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Jüdischer Volksbote · 1913-04-01 · 27 (4.1913) · p. Seite 388

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
27 (4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 388 (sequence 18)
Language
German
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nur ein Beispiel erwähnen. Rabbi Tarphon, ehemals Akiba's Lehrer, jetzt sein Freund, war mrt Glücksgütern reich gesegnet. Eines Tages kam Rabbi Akiba zu ihm und sprach: „Mein Freund und Lehrer; es bietet sich mir Gelegenheit zu sehr günstigen Einkäufen. Hast Du vielleicht eine größere Summe Geldes bereit? ich will gern die Einkäufe für Dich besorgen." Rabbi Tarphon gab ihm 4000 Goldstücke, die Rabbi Akiba für seine Armen verwendete. Abends begab er sich zu seinem Freunde und sprach: „Ich muß Dir doch den Kaufbrief bringen, den ich für Dein Geld erhalten habe". ~ Dann zeigte er ihm den 9. Vers des 112. Psalms, der da lautet: „Er streut aus und gibt den Armen, in der Ewigkeit ist ihm der herrlichste Lohn." Rabbi Tarphon aber küßte den Freund und gab ihm noch größere Summen zu ähnlichen „Einkäufen.", Als Rabbi Akiba sich eines Tages in das Lehrhaus begeben wollte, fand er dasselbe geschlossen. Der Türhüter sagte ihm, er habe den Auftrag, ihn zu ersuchen, daß e» sich in die Wohnung des Fürsten Rabbon Gamliel begebe. Rabbi Akiba ging sofort hin, und fand bei dem Fürsten seinen Lehrer Rabbi Josua den Chananjah, den noch sehr jungen, aber bereits sehr gelehrten Rabbi Eleasar ben Asarjah und außer ihnen einen Fremden, in dem Rabbi Akiba seinen alten Freund Taddäus aus Rom erkannte; er begrüßte ihn auf das herzlichste. Dieser aber war betrübten Gemütes und sprach:. „Lasset uns keine Zeit verlieren, Ihr großen Lehrer Israels. Setzet Euch und gestattet mir. Euch den Inhalt meiner Botschaft vorzutragen. — Mich haben unsre Brüder in Rom zu Euch geschickt, um Euch zu bitten, daß Ihr Euch auf den Weg machet und nach Rom reiset. Große Gefahren bedrohen ganz Israel; um sie Euch darzulegen, bedarf es der längeren Auseinandersetzung. Deshalb setzet Euch nieder und höret mich an." Die Weisen taten so, wie es der Gesandte der römischen Juden verlangte, und dieser fuhr zu reden fort: „Kaiser Domitian, der Bruder jenes Titus, welcher das Haus unseres Gottes zerstörte, ist ein Mensch, dessen Charakter aus den größten Widersprüchen zusammengesetzt ist. Ich muß Euch das erklären, damit Ihr wisiet, welcher Art die Gefahren sind, die uns bedrohen.

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