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Jüdischer Volksbote · 1912-01-01 · 20 (1.1912) · p. Seite 354

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
20 (1.1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 354 (sequence 16)
Language
German
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354 mel" hinzugefügte Artikel an, daß Gott zu gleicher Zeit mit den Himmeln Sonne, Mond und Sterne erschaffen habe; diese entstanden dem Stoffe nach gleichim Anfänge auf Gottes Geheiß und würden erst am vierten Schöpfungstage gleichsam ausgebaut und in ihre Stellungen eingewiesen; ein Aehnliches lehrt uns der Artikel, der zu „Erde" hinzugefügt ist. Bäume, Pflanzen und der Garten lEden entstanden dem Stoffe nach gleich anfangs, sprossen aber am dritten Schöpfungstage auf Gottes Geheiß hervor. Ich will Dir beweisen, daß dem so ist. Es heißt an einer andern Stelle: Dies ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, da sie erschaffen wurden, am Tage, da der Ewige, Gott, machte Erde und Himmel. Bei der Schöpfung waren die Himmel das Erste; beim Ausbau aber kam die Erde zuerst; denn am dritten Schöpfungstage sproßten die Pflanzen hervor, während erst am vierten Schöpfungstage Sonne, Mond und Sterne ihre Plätze angewiesen erhielten." .Ich danke Dir, mein Bruder Jischmaäl," sagte Akiba: „das nächste Mal werde ich mich bemühen, richtiger zu denken und angestrengter zu forschen." Als Akiba am Abend nach Hause zurückkehrte, war ihm ein Söhnlein ^geboren, dem er den Namen Josua gab. m Jahre zogen dahin. Akiba entwickelte einen Fleiß und eine Lernbegier, welche alle in Erstaunen setzte, die ihn zu beobachten Gelegenheit hatten, und wenn Nachum seinen Schülern die Worte des Jose ben Josser mitteilte: „Trinke mit Durst die Worte der Weisen", so stellte er Akiba als Beispiel auf. Dieser suchte alles zu lernen, was nur zu lernen war. Wenn er eines Arztes habhaft wurde, so ließ er sich von ihm in der Medicin unterrichten und über den Bau des menschlichen Körpers sich aufklären. In der Absicht zu lernen, suchte er Mathematiker, Astronomen und Sprachkundige auf; von Handwerkern ließ er sich die Kunstgriffe ihres Handwerks zeigen, wohl wissend, daß alles Wissenswerte ihm bei dem Studium der heiligen Lehre zu gut kommen würde. Jahre vergingen. Vespasian war gestorben; sein ältester Sohn Titus, der Eroberer Jerusalems, der Zerstörer des heiligen Tempels, war der unumschränkte Beherrscher des gewaltigen römischen Reiches geworden. Nur zwei Jahre währte die Regierung des Titus. Schwere Unglücksfälle betrafen Rom während dieser

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