Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 21 (3.1912)
- Date
- 1912-03-01
- Page
- Seite 364 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4903180-5965941-5965975--456-4903607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
364 Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König, Die Versammlung gab alsdann durch jubelnden Beifall ihrer Zustimmung zu dem Vorschlag des Redners Ausdruck, au Seine Majestät den Kaiser und König folgendes Huldigungstelegramm zu senden: Die aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums' zur Veranstaltung des ostdeutschen Bezirkstages erschienenen jüdischen Staatsbürger, vereinigt, um zu ihrem Teil Religion und Sitte zu befestigen, sprechen Eurer Majestät ihrem Allergnädigsten Landesherren, dem erhabenen Schirmherrn aller auf Erhaltung der Religion gerichteten Bestrebungen, ehrfurchtvoll das Gelöbnis der Treue aus. Im Aufträge: vr. Max Talvari), Vorsitzender der Gstdeutschen Abteilung der Freien Vereinigung-Posen. Herr Rabbiner Dr. Feilchenfeld - Posen begrüßte alle, die von fern und nah zu dieser Tagung herbeigeeilt waren. Es gab eine Zeit, wo die Juden sich nicht gottesfürchtig gezeigt hatten. Da traten Vertreter ein mit ihrer ganzen Kraft und ihrer Einsicht, die Nation bereit zu machen für das große Werk, das uns der himmlische Vater gegeben hat. Heil den Männern, die sich zur Aufgabe gemacht, das Werk fortzusctzcn. Dank ihnen, die sich das Ziel gestellt haben, das unverfälschte Judentum wieder herzustellen. Als Vertreter der Vereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands nimmt darauf Rabbiner Tr. Cohn- Rawitsck das Wort : Im Namen des Vorstandes der Bereinigung traditionell gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands bin ich beauftragt, die „Freie Vereinigung" zu ihrem ersten ostdeutschen Bezirkstage zu beglückwünschen und zu begrüßen. Mit der gesamten gesetzestreuen Judenheit erkennen auch wir, und insbesondere die gesetzcStreuen Rabbiner das erfolgreiche und segensreiche Wirken der Freien Vereinigung, die großen Verdienste, die sie sich durch ihre unermüdliche Tätigkeit um die Erhaltung und Erstarkung deS gesetzestreuen Judentums gegenüber den destruktiven Bewegungen und Bestrebungen unserer Zeit sich erworben hat, in ihrem vollsten Umfange dankbar an. Mit Freuden haben wir eS begrüßt, daß nach langem Zögern auch hier in unserem Osten die Freie Vereinigung ihre Tätigkeit zu entfalten begonnen hat. Wir haben heute den 1. Adar- Nach einer alten Vorschrift soll an diesem Tage an die halbe Schekelspende erinnert werden- Diese halbe Schekelspende war einst ein mächtiges Bindemittel, das alle Zerstreuten 'zum Zusammenhalten, zum gemeinsamen Eintreten sür daS zu bewahrende, zu erhaltende Heilige mahnte. Möge eS ein gutes Vorzeichen sein, daß dieser erste ostdeutsche Bezirkstag gerade am 1. Adar abgehalten wird, möge er beitragen zur Erstarkung deS gesctzeStreuen Judentums, zu einer immer richtigeren Würdigung der Bestrebungen unserer fteien Vereinigung. In diesem Sinne bringe ich Ihnen die Grüße auch unserer Vereinigung und wünsche den heutigen Verhandlungen einen segensreichen Erfolg. Rabbiner Dr. Wrefchner - Samter begrüßte den Bezirkstag im Namen der „Vereinigung von Rabbinern der Provinz Posen zur Wahrung des überlieferten Judentums", und Herr Manasfe Werner überbrachte die Grüße der Posener Ortsgruppe des Centralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Beide Organisationen führte der Redner aus, ergänzen gewissermaßen einander, insofern, als der Centralverein die