Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 28 (6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 403 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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403 Heißet, meine Brüder, eure Sabbate willkommen! sie verkündigen uns diese Wahrheiten; sie sind uns ein Vorbild, eine Hoffnung, ein sicheres Bündnis. v. Vre Wunde. Von vr. ven Sion. «Schluß). Nach Anlegung des Verbandes ist es, wo es sich nicht gerade »m geringfügigste Verletzungen handelt, im Interesse einer beschleunigten Wundheilung ratsam, das verletzte Glied möglichst wenig zu bewegen, es zu schonen — also bei Fußverletzungen nicht zu gehen, bei Handverletzungen die Arme und Finger möglichst still zu halten. Zu diesem Zwecke kann man den Arm in eine Schlinge legen, die man aus einem am Nacken zusammengeknüpften Tuche herstellt. Will man einen Finger ruhig stellen, so bandagiert man auf der Innenfläche der Hand eine Schiene a»; hierzu verwendet man ein Brettchen von Cigarrenschachtelholz oder aus Schusterspan, das man mit Watte umwickelt. Damit haben wir das, was der Laie von der Wundbehandlung wissen muß, mitgeteilt. Es hat aber praktisches Interesse, noch einige weitere besondere Fälle herauszugreifen, in denen sich der Laie im täglichen Leben auch ohne ärztlichen Rat helfen kann. Auch hier kommt es weniger darauf an, zu wissen, was man zu tun hat, als, was man zu unterlassen hat. Macht eine Munde nicht den Eindruck, als ob die Heilung glatt von statten ginge, ist sie sehr feucht oder mit Borken bedeckt, ist die Umgegend stark rot, oder handelt es sich um eine wenig saubere Umgebung (z. B. wenn der Schuh die Haut der Zehe abgescheuert hat), so legt man nicht den oben geschilderten trockenen, sondern einen feuchten Verband an. Tritt Fieber auf, schwillt die Wunde an, wird sie schmerzhafter, wird Eiter sichtbar, rötet sich die Umgegend stark u. s. w., so mache man keine weiteren Versuche, sondern gehe zum Arzt. Will man — in den oben geschilderten leichten Fällen — einen feuchten Verband anlegen, so nimmt man Verbandmull, taucht ihn in verdünnte essigsaure Tonerde und drückt den Mull in der Faust wieder aus. Dieser feuchte Mull wird nun nicht glatt auf die Wunde gelegt, sondern gekrüllt, also beinahe in demselben zusammengedrückten Zustande — nur ein wenig in die Länge auseinander gezogen —, wie man ihn aus der Faust genommen hat. Ueber den feuchten Mull legt man einen undurchlässigen Stoff (Gummipapier oder den gelben Billroth-Batlist), aber so, daß er auf allen Seiten den Mull reichlich überdeckt. Guckt nämlich an einer Ecke der feuchte Mull heraus, so kann der Verband von hier aus rasch austrocknen. Auf das Gummipapier folgt Watte und Binde. Der feuchte Verband kühlt erst angenehm, wird aber dann warm und bleibt so