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Jüdischer Volksbote · 1913-04-01 · 27 (4.1913) · p. Seite 375

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
27 (4.1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 375 (sequence 5)
Language
German
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375 Als Gott, der Herr, Egypten durchzog, um die Erstgeborenen der Egypter zu töten, befahl Er, daß die Israeliten die Pforten ihrer Häuser mit dem Blute des Peßach-Opfers bestreichen sollten, oi.i 'vn ^vp «Si d2'*?j? ’nnoci nn n« ’JV8-ii dk» ori8 utk o'N2i by ms1? ooS jjnxo p83 '712.12 nwoS 022. „Und es soll euch sein das Blut Mw Zeichen an den Häusern, in welchen ihr euch befinden werdet, und Ich werde sehen das Blut und werde hinwegschreiten über euch, und es wird nicht sein an euch Plage zum Verderben, da Ich schlage im Lande Mizrajtm." (II. B. M. Kap. 12, V. 13.) Jedem denkenden Leser der heiligen Schrift muß sich hier die Frage aufwerfen: Wozu bedurfte es eines solchen Zeichens? Ist nicht Gott allgegenwärtig, allwissend? Ruft doch der Prophet Jirmijahn uns ru: 718 *6.1 ,'1 082 12818 8*2 '281 0111002 V8 TD' 08 .'1 082 8*70 28 p8.1 „Kann wohl Jemand sich noch so sehr verbergen, und Ich sollte ihn nicht erblicken? spricht der Ewige; fülle ich nicht die Himmel und die Erde? spricht der Ewige." Werfen wir einen Blick auf den Zustand unserer Väter in Mizrajim. Die Knechtschaft hatte, in natürlicher Folge,, entnervend, entartend auf Israel gewirkt. AIS Moscheh, dem das Elend seiner Brüder zu Herzen ging, sich unter ihnen umsah, da bemerkte er zu seinem schmerzlichen Erstaunen, daß sie derart durch die Anechtschaft enmervt waren, daß sie das Böse, das Schlimme, ja das Schlimmste sich ruhig von ihren Peinigern gefallen ließen. «"8 }'8 '2 811 .121 .12 jci. »Und er sah sich uni nach allen 'Seiten und nirgendwo war unter den Israeliten ein Mann zu finden, nirgendwo gab es unter ihnen mannhafte Gesinnung, mannhaften Mut, mannhafte Widerstandskraft; ja, nach schlimmer: feiger Verrat verriet den Peinigern den edlen HelsMjw'm 9™ j28. Dabei hatte der egypttsche Götzendienst Eingang bei Israel gefunden, so daß es den Egyptern gegenüber bezeichnet wird als '12 3ipa '12, als ein Volk, das inmitten eines götzendienerischen Volkes von demselben Wahn war befangen worden. In der Wüste, bei der Anbetung des güldenen Kalbes, zeigte es sich deutlich, wie sehr der egyptische Tierdienst Einfluß gewonnen hatte auf Israel. Und nun sollte mit Israel eine ganze Umwandelung Vorgehen. Da mußte zunächst die Furcht vor den Egyptern schwinden und unbedingtes Vertrauen auf GotteS unendlichen, unaufhörlichen Schutz Platz greifen. Die Israeliten mußten sich selbst erst geistig von den Egyptern und ihrem Einfluffe emancipiren, ehe d» Emanzipation von der egypttschen Knechtschaft stattfinden konnte.!

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