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Jüdischer Volksbote · 1913-04-01 · 27 (4.1913) · p. Seite 376

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
27 (4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 376 (sequence 6)
Language
German
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376 Das Lamm war einer der Hauptgötzen Egyptens. Noch mehr als tausend Jahre später, als Egypten römische Provinz geworden war, waren die Verehrung und Anbetung der Tiere so mächtig, daß, als ein römischer Soldat, einer der Gewalthaber und Herrscher, ein Tier tötete, dieser vom Volke in Stücke gerissen wurde und ein Aufruhr gegen die römisch« Herrschaft entstand. Und Gott befiehlt den Israeliten, daß sie vor den Augen von ganz Egypten die Lämmer nehmen, sie schlachten und endlich das Blut der geschlachteten jGötzen an die Pfosten und die Oberschwelle der Haustüre streichen! Das war eine mächtige und durchgreifende Emanzipation voch egyptischen Götzendienste, das war ein Trotzbieten den Egyptern gegenüber, wie es kaum größer gedacht werden kann, das war eine Bewährung des Mannesmutes, wie er nur aus dem unerschütterlichen Vertrauen auf Gottes allgewaltigen Schutz rwerwachsen vermag. Ja. noch mehr: um Israels willen werdeiW>ie Erstgeborenen der Egypter erschlagen, um Israels willen erfahrnen die Wehklagen in!allen Häusern der Egypter, und die Israeliten sollen -noch durch das Blutzeichen die Häuser bemerklich machen, in denen sie fich befinden, und sollen fich nicht fürchten, sollen vielmehr unwandelbar vertrauen auf Gottes Schutz. ov ans ivü D’nan Sy msS oaS oin 'vn .Und das Blut soll euch sein zum Zeichen auf den Häusern, in welchen ihr euch befindet." crSy w®bt| tnn ns wtm „Und wenn Ich dann sehe, daß jede Furcht vor den Egyptern von euch gewichen und ihr das betätigt, indem ihr durch pas Blut des geschlachteten Götzen eure Häuser bezeichnet, dann seid ihr Meines Schutzes wert und Ich werde über euch hinwegschreiten, da Ich die Erstgeborenen Egyptens erschlage." Damit ist die von uns aufgeworfene Frage beantwortet. Nicht der allgegenwärtige, allwiffende Gott bedurfte jenes Zeichens: an m oaS, für euch soll sein das Blut zum Zeichen, daß ihr durch das Vertrauen astf Gottes Schutz euren Peinigern gegenüber den Mannesmut wiedeirgefunden habt. . Ä So ward also unfern Voreltern das Peßach-Opfer zu Wem Symbole des unerschütterlichen Vertrauens auf Gottes Schutz. naa na: cmetn, und indem wir es aussp rechen und somit die Bedeutung geistig erfaffen, sollen auch wir alljährlich bestärkt und gekräftigt werden im Vertrauen auf Gottes Schutz. Wenn wir tun, was Gott zu tun , uns geboten, dann brauchen wir nichts zu fürchten, dann werden wir stets ruhig, friedlich und glücklich leben im V ertrauen auf den Schutz des Allmächtigen, Allwiffenden, Allgegenwärtigen, Allheiligen, dessen Herrlichkeit das Weltall erfüllt.

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