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Jüdischer Volksbote · 1913-08-01 · 29 (8.1913) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
29 (8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 444 (sequence 10)
Language
German
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Der Vorsitzende der Kommission Herr Louis Kahn jr.-Frankfurt a. M. berichtete in längerer Rede über die mannigfaltige Tätigkeit der Kommission auf allen Gebieten der ländlichen Wohlfahrtspflege. Insbesondere machte der Redner sehr interesiante Mitteilungen über die Ergebnisse der von der Kommission eingerichteten Schiurim sowie über ihr Eingreifen zu Gunsten der jüdischen Viehhändler. Nach Dankesworten des Herrn Prov.-Rabb. Dr. Bamberger-Hanau ergreift Herr Prov.-Rabb. Dr. C ahn-Fulda das Wort, um die Wichtigkeit gründlicher Ausbildung in minn Yio,l7 zu betonen. So gut die Regierung verlangt, daß jeder Lehrer vor desiuitiver Anstellung ein Probejahr und ein Seminarjahr absolvieren müsse, um die nötige Qualifikation zur Erziehung der Jugend zu verbürgen, so müßten auch wir darauf sehen, daß jeder Religionslehrer mindestens ein Jahr auf eine na'tP' ginge, um sich ganz ausschließlich dem Studium der min zu widmen, um so einem größeren Fond in sich zu sammeln, der bereit ist, wenn die Forderung des Augenblicks bei der Erziehung zu überzeugungstreuen Jehudim ihre Rechte geltend macht. Aber nicht nur der Lehrer allein, soll esne Jeschibo besuchen, jeder Jüngling möge doch, bevor er in das praktische Leben eintritt, sich ein Jahr ausschließlich dem Lernen widmen. Die unendlichen Schätze, die er da in sich austiimmt, sie werden für das ganze kommende Leben ihm zur Stütze gereichen. Redner führte ein Beispiel an von der inzwischen aufgelösten Gemeinde Zündersbach. Dort gab es viele Familien deren Oberhäupter in der Jugend sich eine Zeitlang ausschließlich mit minn no’1? befaßt hatten, und nun selbständig lernen und ihre Kinder lehre» konnten. Da war auch kaum ein Tag im Jahr, wo nicht Vater und Kinder bei jeder Mahlzeit ein "icc zur Hand nahmen, um gemeinschaftlich zu lernen. Wo der Wille ist, da ist auch die Ausführung nicht unmöglich. Muß es nicht, ein befriedigendes Bewußtsein für Eltern sein, daß die Kinder, wenn sie einst in die Lage kommen ihnen das ump nachsagen zu müssen, die Tiefe dieses Gebetes verstehen: «21 .TCP BHpm Sl3n\ Wenn auch nur einer die Absicht von der heutigen Versammlung mit nach Hause nimmt, sein Kind nach vollendeter Schulzeit auf mindestens ein Jähr auf eine na'iP’ zu schicken, dann hat der Bezirkstag Großes geleistet. (Lebhafter Beifall.) Eine Anregung, die „Freie Vereinigung" möge beim Ministerium dahin zu wirken suchen, daß die Sperrstunde für Ladengeschäfte abends 8 Uhr am Samstagabend aufgehoben werden solle, da es das Interesse von nau> n~'ov erfordert, wird von Herrn Rosenheim-Frankfurt a. M. dahin beantwortet, daß es jetzt besser sei, zu warten, bis im Reichstag das Gesetz über die Sonntagsruhe eine in unserem Sinne günstige Erledigung gefunden haben werde. Provinzial-Rabbiner Dr. Bamberger-Hanau erklärt es für Pflicht eines jeden jüdischen Geschäftsmannes, bei etwaigen Abstimmungen unter den Geschäftsinhabern einer Branche über ftiiheren Ladenschluß dagegen zu stimmen, selbst wenn der Einzelne kein persönliches Interesse daran hat. Nach kurzen Bemerkungen der Herren Lehrer Emanuel-Gr.-Krotzenburg und Ehrenreich-Langenselbold und eines Gedenkwortes für das lang-

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