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Jüdischer Volksbote · 1912-07-01 · 23 (7.1912) · p. Seite 301

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
23 (7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 301 (sequence 7)
Language
German
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301 brachten dann die Schüler die von ihnen gezogenen, Früchte in das Bethaus der Schule» wo sie an ihnen nach religiöser Vorschrift das „Maaser" Vornahmen. Bei dieser Gelegenheit prüften die Rabbiner die Schüler in den die Landwirtschaft betreffenden religiösen Vorschriften. Der letzte Prüfung-gegenständ betraf die Landwirtschaftskunde. Der Unterricht in diesem Fache wird von Herrn Lehrer Lipichitz erteilt, dem es in sehr kurzer Zeit gelungen ist, die Kinder für die Landarbeit zu begeistern. Nach der Prüfling hielt der Direktor eine herzliche Ansprache an die Lehrer, Schüler und Gäste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Schüler auch in Zukunft Fleiß und Liebe zur Schule bekunden werden, damit die Schule auch ferner die gleichen Erfolge zeitigen kann. Die Ansprache hinterließ bei allen Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck. Darauf ergriff Herr Rabbiner Horovicz im Namen der „Freien Vereinigung" und der „Pekidim" das Wort. Er dankte dem Leiter, den Lehrern der Schule, den Rabbinern, sowie der ganzen Kolonie, die großes Interesse an der Entwicklung der Schule bekundet und viel zu ihrem Gedeihen beiträgt und sprach seine Freude aus über die Fortschritte der Schüler, von denen 98 o/o zu den äußerst Begabten gezählt werden können. Er schilderte den Leiter als die beseelende und treibende Kraft des ganzen Maschinismus. Wiewohl jeder auf seinem Posten voll und ganz seine Pflicht tue, so sei doch die Organisation des Ganzen das Werk des unermüdlichen Leiters. Wird doch auch die Errichtung des Mischkan, an dem alle Kräfte mitgearbeitet haben, Moses zugeschrieben. Der Redner versprach, den „Pekidim" und den Leitern der „Freien Vereinigung" ein getreues Bild von den herrlichen Eindrücken, die er hier gewonnen, zu geben, und schloß mit den Worten des bekannten Liedes: „unipn na« «S iix" in dem Sinne, daß diese Kulturarbeit im Lande der Väter zur Erfüllung der alten tausendjährigen jüdischen Hoffnung führen müffe. Nach dem Mariw-Gebete hielt auch Herr Oberrabbiner Kuck eine großangelegte Rede, in der er den Begriff „Nationale Arbeit in Palästina" erläuterte. Einen ganz besonderen Glanz verlieh den Prüfungen der Umstand, daß sie von Anfang bis zu Ende in einem lebendigen Hebräisch geführt wurden. vle lldepdilli«. Dieser Vorgang wiederholte sich nun täglich, und die Unannehmlichkeiten steigerten sich sogar von Tag zu Tag. Stuhlbeine, Wichsbürsten und andere Wurfgeschoffe trafen den armen Rekruten, der auch während des übrigen Tages in der dienstfreien Zeit das Ziel des allgemeinen Spottes blieb. Am schlimmsten trieb es einer der „alten

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