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Jüdischer Volksbote · 1914-02-01 · 32 (2.1914) · p. Seite 491

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
32 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 491 (sequence 17)
Language
German
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491 dem Tode bestraft worden. Allein die Verführung greift mit jedem Tage mehr um sich, und so lange wir diese Juden im römischen Reiche dulden, wird ihre Gottlosigkeit wie eine ansteckende Krankheit wirken. Deshalb fühle ich mich berufen, das Werk zu vollenden, welches mein Vater und mein Bruder begonnen haben. Ihr Tun war wirkungslos; sie haben den jüdischen Staat vernichtet und den jüdischen Tempel zerstört; aber das jüdische Volk haben sie bestehen lassen. Ich will die ganze Nation verderben und so die Götter des Olympus vor dem Sturze bewahren Nicht e i n Jude, nicht Mann, nicht Frau, nicht Kind, aus diesem sündigen, gottlosen Geschlecht soll am Leben bleiben. Von heute in dreißig Tagen soll der Senat beschließen, daß sie' alle umgebracht werden, alle, alle, im ganzen weiten römischen Reiche, wo immer sie auch wohnen mögen, in Rom und in ganz Italien, in Judäa und Syrien, in Aegypten und Afrika, in Gallien und Hispanien. Ich erwarte, daß Ihr alle mit mir einverstanden seid und diesen meinen Beschluß auch zu dem Eurigen macht." Flavius Cleinens erhob sich. „„Cäsar"", sagte er, „„gestatte mir „Schweige Clemens", unterbrach ihn der Tyrann, „nicht Dir gezieint es, in dieser Angelegenheit mitzureden. Es ist mir hinterbracht worden, daß Du Dich der jüdischen Sitte hinneigst, mit Juden verkehrst und den Göttern schuldige^Ehrerbietung versagst. Beim Hercules, wenn Du nicht meinem Blute der Nächste wärest, wenn ich nicht Domitilla, meine Nichte, schonen möchte, ich hätte schon längst dem Ankläger gestattet. Dich zur Rechenschaft zu ziehen wegen Deines gottlosen Betragens. Wage es nicht, zu Gunsten der Juden ein Wort zu reden, oder ich schwöre bei Minerva, meiner erhabenen Beschützerin, daß Du wegen Gottlosigkeit verklagt und gerichtet werden wirst." Flavius Clemens schwieg, und Entsetzen ergriff die Mitglieder des geheimen Rats. „So seid Ihr alle einverstanden?" „„Großmächtiger Kaiser"", nahin Nerva das Wort, „„wohl ist wahr, was Du gesprochen, allein ....."" „Mein Nerva", unterbrach ihn Domitian, „ich dächte. Du wünschtest die wenigen Tage, die Dir noch beschieden sind, in Ruhe und Frieden zu leben! Darum laß ab, die Juden zu verteidigen."

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