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Jüdischer Volksbote · 1912-11-01 · 25 (11.1912) · p. Seite 347

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
25 (11.1912)
Date
1912-11-01
Page
Seite 347 (sequence 17)
Language
German
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347 so unvernünftig gewesen war, im ganzen Hause Glastüren anbringen zu lassen, so erschrack die gute Ernesti» so, daß sie in demselben Augenblick sowohl die Zahnschmerzen, als da; Swicken im Arm verlor. Schon daß es im Laden hell war, war ihr sehr ausgefallen, aber dafür gab es eine Erklärung, Herr Brendel konnte einmal vergessen haben, das Gas auszulöschen. Aber was die gute Ernestine sonst sah, das machte ihr fast das Blut in den Adern erstarren. Zitternd und bebend öffnete sie die Tür. Vas war ihr denn doch noch nicht vorgekommen! Die Bücher und die Leuchter und das andere «Zeug' lag und stand ja nicht wie sonst wohlgeordnet in den Regalen und Schubfächern! Rein, das tanzte und wirbelte und plapperte durcheinander. Vas war ja, als wenn das „Zeug" lebendig geworden wäre! Und der eine Ehanuckaleuchter spielte, ja, spielte richtig, ohne aufgezogen worden zu sein!!! Nein, um alles dieses zu fassen, brauchte Ernestine Zeit! Aber da hatten auch unsere Freunde schon das fremde Wesen in ihrem Rreise bemerkt. Entsetzen faßte sie! Vas Trendel ließ seine Tänzerin vor Schreck beinahe fallen. Alles schrie und heulte! Lins sprang immer über da; andere hinweg, -er Ehanuckaleuchter spielte noch ein paar ächzende Töne und verstummte. Ein paar Lichter schienen ganz aufgelöst. Es war ein furchtbares Durcheinander, ein Schreien, ein Rennen, ein Jagen — — —. Vas konnte die Gasflamme nicht mehr mit ansehen. Sie war zu wohlerzogen. Mit einem entrüstet klingenden Rnall verlöschte sie und breitete über die entsetzte Ernestine und die nicht minder entsetzten Helden dieser Geschichte den Schleier der Nacht, und diesen Schleier wollen wir nicht heben. - - — Als Herr Brendel am andern Morgen seinen Laden betrat, da war anscheinend alles wie sonst, hätte er sich aber ein wenig auf die Gesichter seiner sogenannten „Waren" verstanden, dann wäre ihm sicherlich aufgefallen, daß sie gar grämlich und verdrossen in die Welt schauten. Und ist ihnen das zu verdenken? Nein es ist sogar mehr als natürlich, daß sie Ratzenjammer hatten und bittere Tränen vergossen gestörten Ehanuckaball! einen erbärmlichen über ihren —

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