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Jüdischer Volksbote · 1914-02-01 · 32 (2.1914) · p. Seite 488

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
32 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 488 (sequence 14)
Language
German
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488 I I bringen? Ich habe es nicht um Euch verdient, daß mein Leben teuer sein soll in Deinen Augen." .Ich bin ein Jude, Herr", antwortete Rabbi Akiba, .ein Nachkomme Abrahams, von dem Gott gesprochen: Und es sollen durch ihn gesegnet werden alle Völker der Erde. — Daher habe ich die Pflicht, für das Wohl aller meiner Mitmenschen zu sorgen, soweit es in meinen Kräften steht. - Heule veranlaßt mich jedoch noch ein anderer Grund, Dich zu warnen, damit Du auf Mittel sinnest. Dein Leben vor dem Mordschwerte des Tyrannen zu schützen. Kaiser Domitian plant Schlimmes gegen uns Juden; deshalb sind seine Feinde unsere Bundesgenossen " „.Und wie meinst Du, daß ich im Stande sei, mein Leben zu schützen?"" „Das, o Herr, mußt Du besser wissen als ich. Du hast ja viele Freunde, und das Schicksal, das heute Dich bedroht, kann morgen die Andern erreichen." „„Du hast Recht, Fremdling, ich werde mit meinen Freunden überlegen, was zu tun sei. *Ach, ich habe gedacht, die wenige Tage, die mir noch beschieden sind, in Frieden zu verleben. Ich bin ein alter, einsamer Mann, und die Sterndeuter haben mir geweissagt, daß ich zwar nur kurze Zeit noch leben, aber ruhig in meinem Bette sterben werde."" „Wenn Dir das die Chaldäer prophezeit haben und Du das Horoskop besitzt, in welchem diese Prophezeiung begründet wird, so kann dies vielleicht Dein Leben retten. Domitian ist sehr abergläubisch, und glaubt fest an die Prophezeiungen der Chaldäer. Du brauchst jenes Heroskop nur zu seiner Kunde zu bringen, und er wird seine Hand nicht mit Deinem Blute beflecken wollen. Es wird ihm lieber sein, wenn Du ohne sein Zutun stirbst, und er Deinetwegen dien Haß und die Rache Deiner Freunde nicht herauszufor^ern nötig haben wird." „.Göttliche Weisheit wohnt in Dir, o Fremdling. Dein Rat ist gut, und ich werde ihn befolgen. Wenn ich das Leben erhalte, so werde ich mich Dir dankbar bezeigen."" „O Herr, mein Leben schwebt in eben so großer Gefahr wie das Deinige. Hilf uns, das drohende Verderben von meinem Volke abzuwenden, und Du hast die Schuld der Dankbarkeit reichlich abgetragen."

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