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Jüdischer Volksbote · 1914-02-01 · 32 (2.1914) · p. Seite 487

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
32 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 487 (sequence 13)
Language
German
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487 gegen diesen Mann geplant wird, so ist kein Senator seines Lebens mehr sicher. Verratet dem Nerva dieses Geheimnis, es wird den Tod des Tyrannen beschleunigen." XVIII. Als die Weisen das Landhaus des Artemidorus verlassen hatten, überlegten sie, daß cs nicht gut getan sein würde, wenn sie gemeinsam den Senator Nerva, der sie aus politischen Bedenken aus seinem Hause gewiesen hatte, aufsuchen würden. Rabbi Akiba übernahm es, allein zu ihin zu gehen und ihn von der drohenden Gefahr zu benachrichtigen. Rabbi Akiba ließ den Senator mn eine geheime Unterredung bilten. „Herr", sprach er, als er vor Nerva erschien, „Du . hast mich und meine Genossen aus Deinem Hause gewiesen, damit Du durch unsre Anwesenheit bei Dir Dich nicht in den Augen des Kaisers compromittirest. Diese Vorsicht war unnötig. Domilian hat Dich schon, ehe wir nach Rom kamen, auf die Liste der Proscribirten gestellt." Nerva erschrak. „Bist Du ein Prophet", fragte er, daß Du in die Geheimnisse des Kaisers einzudringen vermagst?" „Ich bin weder ein Prophet", antwortete Rabbi Akiba, „noch ein Prophetenjünger. Es ist ein Geheimnis, welches mir von einem Freunde anvertraut worden ist. Musonius, der Schwiegervater des Artemidorus, hat es von einem der Delatoren des Kaisers erfahren." Als Nerva diese Worte vernahm, erzitterte er; er geriet so ins Wanken, daß Rabbi Akiba herbeieilte, um ihn zu stützeil. Er führte ihn eineni Sopha, zu und setzte ihn dort nieder. Mit aller Macht seines Willens bekämpfte Nerva den Schrecken, der sich. seiner bemächtigt hatte. Dann sprach er: „Die Quelle, aus welcher Du Deine Nachricht geschöpft hast, ist eine gute, und ich zweifle nicht an der Wahrheit Deiner Worte. Wehe mir. daß ich sterben muß und daß der Faden meines Lebens gcwaltsam durchschnitten werden soll! Doch sage mir. o Fremdling, was veranlaßt Dich, mir diese Nachricht zu über-

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