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Jüdischer Volksbote · 1913-04-01 · 27 (4.1913) · p. Seite 387

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
27 (4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 387 (sequence 17)
Language
German
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uns in alten Büchern eine merkwürdige Geschichte erzählt. Als er einst im tiefen Schlafe lag, vernahm er eine Stimme, die da rief: Freue Dich Josua, Du wirst im Paradiese Deinen Platz neben dem Metzger Nannes haben! — Rabbi Josua ben Alam, der von frühester Jugend sein Leben Gott geweiht hatte, den achtzig Schüler als ihren Lehrer verehrten, der mit größter Gewissenhaftigkeit uud Uneigennützigkeit betfr Armenwesen vorgestanden, war neugierig, den einfachen Handwerker kennen zu lernen, dem in der künftigen Welt er gleichgestellt zu sein sich freuen sollte. Er zog mit seinen Schülern von Stadt zu Stadt, bis er den Metzger Nannes fand. Dieser war ein einfacher Mann, der schlicht und recht in Gottes Wegen wandelte; aber er hatte alte Eltern, die schwach und krank waren. Nannes behandelte seine Eltern mit der größten Sorgfalt und Ehrerbietung; er hatte kein wichtigeres Geschäft, als sie zu bedienen; er selbst bekleidete sie, brachte ihnen zu essen und erfüllte mit der größten Zuvorkommenheit jeden ihrer Wünsche; alles was er nur zu tun vermochte, tat er, und überließ die Bedienung keinem seiner Diener. Als Rabbi Josua ben Alam das. hörte, umarmte und küßte er den Mann und rief: Heil Dir und wohl Dir! ich schätze mich glücklich, daß es mir ver-?;önnt sein wird. Dein .Genosse im Paradiese sein zu önnen! Jetzt war Rabbi Josua ben Alam gestorben und hatte den ihm verheißenen Platz im Paradiese eingenommen. Rabbi Akiba sollte sein Nachfolger werden in dem Ehrenamte, welches jener so ruhmvoll verwaltet hatte. Rabbi Akiba aber sprach: »Ich kann dieses Amt nicht annehmen, bis ich die Erlaubnis meiner Frau dazu erhalten habe; ihr habe ich versprochen, meine ganze Zeit dem Thorastudium zu weihen, sie hat daher das Recht, darüber zu bestimmen, ob sie die Verwaltung dieses wichtigen Amtes der Forschung gleich achte". Aber Rahel hatte nichts dagegen einzuwenden, und so wurde denn der ehemalige Hirte des Kalba Sabua an die Spitze des ganzen jüdischen Armenwesens gestellt. Mit derselben Energie, welche Rabbi Akiba in allen Dingen bewährte, verfuhr er auch hier. Bald wurde er ein Vater und Versorger der Armen, die ihn mit Segenswünschen überhäuften. Wie er das nötige Geld dazu sich zu verschaffen wußte, davon wollen wir

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