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Jüdischer Volksbote · 1912-11-01 · 25 (11.1912) · p. Seite 341

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
25 (11.1912)
Date
1912-11-01
Page
Seite 341 (sequence 11)
Language
German
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341 solche eingedrungen sind, sie vernichte». Nun werden ja viele Keime -ei der Blutung heransgespült. Andere aber vermag der Körper infolge gewisier Schutzvorrichtungen, über die er verfügt, unschädlich zu machen. Daher heilen die meisten Wunden von selbst, während sie ja, wenn sich alle eingedrungenen Keime ungestört weiter entwickeln könnten, fast stets zur Blutvergiftung führen müßten. Immerhin geschieht es häufig genug, daß die Bakterien in der Wunde ihre schädliche Wirkung zu entfalten beginnen. Entweder sind dann zu viele oder besonders bösärtige Keime (denn es gibt deren ungezählte Arten, die sich dem menschlichen Körper gegenüber sehr verschieden verhalten) in die Wunde eingedrungen, oher aber die Widerstandsfähigkeit des Verletzten ist herabgesetzt oder die Wundflüssigkeit hat nicht genügenden Abfluß und dergleichen mehr. In solchen Fällen entzündet sich die Wunde, es kommt zur Eiterung, und es kann dann, besonders wenn der Eiter keinen Abfluß hat, zur weiteren Ausbreitung der Eiterung, ja schließlich zur Blutvergiftung kommen. Mit Ausbreitung -er Eiterung beginnt auch das Fieber, was ja darauf hinweist,. daß bereits der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen ist. Eiterung ist aber nur eine Folge von Verunreinigung der Wunde; solcher Wundkrankheiten aber gibt es noch mehrere, die meist noch viel ernster verlaufen als die Eiterung. In früheren Zeiten, als weder die Bakterien noch ihre Bekämpfung bekannt waren, waren diese Wundkrankheiten sehr gefürchtet. Bei jeder größeren Wunde mußte man auf ihren Eintritt gefaßt sein. und. da man ja bei jeder Operation Wunden setzt, so waren die Wundkriankheilen besonders von den Operateuren, den Chirurgen, gefürchtet Heute spielen diese Dinge keine sehr große Rolle mehr, da wir in der „Asepsis" und .Antisepsis" das Mittel in Händen haben, mit dem wir die Wundkrankheiten meist vermeiden können. Was bcbei^tct „Asepsis" und „Antisepsis"? Es erscheint notwendig, diese beiden Wörter, die der Laie häug hört, zu erklären, weil das! Verständnis für diese Begriffe für unme hygienischen Vorstellungen! geradezu grundlegend geworden ist, nd weil man ohne dieses Verständnis nieinals eine Wunde, und sei sie noch so klein, richtig behanoeln kann. Antiseptisch verfährt man, wenn man irgend ein Mittel, sei es Flüssigkeit oder Pulver oder Salbe, an die Bakterien heranbringt, das zwar die Bakterien ablötet, den Menschen aber nicht schädigt. Wenn ich z. B. mit essigsaurer Tonerde-Lösung eine Wunde wasche, so verfahre ich antiseptisch;!denn ohne den Verwundeten selbst zu schädigen, vernichte ich die Kbime in seiner Wunde, damit dieselbe nunmehr ungestört abheilen künn. Wenn aber der Arzt absichtlich «ine Wunde setzt, z. B. bei aner Operation, so wählt er statt der Antisepsis besser die Asepsis. D. h. er bringt nicht erst Bakterien in die Wunde, die er dann wieder nachträglich abtötet, sondern er bemüht sich von vornherein, erst jgarnicht die Keime in die'Wunde hineinzutragen. Dazu aber ist er irj der Lage, wenn er nach Grundsätzen,

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