Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 29 (8.1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 429 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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429 schwer, unter dem Beifall der Versammelten den Weilburger Rabbiner ad absurdum zn führe». Um 8 Uhr abends schließt der unermüdliche Vorsitzende Herr Provinzial- Rabbiner Dr. Bamberger die Versammlung, die tiefen und bleibenden Eindruck auf die Versammelten gemacht hatte. Man begab sich in die »ahegelegene schöne Synagoge, um im gemeinschaftliche» Gebet den Gottesdienst fortznsetzen, dem ja auch die vorangegangenen Stunden des herrlichen Tages geweiht waren. Um 8s/4 Uhr abends fand man sich dann wieder zu geselligen Beisammensein im gleichem Saale ei», der sich inzwischen aus einem Vortrags- und Konferenzsaal in einen Theatersaal verwandelt lmtte. Als der Vorhang sich hob. ging das Märchenspiel von Hermann Schwab- Halberstadt „S a b b a t h z a u b e r" in Szene, desien Hauptrollen in den Hände» der Damen Frl. Mathilde Ne nhof und Ra Hel Seelig und der Herren Max Goldschmidt und Max Seelig lagen und das mit Liebe »nd wahrheitsgetreuer Natürlichkeit dargestellt wnrde. Die sich daran anschließenden im magischem Lichte strahlenden „Lebenden Bilder": Freitag Abend, Sabbath Mittag und Manzo«" Schabbos, »ach den bekannten Oppen hei m'schen Bildern gestellt, bildeten nnbestritten den Höhepunkt des Spieles, dessen Akteure sich der größten Hingebung an ihren künstlerischen Aufgaben befleißigt hatten. - Zn ungezwungener Reihenfolge reihten sich nun an: Das bekannte schöne Gedicht von Direktor Dr. Mendel Hirsch b'W „Die beiden Laden" und zwei Kouplets von drei Frankfurter Herren vorgetragen, ein kleiner Einakter, den die Damen Eva Grünebanm, Rieka Levy, FloraundFridaAdlerundRebekkaLevi boten,ein musikalischer Vortrag, sowie „Zwiegespräche" zwischen Fräulein Fanni Gnltmann und Frieda Rothschild, sowie Bertha Rothschild und Jenny Oppenheimer. Es war lange »ach Mitternacht ehe die gesellige Zusammenkunft, die den harmonischen Abschluß des bedeutungsvollen Tages bildete, ihr Endziel erreichte. Der nackhaltige Eindruck den dieser 29. Juni bei allen Teilnehmern hinterlafsen, er wird lange fortleben in Aller Erinnerung und dazu beitragen, daß der Arbeit der „Freien Vereinigung" bei Jung und Alt tätige Teilnahme gesichert, dem gesetzestreue» Judentum neue warme Anhänger zugeführt werden. Wir wollen den Bericht nicht schließen ohne an dieser Stelle nochmals den Herren Provinzial - Rabbiner Dr. Bamberger-Hanan und Dr. Ca hn-Fulda, den Herren Referenten, sowie Herrn und Frau Lehrer Schwarzschild-Schlüchtern den wärmsten Dank auszudrücken, für ihre unablässigen Bemühungen um die vorbereitenden Arbeiten, die dem Bezirktage seinen schönen Verlauf sicherten.