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Jüdischer Volksbote · 1913-10-01 · 30 (10.1913) · p. Seite 450

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
30 (10.1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 450 (sequence 16)
Language
German
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450 Auch Domitians krasser Aberglaube forderte viele Opfer. Wenn irgend einer der vielen Wahrsager in Rom irgend einem Römer den Purpur prophezeite, so wurde der mit solcher Prophezeiung Bedachte hingerichtet, sobald dieses zu den Ohren des Kaisers gelangte. Ein Vetter Domitians, Flavius Sabinus, war zum Konsul ernannt worden. Der die Ernennung verkündende Herold irrte sich und sagte statt Konsul „Imperator". Der Irrtum des Herolds kostete Flavius Sabinus das Leben. So waren die Zustände in Rom als die vier Rabbinen daselbst ihren Einzug hielten. .Wollen wir nicht", sagte Rabbi Josua, „zuerst unfern Freund, den Philosophen Artemidorus, aufsuchen? Die Philosophen, von denen'Domitian viele mit Tod und Verbannung gestraft hat, sind unsere natürlichen Bundesgenossen." .Nein", antwortete Rabbon Gamliel, „wir wollen uns zunächst zu demjenigen begeben, der unsere Reise nach Rom veranlaßt hat. Führe uns in das Haus des Flavius Clemens, Akiba!" Flavius Clemens und seine Gemahlin Domitilla empfingen Rabbi Akiba und dessen Gefährten auf das Herzlichste. „Meine verehrten Gastfreunde", sagte Rabbi Akiba, „hier ist der Fürst Israels, Rabbon Gamliel, der Lehrer und die Leuchte unsres Volkes; und hier ist mein verehrter Lehrer Rabbi Josua, dessen Licht wie die Sonne leuchtet; und hier mein junger Freund und Genosse Eleasar, zugleich der Stolz und .die Hoffnung meines Volkes. Wir sind Eurem Rufe gefolgt, den Ihr uns durch unseren Bruder IPtzdäus gesandt habt, um mit Euch zu beraten, wie nnrMtter göttlichem Beistände das schwere Geschick abzuwenden vermögen, das unserem Volke droht". „Seid mir willkommen", sprach Clemens, „meine Freunde,, meine Lehrer. Ich nenne Euch so, weil Domitilla und ich entschlossen sind, das Judentum zu bekennen, wiewohl Domitian ein solches Bekenntnis mit dem Tode bestraft. Von den Göttern der Römer haben wir uns längst losgesagt". „Ueberlege, o Herr", sagte Rabbon Gamliel, „diesen Entschluß, ehe Du ihn ausführst. Die Frommen aller Nationen haben Anteil an der zukünftigen Welt und wenn Ihr von den Götzen Euch losgesagt habt. Euch sreihaltet von Mord und Ehebruch, kein Fleich von

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