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Jüdischer Volksbote · 1912-11-01 · 25 (11.1912) · p. Seite 336

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
25 (11.1912)
Date
1912-11-01
Page
Seite 336 (sequence 6)
Language
German
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336 Sinn, daß man sich für tüese Worte (Thoraworte) die Empfänglichkeit bewahrt, welche man für vas Neue (Heutige) zeigt ... Es ist Brauch beim Sprechen des Sch'ma die Hand über die Augen zu breiten; daswill vor Ablenkung aller!Art schützen . . . Man meide vorsichtig jede falsche Aussprache, diese -könnte nämlich leicht zur Entstellung deö Textes und zur mißverständlichen Auffassung des Inhalts führen . „ So lese man, beispielsweise die Worte I'muLn tiz’keru nicht mit scharfem 8 bi^'ksru, denst das würde falsch verstanden werden, alshieße es: „damit ihr Lohn (für die Erfüllung der Gebotes empfanget'' (während tiz’keru bedeutet: „damit ihr euch san alle meine Gebotes erinnert") . . . Das Sch'ma unterbreche man selbst durch bloßes Winken mit Augen, Lippen oder Fingern nicht" (60. 61. 53 ). „Vor der Pflicht gegenüber dem Toten (wie Totenwacht, Bestattung uni> die hierzu erforderlichen Arbeiten) sowie vor manchen im Interesse d des Gemeinwohls zu erledigenden dringenden Geschäften, tritt die Pflicht der ordnungsmäßigen Gebetsverrichtung zurück" (71. 72.). Nur in würdigem Zustand und an würdiger Stätte dürfen Gebete gesprochen (wie auch religiöses Studium gepflegtj werden (74—88. 9l. 92.). Ist die Zeit des Morgengebets da, so mache man dem Nebenmenschen nicht eher seine Aufwartung als bis man Gott die Ehre gegeben hat. . . Das Niederknien vor Menschen sals Be« grüßungsformj ist unerlaubt . . . „Man speise nicht svon Schwäche« zuständen abgesehen) und man beginne nicht seine Tagesgeschäfte^ bevor man das Morgengebet verrichtet hat" (89). Es ist svon besonderen Fällen abgesehen) unstatthaft, an dem geöffneten Eingang, eines Bethauses, während in diesem Gottesdienst abgehalten wird, teilnahmslos vorüberzugehen, denn das erweckt den Eindruck häretischer Gleichgültigkeit . . : Man bestrebe sich das Gebet in Gemeinschaft mit der Gemeinde, und wenn dies nicht durchführbar, es möglichst in derselben Zeit zu verrichten, da die Gemeinde versammelt ist. . . Betet man mit der Gemeinde, so halte man gleichen Schritt mit ihr . . . Es ziemt sich das Bethaus eilenden Schrittes aufzusuchen, da« A gegen in langsamen Gange zu verlassen . . . Man finde fich möglichst zu Beginn des Gottesdienstes im Bethaus ein . . . und suche jeder Ablenkung vom Gebet vorzubeugen" (90). „Die Kleidung bei der Tefilla sei in einem Zustand, wie sie die Sitte in Gegenwart vornehmer Personen fordert . . ." (91). „Es ist ein schöner Brauch vor dem Gebet eine Spende zu wohltätigen Zwecken zu widmen ..." (92) . Innere andachtvolle Sammlung gehe der Tefilla voran, sie quelle aus den Schauern oer Gottesfurcht, sie darf nicht entwürdigt werden durch das Hineinklingen von Ausgelassenheit, Geschwätz oder Zornesausbruch, sie entströme vielmehr ruhiger Seelenh^iterkeit . . . (93) . „Bei der Tefilla (speziell: sog. Achtzehngebet) wende man sich mit dem Gesicht dem heiligen Lande beziehungsweise Jerusalem zu; wer sich nicht orientieren kann, stelle sich vor, daß er vor Gott stehe . . . In leidendem Zustand darf man jedoch in beliebiger (bequemer).

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