Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 34 (6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 522 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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522 haben sie zn „üben" in der unverbrüchlichen Treue gegen Gott, bafr sie sich als "die echten Sühne Abrahams- Isaaks und Jakobs stets in jeder Lage bewähren, daß sie standhaft aosharren bei dem Gottesbanner unk die begeisterten Fahnenträger der Thora werden, welche willig ihre Freiheit, ihr Gut und Blut einsetzen, ehe sie die Fahne lasten, welche Gott ihrer Hand anvertraut. Der jüdische Sohn, die jüdische Tochter wird zum Heiligtum geführt, um nimmer daraus zu weichen, civ? p» 'i norm p' nSyoi rar. ,Mcht soll die jüdische Kindheit dem Heiligtum, das ManneSalter aber der selbstischen Karriere des Brotsuchens überantwortet werden; — nicht spricht daS jüdische Heiligtum: laßt die Kleinen zu mir kommen; auf die Großen wartet eS, auf den Ernst und die Kraft des männlichen Lebens und SttebenS; mit dem Alter, in welchem der Mensch, wie man spricht, den Beruf bekommt, an fich za denken und für fich zu streben, ruft das jüdische Heiligtum uns in seinen Dienst: der jüdische Mensch wird Mann für GotteS Gesetzesheiligtum, und auch sein An-stch-denken und Für-stch-streben soll dem Heiligtum des Gottesgesetzes zu Gute kommen, soll ein Denken sein an dies Heiligtum und ein Streben für dieses Heiligtum*)". Es bedarf ficherlich nicht eines besonderen Nachweises, wie eine Erziehung für dieses Ziel die Gewinnung des ganzen kindlichen Wesens in intensivster Weise zur unerläßlichen Voraussetzung hat, wie keine Sette desselben zürückbleiben darf, wie Geist und Gemüt, Verstand und Herz durchdrungen sein müssen von dem göttlichen Worte, und sich zu erfüllen haben mit einer reinen Begeisterung für einen solchen Beruf; wie es gilt, daS Kind zu üben, zu rüsten und zu weihen (»pn), auf das es befähigt werde, einer solchen Anforderung zu genügen. Die jüdische religiöse Erziehung ist darum zn keiner Zeit eine leichte Aufgabe gewesen. In der Gegenwart aber dürfte es vielleicht keine Pflichterfüllung geben, welche mtt so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, welche in solchem Umfange den ganzen Ernst, die vollendetste Hingebung, die klarste Einsicht, die nimmer erschlaffende Wachsamkeit erforderte, wie diese religiöse Erziehung. Ein jeder Vater und eine jede Mutter sollte darum gerade inbezug hierauf das inbrünstigste Gebet zu Gott richten: ^arm rtra rrjn inws wn „sende uns einen Strahl von Deiner Weisheit und Erkenmnis, damit wir die uns anverttauten teuern Wesen auf den rechten Weg leiten, damit wir ihre Eigenart verstehen, um fie empfänglich zu machen für Deine Lehren und sie zu weihen Deinem Dienste, daß sie willig und freudig sich Deinem Willen beugen unk nichts beglückenderes, erhabeneres und beseligenderes kennen, als Dir zu dienen in tteuem, liebendem Gehorsam mit ganzem Herzen, ganzer Seele und jeglichem Vermögen"'. Die jüdische Religion erschöpft sich nicht in der Vorstellung, welche der Staubgeborene sich von Gott bildet, fie dürste vielmehr sich mit dem Begriffe decken, daß sie die Offenbarung Gottes an den *) Hirsch'» Kommrntar zu 3. B. M. 30, 14.