Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 34 (6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 531 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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531 \ fand darin Edelsteine und Perlen von fast unschätzbarem Werte. AlS Stephanus in das Haus seines Herrn zurückkehrte und PartheniuS seiner wartend fand, rief er diesem entgegen: „Nun, PartheniuS, bist Du gekommen, um auch mich zum Tode zu führen?" „Nein," entgegnete der Angeredete, „ich bin gekommen, um Dir Gelegenheit zu bieten, den Tod Deines Herrn zu rächen." „Ich will den Tod meines Herrn nicht rächen. Mein Herr hat nur die Strafe erhalten, die er verdient hat, und meine geliebte Herrin ist durch des Kaisers Gnade vom Tode befreit worden. Meine Gesinnungen für Domitian sind die besten und ich opfere täglich der Minerva, auf daß sie ihn genädiglich beschütze." „Du bist sehr klug, Stephanus und ich kann Deine Vorsicht nur rühmen; aber ich bitte Dich, lies, was Domitian mit eigener Hand auf diese Schreibtafel geschrieben. Du kennst ja die Schriftzüge des Kaisers." Stephanus nahm die Tafel und las. „Da8 ändert allerdings die Sachlage", sprach er. „Reiche mir Deine Hand, PartheniuS, wir sind verbündet." „Wohlan", sagte Parthenius, ihm die Hand reichend, „ich faste diese Hand und weihe sie für die beste und edelste That, die je ein Römer vollbracht hat. Diese Hand soll den wütenden Tyrannen hindern, fürder das Blut der besten Bürger der Stadt zu vergießen." „Und warum hast Du mich dazu ausersehen, Parthenius?" „Weil Domstian eine große Körperkraft besitzt und von Allen, die ich ins Vertrauen ziehen kann, nur Du allein ihm an Körperkraft überlegen bist." . „Welches ist Dein Plan?" „Du mußt Dich zum Dienste des Kaisers melden. Er kennt Dich und ist Dir gewogen. Er wird keinen Argwohn gegen Dich haben und wird nicht fürchten, daß Du Deinen Herrn rächen wollest, weil er nicht an Treue und Auftichtigkeit glaubt. Ehe Du zu ihm ms Gemach trittst, werde ich alle Waffen aus demselben entfernt haben. Du aber ziehest den Dolch hervor, den Du unter Deinen Kleidern verborgen gehalten und stoßest ihm denselben