Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 29 (8.1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 445 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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421 c/ US 3 jährige Vorstandsmitglied der „Freien Vereinigung", Herrn Kommerzienrat Louis Feist S’Jti, seitens des Herrn Louis Kahn, schließt die Sitzung der Kommission für ländliche Wohlfahrtspflege. Hl. Die Haupt-Versammlung Inzwischen hatten viele Hunderte aus Schlüchtern und den Nachbargemeinden sich eingefunden um der Hauptversammlung beiwohnen zu können, sodaß in den weiten Räumen der Turnhalle kein Plätzchen mehr zu finden war. als um 4 Uhr Herr Provinzial-Rabbiner Dr. B am b erg er- Hanau die Haupt-Versaminlung eröffnete. Nach einem von Fräulein Guttmann trefflich vorgetragenen Prolog hieß namens der Gemeinde Schlüchtern Herr Vorsteher Rothschild die Versammelten Willkommen mit' einem warmen anpSi pimS ciSip ciSiP. Vielen, sind ein großer Teil der anwesenden Gäste, die Mitarbeiter der „Freien Vereinigung" sind, unbekannt, und doch durch ihre Tätigkeit, die den großen Bau errichtet, liebe, alte Bekannte, wenn auch c'pim also doch C’31ip. Wie die gestrige mTD Kunde von der Blüte des Aaronstabes gibt, so hat auch die „Freie Vereinigung" es verstanden, in v.ielen fast schon erstorbenen Gemeinden neues Leben und Interesse für flmpn min zu wecken, um neue Blüten sprießen zu laffen an manchem welken Aste. (Beifall.) Sodann Lberbrachte namens des Vorstandes und des Ausschnffes der „Freien Bereinigung" deren stellvertretender Vorsitzender. Herr Jarob Rosenheim - Frankfurt a. M. die Grüße derselben. Gerne habe die „Freie Vereinigung" der Anregung stattgegeben, in Schlüchtern an der Grenze zweier hervorragender Rabbinate, die im ganzen deutsche» Reiche sich größter Wertschätzung erfreute», den Bezirkstag abzuhalten. Die Bezirkstage seien eine direkte Notwendigkeit im Programm der „Freien Vereinigung" geworden, da diese Tagungen die Großzügigkeit und die Begeisterung bei der gewaltigen Heeresschau der in periodischen Abständen stattfindeuden großen Vereinstage verbinde» mit der soliden Kleinarbeit des Alltags. Gemäß ihrem Namen, den ihr großer Gründer Samson Raphael Hirsch S'X* ihr mit wohl erwogenem Vorbedacht gegeben, sei die „Freie Vereinigung" eine freie Vereinigung. Nach dem Worte unserer Talmudweiscn N11N nPH NipD » frei in der Treue zu dem freimachenden Gottesgesetze, frei von jeder einzwängenden Feffel. frei aber auch, und das ist immer und immer wieder zü betonen, von jedem staatlichen Zwang, geeint lediglich durch die Gleichheit der Gesinnung, finden wir uns zusammen, um die freie Entwicklung, des Thorageistes in Deutschland zu erhalten und zu fördern. Unter ständig wachsender Begeisterung der Versammlung, die ihren Ausdruck in fortwährendem Applaus fand, geht Referent auf das Programm der „Freien Vereinigung" ein, deren von Tag zu Tag wachsende Bedeutung für Einzelne und Gemeinde», nach innen und außen, vor Behörden und Regierungen, immer mehr erkannt werden und deren Bestrebungen zur Weckung, Belebung und Erhaltung jüdischen Sinnes und jüdischer Tat in den Referaten des heutigen Bezirkstages wiedergespiegelt werden. \