Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 30 (10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Organ der Tommisston für Ländliche Wohlfahrtspflege der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Frankfurt a. M., Tifchri 5674. 1913. N- 30. riJBTi iwn ein Dag des Ernstes und der frende. Es ist gewiß jedem schon ausgefallen, welch ein tiefgehender Unterschied ist zwischen der Art, wie andere Nationen und Religionen den Eintritt eines neuen Jahres feiern, und wie Israel seinen twn rwn empfängt. Dort jubelnde Festesstimmung und ausgelassene Freude, hier tiefer Ernst und andächtiges Gebet. Dieser ernste Charakter unseres Festes spricht sich auch in einem sinnigen Midraschwort aus, wo es heißt, daß die Engel Gott gefragt hätten, warum Israel am n;i und D" nicht das SSn, jenes herrliche Loblied zum Preise Gottes, spreche. Aber Gott antwortete: Wenn der König auf dem Throne des Gerichts sitzt und die Bücher der zum Leben und der zum Tode Bestimmten vor ihm geöffnet liegen, da sollte Israel ein Sieges- und Danklied anstimmen? — Und dennoch wird bei einem anderen Anlaß rri auch als ein Tag der Freude bezeichnet. Als nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft Esra und Rehemia sich bemühten, der neugegründeten Gemeinde den Geist der Gotteslehre einzupflanzen und am ,ti aus der Thora vorlasen, da war das Volk so tief erschüttert von dem Gehörten, sie waren so niedergedrückt von dem Gedanken, lange Zeit hindurch die Gottesgcbote gänzlich vernackläffigt zu haben, daß eine Stimmung tiefer Trauer über sie kam. Da sprach der Gottesmann zu ihnen: . . . ov.i tmp ... lsan Ssi l'jswin c27j?o jtvt Ti nnn '2 i3iryn Ssi «Weinet nicht und trauert nicht! . . . Heilig ist der Tag unserem Herrn, und betrübet euch nicht, denn die