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Jüdischer Volksbote · 1912-07-01 · 23 (7.1912) · p. Seite 305

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
23 (7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 305 (sequence 11)
Language
German
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305 in Schutz nimmt unb die Wahrheit vertuscht, um sich nicht in den Augen der andern Familien zu blamireu; da kommst du aus Streit und Zank nicht heraus. Wohne in keinem Orte, den die Ritter zu ihren Banketten wählen, auch nickt in einer Stadt, die keine rechte einheitliche Obrigkeit hat. 73 (,gg). Ein Frommer hatte von Jemandem Schimpf und Hohn zn erdulden. Die Gemeinde erbat sich ihn dafür in Bann zu tun. Er aber gab es nicht zu. Sie stellten ihm vor, sie wollten es tun damit er sich nicht auch gegen Andere also vergehe. Er aber erwiderte: lernet von mir und ahmet mir nach. Ich dulde und will nicht, daß ihr meinetwegen streitet, so auch wenn euch ein Bube täglich schmähete, kümmert euch nicht darum. Bon MoseS heißt es, er war der demütigste aller Menschen und er war zugleich der größte Prophet. Heißt es doch: ich habe schon lange geschwiegen, ich schweige ferner und halte an mich. 79 (,si). Drei erkennt man in Dreien. Den Demütigen im Zorn, den Helden im Kriege und den Freund in der Not. 80 (,85). Sei nicht undankbar. Den Undankbaren ereilt das Verhängnis rascher als einen andern. Nabal war gegen David und seine Leute, die seine Heerden geschützt, undankbar und starb nach zehn Tagen. Schimi, der sich gegen David weit ärger verging, weil er Sauls Verwandter und David nicht verpflichtet war, starb nicht. Allein David und seine Leute hatten sich um Nabal verdient gemacht, er war ihnen zu Dank verpflichtet, darum ereilte ihn die Strafe rascher. Wer Gutes mit Bösem vergilt, heißt es, aus dessen Hause wird das Unglück nicht weichen. Seine eigenen Hausgenossen die ihm zu Dank verpflichtet sind, werden ihm Unheil bringen, denn Gott straft Maß für Maß. Nicht nach deiner Langmut, betete Jirmija über diejenigen zu Gott, die ihm Böses für Gutes vergalten. Warum aber rief er das Gottesgericht über sie an, weil er keinen Richter auf Erden finden konnte, weil sie mit Hinterlist, hinter seinem Rücken ihn zu fahnden umgingen, ihn zu einem falschen Schritte zu veranlassen, damit sie ihm etwas anhaben konnten. Er konnte sich nicht vor ihnen in Acht nehmen, und sie hatten doch das Aergste gegen ihn vor. 81 (i8»)> Hat ein weiser Schüler und es macht sich Jemand zum Geschäft Zwist zwischen Lehrer und Schüler zu bringen, so ist es besser den Einen fortzujagen um die andern, die brav sind, zu retten, wie es heißt: jage den Spötter fort so wird der Streit mit sortgehen. So auch beim Gesinde, wenn es ihn auch nicht bestiehlt, ihm auch selbst nicht zuwiderhandelt, allein es reizt und ärgert die Hausgenossen, ist es Pflicht es zu entlasse», und der hat die Strafe des Himmels zu erwarten, der steuern könnte und nicht steuert, der fortjagen könnte und es unterläßt. Selbst wenn Jemand unter seinen Kindern Eines hätte, das streitsüchtig ist, oder von dem er befürchte» müßte, daß es seine Geschwister verführe, so ist es besser den Bösen mit beiden Händen fortzuweisen. Denn wo die Sittlichkeit und des Heil Anderer gefährdet ist, da gilt nicht die Maxime der Weisen, während die Linke zurückweift aunähere die Rechte. Hätte David Absalom völlig fern gehalten, wie viele unschuldige Seelen wären gerettet geblieben!

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