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Jüdischer Volksbote · 1913-08-01 · 29 (8.1913) · p. Seite 442

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
29 (8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 442 (sequence 8)
Language
German
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Vfl — 418 — direktes ökonomisches Interesse daran haben, damit die Tätigkeit dieses BereineS. der so Unendlichefür na» nrc» leistet, gestärkt und gefördert wird. Arthur Meyer-Gelnhausen hält eine Verlegung der cmy» der man in die Synagoge, wie eS der erste Referent fordert, nicht für opportun, da daS nicht zur »nerziehuug de« SelbstlernenS führe und auch eine Beschränkung der cm?, deren Verteilung den jeweiligen man zustehe, bedeuten könnte. Lehrer Frendrnberger-Flieden empfindet, daß die 5 Stunden wöchentlichen Religionsunterrichtes nicht aurreichen, um eine abgerundete Bildung bieten zu können und regt an, die »Freie Vereinigung' möge beim KuliuSministerium dahin zu wirken suchen, daß 2 Stunden des Elementarunterrichtes, (etwa vom Zeichnen oder Singen) dem Religionsunterricht abgetreten werden Rabb. Dr. B amb erger-Hanau sichert wohlwollende Erwägung im Schulausschufle der »Freien Vereinigung' zu, dem die Anregung als Material überwiesen wird. Lehrer Levy-Birstein hält da» Verlegen des ny» der man in die Synagoge für unausführbar, wo in der Synagoge ein Bortrag gehalten wird, oder das Eine oder Andere darunter leiden müfie. Er regt an, daß alle «"n »m den Damen der Franen-rnan ein entsprechender Vortrag gehalten werden solle. Dies alles sei aber nur in den noch verhältnismäßig größeren Gemeinden angängig. Wie aber sollen die kleinsten der kleinen mnp, die sich keinen Lehrer halten können, den Kampf gegen die Unwisienheit und Gleichgiltigkeit aufnehmen? Welche Hilfsmittel denen in die Hand geben die an selbständiges Lernen nicht gewöhnt sind? Rabb. Dr. Bamberger-Hanau empfiehlt hierfür: Kohn, Bibel- und Talmudschatz. Hamaggid von Dr. Wolf-Bischheim, nahi naa von Kranz (jüdisch-deutsch). Anknüpfend an den Appell Dr. Bamberger'S zum Eintritt in den na» >naw- Verein. erklärt Herr Sichel-ÄächterSbach, daß eine große Gefahr für viele junge Leute die wirtschaftliche Lage ist, die aber auch dadurch rum Teil eine Erschwerung erfahre, daß selbst na» geschloffene Geschäfte vielfach nichtjüdischeS Personal beschästtgen. Redner erhärtet seine Ausführungen durch Beispiele aus der Bäckerei- und Konditoreibranche, und macht dabei aus die Gefahr aufmerksam, die durch nichtjüdischeS Personal genannten Betrieben entsteht, z. Brnn, Konfitürenbereitung usw. Herr Loui» Kahn jr.» Frankfurt a. M. geht auf die Ausführung deS letzten Redners rin, und weist nach, daß die Bezahlung junger na» haltender Leute heute durchaus nicht ungünstiger als die anderer ist. So ergibt sich au« einer GehaltSskala, die die Berliner Freisinnige Zeitung aufgestellt hat. daß Firmen der elettrischen Branche, die doch heute die am besten rentierende ist. und die ausschließlich in nichtjüdischen Händen, ihrem Personal, daS noch zum weitaus größeren Teile akademisch gebildet ist, bis 4»'/, ein Gehalt bis zu Mk. 2000—, weitere 40'/, bis zu höchstens Mk- 2400.— und nur 8—10'/, ein solches von Mk. 5000.— und mehr gewähren. In den großen jüdischen Metallgeschästen wird ein Gehalt bezahlt, da» den Durchschnitt um 20 '/, übersteigt. Ander« liegt die Skala in den na» geschloffenen ManufatturwarengeschSfien. in denen einerseits durch den außerordentlich kleinen Nutzen, der nur durch ganz großen Umsatz etwas ausgeglichen werden kann, andererseits durch das Maffenangebot an Arbeitskräften.. daS Gehalt nicht allzugrob sein kann, bei weitem aber nicht unter den Durchschnitt heruntergeht. Andererseits müffen sich die jungen Leute auch etwas mehr Beschränkung auferlegcn, nicht ebenso kostspielige Vergnügungen mitzumachen suchen, wie ihre nichtjüvifchen Kollegen. Auf die Bemerkung deS zweiten Referenten bemerkt Redner, daß da« Hotelwesen. das häufig nicht ganz einwandsfrei sei. eine wesenttiche Befferung erfahren könnte, wenn alle jüdischen Reisenden auch in den jüdischen Hotels wohnen wollten, und nicht nur dort das Effen einnehmen, an' dem der Restaurateur recht wenig verdient. Wenn wir auch den ausgesuchtesten Komfort da entbehren müffen, so wäre das. daS kleinste Opfer, daß das Judentum von uns fordeit. Die Besserung dieser Mißftäade haben zum großen Teil die Reisenden selbst in der Hand. Lehrer Ehren reich-Langenselbold empfiehlt die in seiner Gemeinde geübte Praxis, außer dem -nytr nach der Synagoge einen Vorttag über die Sidra nach dem

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