Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 26 (1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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358 (Er tritt in ehrfurchtsvollem Ziehen am rwrt Ptn vor den göttlichen Richter; er enthält sich am eigenüichen Tage. der Verzeihung, am oy der Speise! und des Trankes, well er sich bewußt ist, „den Anspruch aufs Dasein verwirkt zu haben". Tr zieht im Herbste, wenn kühles Wetter gerade eine feste Wohnstätte aufzusuchen heischt, in die schwanke naiD hinaus und bekundet so sein vertrauen auf (Pott, der überall ihn schützen kann. Tr läßt in die finstere, kalte Winternacht die Lichtlein leuchten, die ein unvergängliches! Denkmal der Glaubenstreue jenes Situ?' mtw, jenes jüdischen Häufleins darstellen, das die der Richtlinienbewegung gleichende hellenistische Strömung niedergerungen. Tr hört am emo die alte Runde der iriOK nbio, daß Gott überall „wacht über sein Volk und zu Schanden macht, was Bosheit an List und. Ränken gegen es schmieden mögen". 4 Die Richtlinien finden sich in wenigen Sätzen mit dem Ralender ab. Nichts von Fasttagen, nichts von Virt tptn, nichts von?vr ipien, nichts von der ivip-Aeit, nichts von den 2 Wochen, nichts von nvrSo '0, nichts von nauwi ’s’ mipp. All das scheint mit dem religiösen Denken und Tinpfinden ihrer Anhänger nicht im Einklang zu stehen und wird deshalb gestrichen, was sie für unerläßlich halten ist herzlich wenig: häusliche Feier und Besuch des Gottesdienstes an den Festen, wenn die Verhältnisse es erlauben, jedenfalls aber Feier der Vorabende der Feste, insbesondere der Sederfeier (mit mro allein, mit f*on und nvo oder nur mit f*on?) die n3un«$eier (wie lange naun dauert, ist nicht gesagt; aus der Praxis weiß ma» ja, daß an der Bockenheimer Landstraße und am Rurfürstendamm mehr weihnachtsbäume als Thanukkaleuchter ihr Licht aus jüdischen Häusern ins winterliche Dunkel hinaussttahlen lasten). „Den hochheiligen Festen Roschhaschonoh und Jomkippur ist ihr herkömmlicher Charakter zu wahren, desgleichen dem Pestach-, Schowuaus- und Sukkosfeste" (l Tag). Reine Andeutung vom Fasten am Jomkippur, das bleibt jedem nach freiem Trmeffen^ überlasten. Rein Wort von naiv und a1?^. warum auch gar, dadurch würde ja die nichtjüdische Umgebung fremdarttg oder peinlich berührt. „Purim und Tischobeaw sind als geschichüiche Erinnerungstage! durch eine ihrer Bedeutung entsprechende Feier zu begehen". Nichts von nSiö, nichts von Fasten. Die Speisegesetze, die des Juden Leben Helligen, die seinem Genuste Schranken setzen, seiner Begierde halt gebieten, die vom Juden fordern, seiner Selbstsucht sich zu begeben und einem höheren willen zu gehorchen, st« fallen für die Richllinien unter die „ttadittonellen Vorschriften, deren Beobachtung das liberale Judentum dem religiösen Empfinden des einzelnen überläßt". Jeder kann hier tun, wie es recht in seinen Augen ist, asto keine unbedingt notwendige Trennung von