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Jüdischer Volksbote · 1912-11-01 · 25 (11.1912) · p. Seite 348

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
25 (11.1912)
Date
1912-11-01
Page
Seite 348 (sequence 18)
Language
German
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348 Hist Akiba.') >rische Erzählung Rabbiner vr. M. Lehmann. (Fortsetzung). Von allen Seil en strömte das Volk herbei, um den gefeierten Lehrer zu sehen, dessen Namen man früher noch wenig vernommen hatte, und der jetzt in Begleitung einer großen Menge von Schülern durch das Land zog. Auch zu Rahel drang die Kunde, und ihr Herz erzitterte von Freude und Wonne; sie machte sich auf den Weg, um dem geliebten Gatten entgegen zu gehen. Sie sah ihn, umgeben von feinen Schülern; sie wollte zu ihm eilen, aber die Schüler ließen es nicht zu. Da erblickte sie Rabbi Akiba. „Rahel," rief er, „meine geliebte Rahel, Weib meines Herzens, der ich Alles verdanke I" Dann wandte er sich zu den Schülern und sprach: „Das ist Rahel, mein teures, edles Weib. Was ich geworden bin, danke ich ihr; ohne sie wäre ich heute noch ein unwissender Hirte!" Während der langen Reihe von Jahren, die seit dem Beginne unser;r Erzählung verflossen, hatte Kalba Sabua ein Leben voll Trauer verbracht. Trotzdem war sein harter Sinn nicht gebeugt. -- Alle Annäherungsversuche seiner Tochter und seines Schwiegersohnes hatte er zurückgewiesen. Jetzt war er ein alter, einsamer Mann, er fühlte, 'daß er dem Grabe nahe war, und er hatte nur noch den einen Wunsch, sein großes Vermögen für wohltätige Stiftungen und allgemeine Zwecke zu bestimmen. Da hörte er, daß ein großer Lehrer Israels in die Gegend geklommen sei, in der er wohnte. Er beschloß, ihn aufzusuchen .und mit ihm die Verwendung seiner Güter zu beraten. Als er vor Robbi Akiba erschien, erkannte er seinen ehemaligen Diener nicht. „Rabbi," sprach er, „ich möchte mir Deinen Rat erbitten. Ich wünsche über die Verwendung meines Vermögens nach meinem Tode Bestimmungen zu treffen." ") Mit Genehmigung der Verlagsbuchhandlung I. ttauffmann in Frankfurt a. M. zum Abdruck gebracht. Nachdruck verboten.

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