Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Volksbote · 1913-01-01 · 26 (1.1913) · p. Seite 368

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
26 (1.1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 368 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4903180-5965943-5965980--572-4903717
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

368 Akibcl.) historische ErzShlung von Rabbiner Dr. M. Lehmann (Fortsetzung). „Nicht doch, mein Vater",' antwortete Rahel, «nicht Elend und Kunimer waren mein Loos, sondern die höchste Freude uib das größte Glück, die einem Weibe gewährt werden kann. Ist doch der edelste, beste, weiseste Mann auf Erden mein Gatte, habe ich doch Kinder, die in seinen Fußtapfen wandeln und dereinst^ wie er, die Freude, der Stolz und ditz Hoffnung Israels sein werden! Nur Deine Liebe hat mir ^bisher gefehlt^ mein Later; jetzt da Du wieder mit mit" versöhnt bist, ist mein Glück vollkommen." „Gott segne Dich, meine Tochter. So ist denn mein Alter nicht mehr einsam, da, wie Du sagst auch Enkel mir erblühen. O, hole sie, und führe sie in. mein Haus, bannt ihr Anblick mein Herz erfreue". Es war ein warer Triumphzug als Rabbi Akiba!mit Frau und Kindern, in Begleitung seiner zahlreichen Schüler, in das tzaus seines Schwiegervaters einzog. Rabbi Akiba war jetzt ein reicher Mann. Der erste Gebrauch, den er von seinem Reichtum machte, war, daß er seiner geliebten Rahel ein goldenes Diadem verfertigen ließ, in das eines geschickten Künstlers Hand das Bild der heiligen Stadt Jerusalem hineingravierte. So hatte es Akib i in den Tagen der tiefsten Armut^ da Rahel, wiewo;l selbst so arm, noch Aermere unterj stützt hatte, versprochen. Und Rahel, die edle, fromme und bescheidene Rahel, trug dieses Diadem mit freudigem Stolze, nicht etwa, um damit zu prangen, sondern damit die anderen Töchter Israels dadurch erfahren i sollten, wie viel Großes für die heilige Gotteslehre ein 'ein schwaches Weib vollbringen vermag. XIII. j Rabbi Akibas Tochter Sulamith war zu einer! holden Jungfrau herangeblüht, und die Eltern dachten daran, sie zu verheiraten. Rabbi Akiba hatte zu seinem *) Mit Genehmigung der Verlagsbuchhandlung Z. ttauffmann in Frankfurt a. M. zum Abdruck gebracht. Nachdruck verboten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.