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Jüdischer Volksbote · 1914-02-01 · 32 (2.1914) · p. Seite 484

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
32 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 484 (sequence 10)
Language
German
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484 - Das gilt für alle Zeiten, besonders auch für die Gegenwart. Ter Wunderbaum des Judentums, er kan» nur die Früchte als die seinen anerkennen, die in Duft und Geschmack, in Wesen und Charakler, dem Stamme ähneln. Tief in der Golteslehre wurzelt der Stamm und alle Flüchte, die er treibt und zeitigt, sie sind nur dann als jüdische Früchte zu bewerten, wenn ptr itdi ixy.cya, wenn sie das Zeichen ihres Stammes an sich tragen und ans den ersten Blick ihre Quelle, aus der sie Kraft und Wachstum geschöpft haben, verraten. Die von gewisier Seite verbreitete Irrlehre, als ob dieser Baum nicht überall sich in gleicher Weise entfalten könnte, als ob er je nach Zeit, Land und Klima, seine Art n»d Gestalt verändern mütztc oder dürfte, wurde von der Geschichte gründlich widerlegt. Nein, er ist v'v S: bv ‘nj. Er wuchs im Berborgenen und sammelte Kräfte -in der langen Winternacht an den Gewässern des Nil, er gelangte zur herrlichen Blüte und zeitigte die edelsten Früchte am Jordanflusse, er verwelkte und verkümmerte nicht auf kalter, fremder Erde, an den Strömen Babels, er wuchs und gedieh in Reinheit und Vollkommenheit, ebenso an den Ufern des Rheins wie an der Wolga, am Po und an der Tiber nicht minder wie an der Weichsel und an der Memel. Er wächst und gedeiht überall; überall, unter allen klimatischen und sozialen Verhältniffen sind die Voraussetzungen und Bedingungen für ein thoratreues Judentum gegeben, und diejenigen, die behaupteten, der Baum müsse, um sich in fremdem Klima zu erhalten, nmschnitten, neu gezweigt und gepropft werden, werden Lügen gestraft auch durch die Geschichte der letzten Jahrzehnte, durch die Männer, die Gnade Gottes erstehen ließ, um de» Baum zu hüten und ihn in seiner ganzssn Kraft und Blüte den Nachkomnien zu übermitteln. Und solche Männer erstanden zu jeder Zeit — oft da die Not am größten war und alles verloren schien. Den» die Keim- und Triebkraft des Baumes, zu deffen Eigenschaften es gehört, daß vnne rutr*? rwe üSw dt ist unerschöpflich. Immer grün und blätterreich, mit edlen Früchten vollbeladen, in Kraft und Schönheit prangend und auch im Winter Kräfte sammelnd, so sehcn wir im Geiste den Baum des Judentums jahraus, jahrein. Sch.

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