieser nicht anwesend war, so erwartete Parthenius dessen Rückkehr. Stephanus hatte sich in die Wohnung der jüdischen Weisen begeben. .Hier', sprach er zu diesen, bringe ich Euch das Letzte Vermächtnis meines Herrn. Vor seinem Gange zum Kaiser übergab er mir dieses Packet und sprach: „Mein Stephanus, Du bist mir ein treuer Diener gewesen; erfülle, ich bitte Dich, meinen letzten Wunsch. Wenn ich von diesem Gange nicht wiederkehre, so bringe dies da den Weisen aus Judäa und sage ihnen, es solle Akiba und seinen Genoffen gehören.' Ohne die Antwort der Weisen abzuwarten, entfernte sich Stephanus. Rabbi Akiba öffnete das Packet und

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